Mainz 05: Die weibliche Sicht

Ich habe in den zurückliegenden Wochen und Monaten kein Geheimnis daraus gemacht, dass aus meiner Sicht auch Frauen in die Gremien des 1. FSV Mainz 05 gehören. Die Frauenquote bleibt ein heiß diskutiertes Thema, das ich an dieser Stelle gar nicht mal aufmachen möchte. Aber ohne den weiblichen Blick auf die Dinge, vergibt sich der Verein echte Chancen.

Im Juni nun wird bei der Mitgliederversammlung der neue Aufsichtsrat gewählt, für den sich knapp 50 Leute beworben haben. Mit Sven Hieronymus hatte ich kürzlich bereits einen der promintenten Bewerber zu Gast, in der aktuellen Kolumne stelle ich am Mittwoch mit Cäcilia Alsfasser (GF Worf Glaskugeln) eine der weiblichen vor. Schon hier und heute gibt es die Outtakes zum Dreh.

Wortpiratin rot-weiß im Kloppomobil

Home and away, zwei Seiten, ein Kloppomobil. (Foto: Julian Rauch)

Home and away, zwei Seiten, ein Kloppomobil. (Foto: Julian Rauch)

Mit den drei Punkten zum Saisonabschluss hat es am letzten Spieltag in Köln ja bekanntlich nicht mehr geklappt, der Ausflug in die andere Domstadt war aber trotzdem jede Minute auf der Autobahn wert: Bereits vor dem Sommerkick von Karneval gegen Fastnacht habe ich mich mit Andreas Duesberg und seiner Frau Sabine getroffen. Die beiden sind Besitzer des in der Mainzer Heimat wohl bekannten Kloppomobils und tragen in ihrem bewohnbaren LKW den Namen des ehemaligen Trainers außerdem in die weite Welt. Der hat das bunt bemalte Zuhause auf Rädern dereinst selbst mit einer Flasche Aldi-Schampus getauft und die Duesbergs haben für Kloppo bis heute einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen.

Ein Großer verlässt die 05-Bühne

Als in der VIP-Loge der OPEL-Arena vor einigen Wochen die neue Fanabteilung vorgestellt wurde, da saßen in den Reihen der Zuhörer auch Harald Strutz und Peter Arens. Strutz, der die Planung der damals noch zu gründenden Abteilung seitens des Vereins begleitet und mitgetragen hatte, sprach an dem Abend einige Worte zu den anwesenden Fans.

Arens nickte dem alten Weggefährten aufmunternd zu, als der sich aufmachte zur Bühne. Und empfing ihn mit einem Lächeln, als er auf den Platz neben ihm zurückkehrte. Wie ein altes Ehepaar wirkten die beiden dabei. Der eine, dem die zärtliche Liebe der Fans bis ans Ende seiner und aller Tage gewiss ist. Der andere, der so viel davon in so kurzer Zeit verspielt hat. Und unwillkürlich fragte man sich da, wie die beiden wohl in den letzten Wochen über all diese Themen miteinander gesprochen haben. Was mag der eine dem anderen geraten, wie ihn unterstützt haben. Wie hat all das, was geschehen ist, auf Strutz und Arens als Team gewirkt? Und kurz fragte man sich da bange, ob es sein könnte, dass auch Peter Arens… Aber nein, undenkbar.

Heute nun ist dieser leise Verdacht am Ende der 05-Pressekonferenz leider bestätigt worden: Peter Arens wird in wenigen Wochen seine Arbeit in der Führung des Vereins beenden. Das ist ein wirklich trauriger Tag für den Verein. Peter Arens ist emotional nicht zu ersetzen. Er wird unglaublich fehlen. Und es ist schade, dass die letzte Heimpartie der Saison bereits gespielt ist und so keine Möglichkeit besteht, ihm zum Saisonende noch den großen Abschied zu geben, den er verdient hatte. Das allerdings macht den Zeitpunkt der Bekanntgabe wieder: typisch Peter Arens. Dank, der nicht in Worte zu fassen ist, möge ihn begleiten.

Lieber Peter Arens, Sie werden sehr fehlen.

Viel mehr als Fußball: Zwei neue 05-Videokolumnen

Tu Gutes und sprich nicht darüber
CSR, diese drei Buchstaben stehen für „Corporate Social Responsibility“. Dabei geht es, so viel lässt die Übersetzung erahnen, um Unternehmensverantwortung, mehr noch: „Was gibt man als Unternehmen an die Gesellschaft weiter durch sein Handeln“, erklärt 05-Bereichsleiterin Stefanie Reuter. Darüber dann möglichst viel zu reden, scheint zunächst naheliegend, aber: „Gerade bei Mainz 05 hilft e.V. ist es uns oft wichtiger, sensible Themen auch so zu behandeln, abseits der Öffentlichkeit.“ – Für die Videokolumne habe ich mit Stefanie Reuter über die Arbeit neben dem Sport beim FSV gesprochen.
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Nicht auf illegale Fackeln reduzieren
Man dürfe die positive Arbeit der Fanszenen wegen bestehender Probleme nicht einfach unter den Tisch fallen lassen oder als selbstverständlich begreifen: „Was da an Support passiert, wie viele Kilometer die Fans jedes Wochenende zurücklegen und was sie an sozialer Arbeit leisten, das ist einfach stark.“ Deshalb sei es bei allen Schwierigkeiten wichtig, in und mit der Szene im Dialog zu bleiben und alle Fans in die Arbeit der neuen Abteilung einzubinden – und wer sollte das besser wissen als einer, der selbst seit 20 Jahren für den Verein lebt. – Einer wie Alex Schulz also, den ich für die Kolumne getroffen habe.
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Rasenfunk: 31. Spieltag

Sorry, Mergim! (Foto: Rasenfunk)

„Ungemütlich wird es für so manchen Verein mit jedem Spieltag, den es weniger zu spielen gibt in dieser Saison. Eine Phalanx aus Hamburg, Wolfsburg und Mainz steht mit 33 Pünktchen hinten drin und hofft sich rauskämpfen zu können – oder rauszustürmen? Augsburg und Leverkusen wollen nicht abrutschen und Ingolstadt pubertiert ein bisschen rum.“ – So beschreibt Max Ost die aktuelle Tabellensitation. Mit ihm und Karsten Jahn habe ich im wunderbaren Rasenfunk über den 31. Spieltag philosophiert.

Hat Spaß gemacht, danke für die Einladung!