Zwölfvierdrei: Brief an meinen Vater

Zwölf Jahre, vier Monate und drei Tage. So lange ist das nun schon her. Oder besser: zwei Tage. Denn mag dein Totenschein auch eine 30 zeigen, es ist doch die 29, vor der sich mein Herz jedes Jahr in Wehmut verneigt. Es war kurz vor Mitternacht, als du von der Tanzfläche ins Foyer der Halle gingst, die später über viele Jahre keins von uns Kindern betreten wollte; konnte.

Ich stelle mir vor, dass du gelacht hast. Vor Vergnügen über diesen letzten Tanz des Abends, in jenem ausklingenden Januar. Hast du es gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist, als du einen Schritt vor den nächsten setztest? Hast du den Boden gesehen, im Fallen, so wie wir später, im Angesicht der Nachricht deines Todes?

Ich hoffe, stelle mir vor und habe mit den Jahren begonnen zu glauben, das, was du zuletzt bewusst wahrgenommen hast, waren die Bewegungen jenes Tanzes. Im Arm eine junge Frau, die dich noch aufgefordert hatte, als du schon dabei warst, zu gehen. Bevor du tatsächlich gehen musstest. Und ich glaube, auch das hast du in den Tagen zuvor leise gespürt.

Du warst ein guter und vor allem sehr intuitiver Tänzer. Als ich dir bei der Hochzeit meiner kleinen Schwester ein ums andere Mal auf die Füße getreten bist, konntest du es kaum fassen. „Mädel, das ist doch bloß ein Walzer“, hast du da gelacht. Damals habe ich mich schrecklich unbeholfen gefühlt. Auf meiner eigenen Hochzeit hätte ich mir gern von dir auf die Füße treten lassen.

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Ich hatte immer Angst davor, was deine Abwesenheit an diesem Tag mit mir machen würde, auch noch nach all der Zeit. Weil es der eine Moment war, den ich mir nach deinem Abschied nie wieder vorstellen konnte. Bis er tatsächlich da war und mich vollkommen überwältigte mit seinem Glück. Und mein Vermissen? Hat mir diesen Tag geschenkt, sorgsam verpackt und liebevoll überreicht. Ich habe dich gespürt und auch die Freude, die du mit dem Ereignis und der Art und Weise, wie wir es gefeiert haben, empfunden hättest. Es wäre ein Tag ganz nach deinem Geschmack gewesen; dieses Wissen hat warm jeden Anflug von Kummer aus meinen Herzkammern gespült.

Trotzdem habe ich seitdem besonders oft an dich gedacht. Natürlich bist du immer da, und doch ist die Intensität dieses Gefühls im Fluss. Ich denke an dich in Momenten, in denen ich gerne mit dir reden würde über Dinge, die mein Herz beschäftigen. Manches davon erzähle ich heute anderen Menschen, andere Gedanken bleiben ungeteilt: Weil ich sie nur dir anvertraut hätte, nur deinen Rat angenommen, deinen Trost gewollt.

Du fehlst, wenn ich aufbrause und mich später dabei ertappe, übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Eine Disziplin, die ich eindeutig von dir habe – und nur bei dir könnte ich so schimpfen: ohne mich auch nur ein klitzekleines bisschen zurückzunehmen. Rohrspatzverwandter.

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Ich erinnere dich so voller Zärtlichkeit. In den ersten Jahren durfte kein böses Wort über dich gesprochen werden in meiner Gegenwart und ich konnte mich zu keinem Konflikt bekennen, den wir miteinander ausgetragen haben. Irgendwann machte die Heldenverehrung Platz für einen Rückblick ohne Weichzeichner, in dem Liebe und Streitigkeiten, Nähe und Abstoßung, Glück und Wut gleichermaßen ihren Platz haben. Unsere Beziehung war nie perfekt, weil du und ich nicht perfekt sind, und das ist völlig okay. Wenn wir uns stritten, flogen nicht nur die Fetzen, sondern Funken, ganz besonders, als ich ein wütendes Pubertier war, mit Gedanken, die zu bedeutend waren für meinen Kopf, und Gefühlen, die keinen Platz fanden in meinem aufgewühlten Herzen. Du hast nie zurückgezogen, mich nie geschont. Ich bin gewachsen an dir. Und immer wusste ich, dass wir nicht im Streit miteinander schlafen gehen würden. Das Ende jeden Tages brachte eine Versöhnung oder mindestens einen Waffenstillstand.

Der Streit geht, aber die Liebe bleibt. Diese Lektion bringt mein Herz manchmal noch heute nur stotternd hervor, weil sie bei uns zuhause zwischen den Erwachsenen nicht gelebt ward. Aber ich wusste immer, deine Liebe bleibt, und das brachte mich sicher durch eine unruhige Kindheit und Jugend. Als ich an diese Wahrheit, die wie ein Fluss ist, ruhig und klar, zum ersten Mal seit deinem Tod wieder von Herzen glauben konnte, vermochte es mein Herz, JA, für immer zu sagen zu dem Mann, mit dem ich sie gelernt habe und mit dem ich mein Leben teilen möchte. Seitdem fühlt sich alles so anders an… Sogar deine Abwesenheit.

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Früher war ich mir sicher, dürfte ich noch einmal eine Stunde mit dir verbringen, ich würde sie mit niemandem teilen mögen. Natürlich würde ich es wollen, dass du meinen Zauberneffen und meine Zaubernichte kennenlernst, aber in meiner Vorstellung bekämen wir vier Geschwister jeder eine Stunde zuerkannt – und sicher möchte ihre Mama dir die Kinder selbst vorstellen. Oder vielleicht wollte ich meine kostbaren Minuten mit dir auch einfach für mich alleine haben. Heute würde ich die Stunde mit dir und meinem Mann verbringen, weil mein Herz eine große Falte des Bedauerns daran wirft, dass ihr beide einander verpasst habt.

Es geht mir gut, Paps. Du hast meine Hand erst losgelassen, als meine Füße den Weg bereits finden konnten. Du hast mich, hast uns tatsächlich gerüstet für dieses wilde, heftige, schöne, traurige und wunderbare Leben. Wir würden es immer noch so gerne mit dir teilen. Aber wir finden uns alleine zurecht. Das ist dein größtes Geschenk.

Ich danke der Acadamy

Die beiden Bloggerinnen von Stadt, Land, Mama haben kürzlich zur fabelhaften Blogparade #arschcooleSuperfrauen aufgerufen. Blogparaden lachen mich meistens eine Weile an, weil ich dabei viele schöne Ideen entdecke, dann setzen sie mich kurz unter Druck, weil ich nicht dazu komme, mir Zeit dafür zu nehmen – im dritten Schritt vergesse ich sie wieder. Die hier hat mich aber nicht losgelassen, weil ich finde, es ist eine wunderschöne Idee: Frauen lassen andere Frauen in ihrem Leben wissen, warum sie so großartig sind und was sie der anderen bedeuten. Das tun wir zwar hoffentlich auch im echten Leben hin und wieder, und doch: Es ist schön, sich dafür bewusst Zeit zu nehmen, es auszuformulieren. Ich möchte gerne 3×3 #arschcooleSuperfrauen würdigen.

Aufruf zur Blogparade (Screenshot)

Aufruf zur Blogparade (Screenshot)

3x Familie
Würde ich einen tragen, ich zöge jeden Tag den Hut vor meiner kleinen Schwester. Wir beide haben uns eine komplizierte Kindheit lang miteinander vertraut gemacht, als Teenager stets ein sorgsames Auge aufeinander gehabt und sind uns später, als erwachsene Frauen, richtig nahe geworden. Das alleine ist schon ein großes Glück. Und zu erleben, wie die kleine Große alle Baustellen ihres Lebens, alle schönen und stressigen Aufgaben, alle Lieben, all jene, die an ihren Nerven zerren, alles Trösten, Erklären, Behüten und Unterstützen wuppt, lässt mein Herz leuchten in tiefer Liebe zu dieser wunderbaren Frau. Ihr Mut, immer etwas Neues auszuprobieren, ihr Wille, sich im Job zu verändern, ihre Kraft, die Familie zu tragen, machen mich stolz und froh; noch mehr, weil ich weiß, welche Kämpfe sie schon ausfechten musste. Ich bin dem Leben unfassbar dankbar, dass es sie zu meiner Schwester gemacht hat.

Als meine große Schwester Kind war, gab es noch keinen Gedanken an mich und als ich Kind war, hatte sie als wütende Teenagerin, die sich um ihren Vater betrogen fühlte, wenig Interesse an dessen neuer Familie. Erst als ich älter wurde und sie erwachsen war schafften wir es, uns das zu erobern: einander Schwestern zu sein. Ich lernte eine Frau kennen, die zwei meiner Herzmenschen in vielem ähnelte: meinem Vater und meiner kleinen Schwester. Eine Mutter, die ihren Kindern auf eine unaufgeregte, versichernde Art und Weise Wurzeln und Flügel gab, die mich alleine beim Zusehen glücklich machte. Einen Menschen, der nach Jahren als Familienmittelpunkt mutig und entschlossen in einen Job zurückkehrte, der sich verändert hatte und sie vor neue Aufgaben stellte. Vor allem aber eine Schwester, die ich um nichts in der Welt missen wollen würde.

Wäre das Herz meiner künftigen Schwiegermama ein Ort, so würde ich mich dort öfter und gerne aufhalten. Zu wissen, dass ich einen Platz darin habe, ist ein schönes, warmes Gefühl. Sie in meinem Leben zu haben und zu meiner Familie zählen zu dürfen, das ist einer der beiden wunderbarsten Nebeneffekte meiner Liebe zu ihrem Sohn (der zweite ist eine #sehrcooleTeenagerin, aus der mal eine #arschcooleSuperfrau werden wird). Je älter ich werde, umso zögerlicher lasse ich mich ein auf Menschen, umso länger dauert es, zu vertrauen. Es sei denn, man bekommt es so verdammt einfach gemacht. Ihre Art, ganz selbstverständlich und ohne große Worte für die Menschen da zu sein, die sie liebt, ist ein Geschenk und in ihrem Einsatz für ihre Familie ist sie ein echtes Vorbild.

Familie: We belong together. (Foto: WP)

Familie: We belong together. (Foto: WP)

3xFreundschaft
Auch wenn ich dir wünschen würde, du müsstest das nicht immer wieder tun, gehört es zu deinen schönsten Eigenschaften, wie du an dir zweifelst. Weil darin der ehrliche Wunsch liegt, eine noch sorgsamere Mutter, eine noch liebendere Frau und eine noch bessere Journalistin zu sein. Das wäre alles gar nicht nötig, denn du bist so schon verdammt perfekt. Trotzdem kann ich nicht anders, als deinen Herzenswunsch, immer ein Stück über dich hinauszuwachsen, zu bewundern. Diesen unbändigen Willen, der dir auch in Situationen bleibt, in denen die Kraft eigentlich schon ausgegangen ist. Als deine Freundin möchte ich dich in den Momenten gern daran erinnern, nach dir zu schauen, mit deinen Kräften zu haushalten, etwas davon für dich selbst aufzusparen. Auch das lernst du, zum Glück, dir Zeit für dich zu nehmen, sorgsam mit dir zu sein und für dich da. Und ich hoffe, du weißt: Ich bin das ganz sicher – immer und für den Rest unserer Leben, Herzzwerg.

Für dich wurde der Hashtag #arschcooleSuperfrau erfunden. Als wir uns im Studium getroffen haben, hätte ich nie geahnt, wohin die gemeinsame Reise uns führen würde. Seither haben wir so viel erlebt – Schönes genossen, Fuckmist überwunden, uns geliebt, gestritten, genervt, versöhnt, zusammen gelacht und einander in die Ärmel geweint –, dass es zu den wenigen Gewissheiten meines Herzens gehört: Wir werden uns nie verlieren. Du hast eine Wirkung, die dir selbst nicht bewusst ist, erfüllst einen Raum, sobald du ihn betrittst. Du lebst eine totale Bedingungslosigkeit, sei es im Einsatz für den Job oder dem Umgang mit deiner Wurzelfamilie, hast dich in der Rolle als Mutter gestreckt und gefunden. Du kennst mich in und auswendig und bis immer noch hier, hörst zu, unterstützt, kritisierst offen und verbiegst dich nicht. Du einzigartige Prinzessin.

Du hast dich einst aufgemacht in ein fremdes Land, obwohl das bedeutete, Entfernung zu packen zwischen dich und alles, was dir bis dahin vertraut war. Du bist diesen Schritt damals gegangen, obwohl du wusstest, deine Arbeit hat viel mit Sprache zu tun und nun würde es eine fremde sein, in der du ihr nachgehst. Du bist deinem Herzen gefolgt, ohne deinen Verstand auszuschalten, warst neugierig, furchtlos und zielstrebig, das bist du immer. Du hast dir ein Leben aufgebaut, eine Familie, einen Job, und würde ich dich im Bezug zu den Dingen deines Lebens zeichnen, wärst du immer ihr Mittelpunkt. Der ruhige Pol, von dem alles ausgeht, mit dem alles verknüpft ist, der Leben gibt und Liebe schenkt, mit zärtlicher Ernsthaftigkeit. Danke für deine Freundschaft, Tessy.

Dare to be inspired. (Foto: Marieke Stern)

Dare to be inspired. (Foto: Marieke Stern)

3xInspiration
Manche Menschen kennt man intensiver über den Job als über das Privatleben, man weiß von ihnen Dinge aus berufenen Mündern oder der Berichterstattung, man liest ihre Worte, wenn sie in Blogs, Artikeln oder Redemanuskripten niedergeschrieben sind. Es wäre sicher vermessen, zu behaupten, man kenne sie, vielmehr ist es so, dass man sich ein Bild macht von ihnen, das nur einen Teilaspekt zeigt. Trotzdem können sie Vorbilder sein, Ansporn und Inspiration. Ich danke meiner wundervollen Kollegin Alex Eisen für Feedback, Ratschläge, Austausch und Zusammenarbeit. Ich verneige mich frohen Herzens vor der nimmermüden Nina George, deren Engagement und Arbeit für alle Menschen der schreibenden Zunft mir Respekt und Dankbarkeit abverlangt. Und ich grüße herzlich die zauberhafte Bettina Apelt, mit der mich mehr als ein Jahrzehnt Onlinefreundschaft verbindet, die wir eines schönen Tages definitiv auch ins Offlineleben verlagern werden.

Und ich herze abschließend all diese sowie die vielen weiteren #arschcoolen Superfrauen in meinem Leben: Ihr seid die besten.

Always Team Toni: DKMS-Spender werden

Vor 21 Jahren packte ich meine Koffer, um die elfte Klasse an einer US-Highschool zu absolvieren. Im Sommer 1995 startete mein Abenteuer in Mississippi und es wurde ein buntes, ein oftmals auch anstrengendes, ein interessantes, spannendes, vollgepacktes Jahr in dieser fremden Welt, diesem fremden Leben. In das man damals noch ganz anders eintauchte, weil die Verbindung in die alte Heimat lediglich aus Briefen und einem Telefonat alle zwei Wochen bestand, statt wie heute aus einer Dauerleitung über das eigene Smartphone.

Umgekehrt war es nach der Rückkehr schwieriger, den Kontakt zu den Freunden und Bekannten aus dieser Zeit zu halten. Daran hat sich in den letzten Jahren dank Facebook einiges geändert: Plötzlich trifft man sich online wieder, bekommt etwas mit vom Leben der anderen, der Kontakt intensiviert sich. Was nicht zuletzt daran liegt, dass in Amerika die Nutzung des Netzwerkes oft eine viel intensivere, unbeschwertere ist und ich so das Gefühl habe, von meinem amerikanischen Freunden dort viel mehr mitzukriegen als von den deutschen.

Team Toni

Die meisten der Mädels von damals sind heute Mütter, auch Lacy, mit ihrem Mann Kevin und den Kindern Kam und Toni. Bei Toni wurde im Oktober 2013 erstmals Leukämie diagnostiziert. Eine erste Chemotherapie konnte alle Krebszellen vernichten und bis zum folgenen August lebte die Familie in der guten Hoffnung, die Krankheit besiegt zu haben. Dann kam der Krebs zurück. Toni erhielt diesmal eine Knochenmarkstransplantation, ihr Bruder Kam war der Spender für seine große Schwester. Wieder schien der Krebs danach besiegt, wieder war die Hoffnung trügerisch: Bereits im April 2015 kam die Krankheit wieder. Tonis Mom Lacy hat die Reise ihrer Familie auf diesem Weg voller Hoffnung, Rückschläge, Kummer und Liebe auf einer Facebookseite namens Team Toni Macaroni begleitet. Tausende Menschen sind ihn dort mit den Marinos gegangen. Ich war eine von ihnen.

Our sweet little girl Toni went to be with her Lord and Savior this morning. Please continue to pray for our family as we grieve and make plans. Arrangements to follow.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist Toni nach einer harten Woche in der Klinik gestorben. Ihre Eltern haben eine große Bitte zum Abschied ihrer Tochter: „We ask if you are able, please donate blood and/or platelets at your local blood bank, and join the bone marrow match registry.“ Genau dieser Wunsch passt zu dem Mut, Kampfgeist und Wir-Gefühl, mit dem sie in den letzten Jahren diese schwere Last getragen und dabei nie den Blick für andere verloren haben.

Die Marinos haben mich selbst mit einem Meer zwischen uns unfassbar beeindruckt und tun es noch. Ihre Bitte ist eine, die jeder, der noch nicht als Spender registriert ist, leicht erfüllen kann – und damit vielen anderen Menschen die Hoffnung auf Hilfe geben. Es ist ein absoluter Klacks, sich bei der DKMS zu registrieren: „Stäbchen rein, Spender sein.“ Auch mit seiner Firma kann man das tun, ebenso sind Geldspenden notwendig und wichtig, weil nicht jeder, der sich registrieren lässt, diese Kosten tragen kann. Wer ganz unkompliziert den Spendenbeutel weiter anwachsen lassen möchte, kann es tun, indem er seine Onlineeinkäufe auf dieser Seiter der DKMS startet, wodurch die Organisation Spenden erhält. Und wer spenden möchte, um Toni zu gedenken, kann Always Team Toni in den Betreff schreiben.

Es gibt so viel Leid in der Welt, gegen das wir vollkommen machtlos sind, aber wir sind es nicht im Angesicht dieser Krankheit. Bitte, registriert euch.

They call it glückstrunken

Es ist schon eine nette Geschichte, dass wir auf Facebook tagtäglich an die Geburtstage unserer Kontakte erinnert werden. Das sehe sogar ich so, die ich seit Jahrzehnten einen handschriftlichen Geburtstagskalender pflege, denn nicht jeder neue Bekannte oder Kollege hat es da eben schon hineingeschafft. Ich mache das wirklich gerne, den Festtagskindern einen Gruß zu hinterlassen oder auch mal zu schmökern, welche Nachrichten andere Leute verfassen. „Alles Gute, lass dich feiern!“ – „Danke, habe ich gemacht!“, diese Dialoge eben. Klar, wo alle Welt mitlesen kann geht man nicht ins Detail der Lebenssituationen, ist aber doch auch gar nicht nötig. Mich haben diese Grußbotschaften in den vergangenen Jahren immer sehr gefreut.

Gestern im Laufe des Tages bekam ich ein paar Nachrichten aufs Handy, die sinngemäß besagten: „Da man dir auf Facebook nicht gratulieren kann, auf diesem Wege alles Gute“, dazu einige Worte zum „Wie geht es dir? – So geht es mir…“ Gelesen, gewundert, Haken dran, am Geburtstag bleibe ich bewusst offline. Heute morgen dann die Feststellung, dass meine Pinnwand auf Facebook für Einträge gesperrt ist. Ich weiß nicht, woran das liegt, kann mich nicht erinnern, etwas geändert zu haben und inzwischen ist sie auch wieder offen. Aber am gestrigen Ehrentag mussten alle, die hier landeten, um mir zu gratulieren, leider feststellen: geschlossen. Das war überhaupt keine Absicht.

Wie passend: Kurz vorm Geburtstag hat ein lieber Freund im Urlaub „meinen“ Strand gefunden.

Wie passend: Kurz vorm Geburtstag hat ein lieber Freund im Urlaub „meinen“ Strand gefunden.

Daraus hat sich aber etwas ergeben, worüber ich kurz diese Zeilen verfassen wollte, nämlich eine wahre Flut von wunderbaren, wortreichen, sehr persönlichen Nachrichten über alle Kanäle und in sämtlichen Postfächern, die ich bislang nur angelesen habe, auf deren ungestörten Genuss in den kommenden Tagen ich mich aber wirklich freue. So viele liebe Worte, gedankenreiche Zeilen und wohlformulierte Wünsche, dass ich echt total überwältigt davon bin. Dafür von Herzen DANKE, euch allen, die ihr sie verfasst habt – und ein wenig Facebook, fürs versehentliche Verschließen meiner Pinnwand. Ich werde, versprochen, auf alle Nachrichten noch antworten.

Ansonsten war es im Online-Leben mein erster „Twitter-Geburtstag“, mit vielen lustigen und lieben Wünschen in diesem von mir sehr geschätzten Teil des Netzuniversums. Und offline? Haben meine Herzmenschen mir einen wunderschönen Tag bereitet! Ich weiß mit 38 endlich, wie gut homemade Popcorn schmeckt, hatte kuschelige Momente mit unseren Tigern und einen fabelhaften Abend in einer eindeutigen Lieblingskneipe meiner neuen Heimatstadt, in der ich wirklich angekommen bin. Heute fühle mich kein bisschen verkatert, dafür aber fast ein wenig besoffen vor lauter Glück, bin gerührt, nicht geschüttelt, und unfassbar dankbar, euch allen und diesem Leben: DANKE.

Nachgefragt bei… Martin vom Wochenendrebell

Was treibt Menschen eigentlich an, ihre Freizeit in Blogs, Podcasts und ähnliches mehr zu stecken, statt sie in der Hängematte zu verbringen? Oder von der anderen Seite betrachtet, wieso machen sie ihr Hobby nicht zum Beruf? Künftig kommen hier in der Rubrik Nachgefragt bei… regelmäßig Menschen zu Wort, deren Projekte mir auf der täglichen Reise durchs Netz aufgefallen sind. In Teil sechs spreche ich mit Martin über Fußball, Asperger und seine Blog-Initiative für Flüchtlinge.

Lieber Martin, du betreibst seit 2013 den Blog Der Wochenendrebell. Was war damals deine Initialzündung, dich bei den Bloggern einzureihen?
Seit der Geburt meines Sohnes in 2005 fülle ich im Keller eine große Kiste mit Erinnerungen. Ultraschallbilder, erste Haare, Popel, Fußnägel und solche Leckereien. Sein erstes Stofftier, Zeitungen vom Tag seiner Geburt, Dinge, über die ich mich vielleicht gefreut hätte, wenn sie jemand von mir aufgehoben hätte. 2012 war die Kiste voll, und ich suchte nach einer Alternative, Erinnerungen mit dem Sohn festzuhalten. Statt in einer Kiste nach Dingen zu wühlen, die jemanden an etwas erinnern, versuche ich nun, mit Worten festzuhalten, was wir gemeinsam erleben.

„Es ist manchmal Behinderung und manchmal Behilflichkeit.“

„Es ist manchmal Behinderung und manchmal Behilflichkeit.“

Wer die Themen deines Blogs betrachtet, stolpert neben vielen fußballaffinen Begriffen über Wörter wie Asperger und Autismus. Was ist deine Verbindung zu dem Thema?
Mein Sohn ist Asperger-Autist.

Wie alt war dein Sohn, als ihr die Diagnose erhalten habt, und wie alt ist er heute? Wie habt ihr als Familie gemeinsam gelernt, mit diesem Thema umzugehen?
Jay-Jay ist heute zehn. Er wurde mit drei Jahren diagnostiziert. Wir hatten das Glück, dass er sehr aufmerksame Erzieher im Kindergarten hatte. Wir hielten viele seiner Eigenarten für ungewöhnlich, aber nicht störend, und bei allem, was uns oder unser Umfeld störte, suchten wir eigentlich immer den Fehler bei uns, in unserer Rolle als Eltern. Die Diagnose war sehr erleichternd, auch wenn wir dies in den ersten Wochen sicherlich anders beurteilt haben.

Was bedeutet die Störung für eure Tochter? Wie verhindert man auch ganz praktisch, im Bezug auf Zeitmanagement usw., dass das zweite Kind quasi hinten runter fällt?
Es ist keine Störung, auch wenn ich sie oftmals im Blog selbst so bezeichnet habe und auch viele Wissenschaftler das Asperger-Syndrom so benennen. Ich halte mich an die Beschreibung meines Sohnes: „Es ist manchmal Behinderung und manchmal Behilflichkeit.“ Ich mag diese Beschreibung, denn die Behilflichkeit, auf die er anspielt, bezieht sich auf die enormen Stärken, die Jay-Jay durch das Asperger-Syndrom hat. Ich mag diesen Blickwinkel, der auch seine Stärken, wie seinen unbändigen Ehrgeiz oder seine unfassbare hohe themenspezifische Auffassungsgabe, hervorhebt. Was unsere Tochter betrifft, so ist es komplex. Meine Frau hat eine sehr intensive und wichtige Verbindung zu unserer Tochter. Auch, weil meine Frau aus der Liebe, die sie jetzt ganz offensiv und erstmals deutlich spürbar von ihrem Kind zurückbekommt, Kraft zieht. Bei mir ist es aktuell eine engere Verbindung zu meinem Sohn, auch geprägt durch unsere Unternehmungen, aber ich habe noch Zeit, die Verbindung zu meiner Tochter zu verbessern.

In Filmen wird das Thema Autismus gerne mit einer ulkigen Note versehen. Du beschreibst in deinen Posts auch Situationen, in denen Menschen dein Kind als unerzogen empfinden, wenn es ausrastet. Wie schaffst du es, nicht dauernd wütend auf solche Leute zu sein?
Wieso sollte ich auf diese Menschen wütend sein? Wenn wir fünfundzwanzig Menschen im Zug durch unsere laute Anwesenheit nerven und einer der Mitfahrenden dann kopfschüttelnd in seine Zeitung starrt oder sich beim Sitznachbarn über uns beschwert, bin ich zunächst immer einmal den anderen vierundwanzig Mitfahrern dankbar für ihre Geduld. Ich wäre von meinem Sohn ja selbst genervt. Aber ulkig ist es häufig, von daher hätte ich noch nicht einmal eine Schwierigkeit mit einer ulkigen Beschreibung. Problematisch sind eigentlich niemals die, die unwissend auf uns treffen. Viel problematischer sind eigentlich die Autismus-Experten, die mir zwar einerseits erklären, wie vielfältig und unterschiedlich das Asperger-Syndrom sich zeigt, mir aber gleichzeitig vorschreiben wollen, wie ich mit meinem Sohn umgehen soll. Aber selbst bei denen wäre das Wort „nervend“ besser angebracht. Wütend machen mich die Reaktionen anderer fast nie.

„Jay-Jays gesamte Gefühlswelt wirkt bei mir sogar meist aufrichtiger, als ich dies bei Gleichaltrigen kennengelernt habe. “

„Jay-Jays gesamte Gefühlswelt wirkt bei mir sogar meist aufrichtiger, als ich dies bei Gleichaltrigen kennengelernt habe. “

In einem älteren Beitrag beschreibst du, was dir persönlich an dieser Behinderung oder Behilflichkeit besonders zu schaffen macht: der mangelnde Umgang mit eigenen Emotionen. Deswegen hast du mit deinem Sohn ein besonders Projekt gestartet. Worum geht es dabei?
Wir bereisen Deutschlands Fußball-Stadien. Wir müssen mindestens die Ligen eins bis vier abdecken. Innerhalb der Reisen gibt es feste Routinen und Regeln, und für mich ist es Zeit mit meinem Sohn in allerhöchster Qualität. Lustigerweise basiert unser Projekt zum Teil auf der fehlerhaften Annahme, Jay-Jay hätte Probleme mit seinen Emotionen. Das hat sich schnell als weit verbreiteter Unsinn herausgestellt. Asperger-Autisten sind  wütend, sauer, enttäuscht und erfreut, wie jeder andere Mensch auch. Jay-Jays gesamte Gefühlswelt wirkt bei mir sogar meist aufrichtiger, als ich dies bei Gleichaltrigen kennengelernt habe. Er lebt die ein oder andere Emotion etwas intensiver aus, und der Auslöser für Wut oder Enttäuschung kann ein durchaus geringer Anlass sein. Jay-Jay zeigte früh Interesse für Stadien, Fußball und Zugfahrten. Ich wollte sein Interesse nutzen und ihn im Gegenzug mit vielen Schwierigkeiten konfrontieren. Volle Stadien heißt viele Menschen, eng besetzte Straßenbahnen, viele Unwägbarkeiten, wechselnd intensive Geräuschkulissen. Alles Dinge, die Jay-Jay früher sehr zu schaffen machten. Und nun touren wir so durch Deutschland, und alle anfänglichen Schwierigkeiten sind verflogen. Es gibt neue Probleme, aber die lösen wir auch – wenn Jay-Jay das möchte.

Wie viele Stadien habt ihr auf diese Weise in den letzten Jahren gesehen? Und welche Erlebnisse sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Wir sind jetzt bei ca. fünfzig. Meine Highlights waren in Bezug auf das Stadion der Ludwigspark in Saarbrücken, in puncto Atmosphäre das Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg. Betrachte ich die gesamte Reisen mit allem drum und dran, waren unsere Ausflüge ins San Siro nach Mailand und unsere Doppeltour bestehend aus Freiburg und Millerntor innerhalb von sechzehn Stunden ziemlich großartig. Aber auch aus einem null zu null bei VfR Aalen gegen SV Sandhausen am Freitag Abend bei Minusgraden kann man eine Menge Lehren ziehen.

Im Umgang mit eurem Sohn habt ihr ein spezielles Regelwerk erstellt, auch, weil er mit klaren Ansagen gut umgehen kann. Innerhalb dieser Regeln kann er Punkte sammeln – im Idealfall winkt eine Belohnung. Was ist der aktuelle Jackpot?
Es gibt feste Zeitpunkte, wann ausgewertet wird. Hat er sich mehr grüne Punkte erarbeitet als rote Punkte zur Strafe erhalten, planen wir eine Stadiontour ins Ausland. Grüne Punkte bekommt er für gute Noten und wechselnd für den Abschluss kleiner Miniprojekte. Schuhe binden, alleine duschen und sich anziehen. Dinge des Alltags, die ihm schwer fallen. In Verbindung mit seinen Ausrastern erhält er rote Punkte. Nicht bei jedem Vorfall. Es ist wichtig, dass er weiß, dass diese dazu gehören und nicht zwingend mit Bestrafung einhergehen. Bringt er aber seine Schwester in Gefahr oder provoziert bösartig Menschen in seinem Umfeld, bekommt er die Strafpunkte. In Quartal eins fuhren wir zur Belohnung nach Lyon, in Quartal zwei scheiterte er erstmals und es gab keine Belohnung.

Jedes Spiel hat seine Regeln.

Jedes Spiel hat seine Regeln.

Müsst ihr nach Spanien ziehen, wenn er sich dann ausgerechnet in den FC Barcelona verliebt?
Ich habe tatsächlich ein wenig Angst bekommen, als er mich nach dem hochoffiziellen Regelwerk einer Vierunddreißiger-Saison gefragt hat, aber ich sehe das mittlerweile sehr entspannt. Aktuell sieht es nicht so aus, als könnte er sich in den nächsten dreißig Jahren für einen Verein entscheiden, und neulich erwischte ich ihn beim Googeln von Stadien der Oberligen.

Für welchen Verein schlägt eigentlich dein eigenes Fußballherz heute?
Ich verfolge intensiver die wunderbare Fortuna aus Düsseldorf. Als Kind bin ich sicher mal auf den üblichen Trampelpfaden der Fanwerdung losgestapft und verlief mich, so ca. zwanzig Jahre lang. Die Fortuna nahm mich dann glücklicherweise in ihre Obhut. Es ist aber eine eher weniger erfolgsgeprägte Liebe. Ich finde, die zweite Liga steht uns gut.

Inzwischen verfasst dein Sohn ab und zu selbst Beiträge für den Blog. Ab wann war bei ihm eine Wahrnehmung da, dass du über ihn und eure Ausflüge schreibst? Hat er dazu eine Meinung?
Gemerkt hat er es sehr früh. Ich denke mit fünf oder sechs. Es gibt noch zahlreiche ältere Texte, die nie den Weg ins Blog schafften. Er sieht sich aber seit dem 05.06.2013 selbst als festen Bestandteil der Blogosphäre. Seit diesem Tag ist es eigentlich sein Blog, und ich darf da nur gelegentlich auch ein paar Zeilen hinterlassen. Er kennt ca. 80% der Texte, lediglich die Passagen, in denen ich auch über die Belastung, insbesondere für meine Frau, schreibe, enthalte ich ihm aktuell vor. Ich glaube, wir haben einen guten Mittelweg gefunden zwischen erschütternder Offenheit und einem gesunden Maß an Anonymität und Intimität. Aber er ist momentan unglücklich mit dem Medium. Er kann nicht so schnell schreiben, wie ihm die Gedanken in den Kopf schießen. Er würde lieber eine tägliche Periscope-Diskussion zum Tagesgeschehen führen oder podcasten. Das sei nicht so anstrengend, meint er.

Neben Fußball, Asperger und Groundhopping treibt dich aktuell besonders um, wie in Teilen Deutschlands mit Flüchtlingen umgegangen wird. Wie behandelst du das Thema als Vater mit deinen Kinder, wie sensibilisierst du sie?
Jay-Jay hat eine sehr ruppig-offene Art an sich. Er spricht geraderaus, wie und was er denkt. Es war sehr schmerzvoll, meinen Sohn zu diesem Thema Dinge sagen zu hören wie: „Na ja, wenn es ihnen nicht gefällt, dann können sie ja zuhause bleiben.“ Wir thematisierten dies sehr intensiv, zumal wir alles andere als eine arisch-doitsche Vorbildfamilie sind. Meine Frau ist Muslimin, so dass ich vielleicht auch grundsätzlich einen subjektiveren Blickwinkel habe, was den Umgang mit ausländischen Mitbürgern angeht. Jay-Jay hat, was seine Sensibilität gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe, anderen kulturellen Eigenarten, aber auch gegenüber schwächeren Menschen angeht, große Fortschritte gemacht. Heute kassiert seine Schwester schnell einen Einlauf, wenn sie es wagt, Jay-Jays Spielzeug zu benutzen, gleichzeitig erklärte er sich aber bereit, eben dieses Spielzeug für Kinder von Flüchtlingsfamilien zu spenden.

Einfach mal abschalten. (Fotos: privat)

Einfach mal abschalten. (Fotos: privat)

Du nutzt die Aufmerksamkeit, die dein Blog bekommt, momentan für eine besondere Aktion, um Geld für Flüchtlinge zu sammeln. Worum geht es dabei?
Nun ja, viele Kommentare in den sozialen Medien, aber selbst beim Metzger um die Ecke, zeigen plötzlich das völlige Versagen der Bildungspolitik der letzten zwanzig bis dreißig Jahre auf. Ich wollte einerseits auf die guten Menschen aufmerksam machen, die auffällig häufig Blogs betreiben. Das ist nicht verwunderlich, da das Problem des „Hau ap in dein land du asülant“-Kommentators meist umfangreich genug ist, um ihn am Schreiben längerer Texte zu hindern. Ich will es um Himmels willen nicht als Problem der mindergebildeten Bürger dieses Landes gewusst wissen. Die Masse an Verbreitung dumpfer Parolen und braunem Dreck werden aber nun einmal offen, penetrant und in großer Zahl über Facebook und Co. nicht vom Studenten mit abgeschlossenem Geschichtsstudium durchs Netz gejagt. Ich wollte dazu animieren, Blogtexte, gleich zu welchem Thema, öfter zu verbreiten, zu teilen. Da passiert teilweise noch zu wenig. Ich habe Blogs entdeckt, über deren Leserzahl ich sehr erstaunt bin. Da steckt teilweise so unfassbar viel Qualität drin, die es wert wäre, sie mehr zu verbreiten und demjenigen, der dort viel Arbeit hineinsteckt, zu einer größeren Reichweite zu verhelfen. Mir geht es da gar nicht um mein Blog, aber wenn man sich mal überlegt, was da an Zeit in die Podcasts und Blogs investiert wird, so kommt dann doch oftmals überraschend wenig Resonanz.

Wie genau willst du das ändern?
Um zur Verbreitung zu animieren, haben ein guter Freund und ich dazu aufgerufen, ältere Blogbeiträge des ganz persönlichen Lieblingsblogs erneut zu teilen und sie zusätzlich mit den Hashtags #refugeeswelcome und #blogthrowback zu versehen. Für jede Verbreitung nehmen wir 10 Cent von unserem Lottokonto und unterstützen damit zu Beginn des Winters das örtliche Flüchtlingsheim. Das wird ein böser Winter, und darauf kann man nicht früh genug aufmerksam machen. Daher läuft die Aktion bis Ende Oktober und wir deckeln sie erst bei 500€ oder eben 5.000 Verbreitungen. Durch die Thematisierung haben sich bereits weitere Spender gemeldet, andere wiederum sagten zu, sich in ihrer Stadt vor Ort nun auch engagieren zu wollen. Hat die Aktion geholfen, auch nur einen Menschen dazu zu bringen, sich gegen das, was uns nun an unverhohlenem Rassismus in Deutschland präsentiert wird, entgegen zu stellen, war es eine erfolgreiche Aktion.

Welchen alten Beitrag aus dem Wochenendrebell möchtest du den Lesern im Rahmen der Aktion abschließend gerne ans Herz legen?
Mmh, schwer. Die Geschmäcker sind verschieden. Einen guten Einblick in die Touren mit Jay-Jay bekommt man vielleicht mit diesem Text.

Vielen Dank für deine Zeit!
Ich habe zu danken.

Im siebten Teil von Nachgefragt bei… spreche ich mit Elke über ihr Meerblog. Ihr habt ein großartiges Projekt, über das ihr mit mir reden wollt? Dann schreibt mir doch eine Mail.