05-Liebe (3) | Dann kommt die Flut: Liebesgeschichten

Das hier ist für alle, die FÜR etwas sind – nämlich unsere 05er –, und die das auch zeigen möchten. Lasst uns das Netz mit ganz viel Liebe für den Verein fluten. Lasst uns laut sein gegen die negative Stimmung. Lasst uns wieder fest zusammenstehen. #05liebe

31.08.2012 (Spätzünder!) Mainz gegen Greuther Fürth. Felix Klaus trifft für unseren Gegner, die am Ende glücklich gewinnen. Stimmung top, Stadion top (leider nicht der Bruchweg), Jenny fand’s toll und war seitdem in Love mit ihrem Fußballsportverein. #05liebe
[Jenny]

Ich weiß leider nicht mehr, welches Spiel das war, aber Kloppo kam nach dem Spiel unter der alten Haupttribüne raus und hatte das Schiri-Trikot an und die gelbe-rote Karte in der Hand. Insta #05Liebe und ein bisschen Kloppo-Liebe auch…
[AjnorRethcotrebuär]

Kloppo-Abschied auf dem Theaterplatz: Letztes Bruchwegspiel gegen St. Pauli und deren Verabschiedung in die 2. Liga. Wir haben vom King-Park-Center zugehört. Sowas kann nur #Mainz05… #05liebe
[Queen_Lisl]

Yes, it's love. (Foto: Micha Fink)

Yes, it’s love. (Foto: Micha Fink)

Es ist 15.15 Uhr, samstags, Du stehst am Bruchweg kurz vor der Eingangskontrolle und die Meute im Stadion singt schon den Rosenmontag. Gänsehaut pur.
[Nope]

Mein erstes Stadion-Spiel war erst 01/02 gegen Fürth. Vorletzter Spieltag, den Aufstieg vor Augen. Am Mainzer Bahnhof angekommen stellte ich fest, dass ich meine Eintrittskarte vergessen hatte. Enttäuscht dennoch zum Stadion – und auf dem Weg verkaufte einer seine zum EK-Preis. #05liebe
[RuudF]

30.11.2001 – Mainz vs. Duisburg. Mein Onkel gab mir seine Dauerkarte, die er für einen Handyvertrag, den er bei Media Markt abgeschlossen hat, dazubekam. Mainz liegt 3:1 zurück, geht 4:3 in Führung ehe Vroni eine Legendäre Mittelfeldvorlage zum Gegner gab – da war’s passiert. #05liebe
[Arthur Spooner]

Fühle mich einsam. Friere im Frühling. Fürchte mich. Faste für mehr Fitness. Fange ein neues Leben an, vermisse mein altes. Fliehe vor alldem. Fasse mir ans Herz, feiere Fußball: „Faust hoch.“ Für den Verein, für Emotionen, für friedlichen Fight, für #05liebe, die uns erfüllt.
[Susi Weiland mit Y]

05-Liebe (2) | Heile, heile Gänsje

Das hier ist für alle, die FÜR etwas sind – nämlich unsere 05er –, und die das auch zeigen möchten. Lasst uns das Netz mit ganz viel Liebe für den Verein fluten. Lasst uns laut sein gegen die negative Stimmung. Lasst uns wieder fest zusammenstehen. #05liebe

Neulich begegnete mir der Begriff Resilienz. Er bezeichnet die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus diesen hervorzugehen. Das Sprichwort „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“ bringt das Prinzip auf den Punkt. Man kann sich aber auch die Geschichte von Mainz anschauen, um zu verstehen, was Resilienz bedeutet. Unsere Stadt wurde belagert, besetzt, zerbombt, die Mainzer hatten Kriege, Pest und Hochwasser zu ertragen, sogar der Dom brannte vor seiner Einweihung ab.

Man weiß in dieser Stadt wie in kaum einer anderen, dass trotz aller Tragödien das Leben weitergeht, dass es wieder gut wird, dass auch morgen und übermorgen Rhein und Wein fließen werden, dass Mainz Mainz bleibt wie’s singt und lacht. Dieses Lebensgefühl findet seinen Ausdruck in der Fastnacht – und es spiegelt sich wider in Mainz 05.

Jürgen Klopp war 2003 schon lange genug in Mainz, um das verinnerlicht zu haben, als er nach dem erneut knapp verpassten Aufstieg seine legendäre Rede auf dem Theaterbalkon hielt: „Wenn man zweimal, dreimal, viermal hin­gefal­len ist, dann gibt es keine bessere Stadt als diese hier, um immer wieder auf­zuste­hen.“ Und genau das taten die Mainzer.

Eine Saison später wurde der Traum von der Bundesliga wahr. Drei Jahre lang durfte der FSV dort spielen, sogar europäisch, ehe es wieder nach unten ging. „Wir kommen wieder, keine Frage“, versprach Kloppo nach dem Abstieg vom Rasen des Bruchwegstadions. Und wieder sollte er Recht behalten, wenn auch die Rückkehr ins Oberhaus erst nach seinem eigenen Abgang gelang.

Gaensje

Seitdem hat der Verein zuvor Undenkbares erlebt und geleistet, Spieler entwickelt und für viel Geld weiterverkauft, Trainern zum Durchbruch verholfen, ein neues Stadion bezogen, in der Europa League gespielt und bis zum 21. Spieltag der Saison 2017/18 nie wieder auf einem Abstiegsplatz gestanden. Aus Mainz 05 ist ein etablierter Bundesligist geworden, der – mit zwar immer noch bescheidenen Mitteln – auf der großen Fußballbühne mitspielt. So weit, so bekannt.

Aber zurück zum Thema Resilienz. Der Zusammenhang, in dem mir das Wort erschien, war ein Artikel über das Phänomen der in Deutschland stärker als in vielen anderen Ländern verbreiteten Angst vor der Zukunft. Nun ist die „German angst“ kein neues Phänomen, aber dass ausgerechnet in Zeiten, in denen es einem Großteil der Deutschen im Vergleich zu den allermeisten anderen Menschen auf der Erde verhältnismäßig gut geht, die Angst vor sozialem Abstieg, Klimawandel, vor Terror und Glyphosat hierzulande besonders ausgeprägt ist, lässt einen stutzen.

Einige Soziologen erklären das damit, dass die Resilienz der deutschen Gesellschaft schon lange nicht mehr auf die Probe gestellt wurde. Der letzte Hungerwinter, der letzte Krieg, die Hyperinflation, das alles ist ein Menschenleben her. Das Land ist wohlhabend geworden, auch hier und da ein bisschen träge. Man muss schon lange nicht mehr zusammenrücken, um zu überleben, Individualität steht höher im Kurs als die Gemeinschaft, Risse tun sich auf im Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Und hier musste ich an die Situation von Mainz 05 denken: Die großen Dramen liegen lange zurück, im schnelllebigen Fußballgeschäft fast eine Ewigkeit. Kein Spieler von damals steht mehr auf dem Platz und auch der eine oder andere Fan hat sich längst neuen Lebensinhalten zugewandt.

Nur wenige scheinen noch zu wissen, welcher Anstrengung es bedarf, unseren Verein in die Bundesliga zu bringen und dort zu halten. Dass dazu alle – Spieler, Trainer, Verein, Fans – zusammenstehen müssen. Dass krisenfreie Jahre nicht normal sind, sondern Ergebnis einer außergewöhnlichen Leistung. Und dass Teil davon zu sein der geilste Grund überhaupt ist, ins Stadion zu gehen. Sandro Schwarz beschwor es vor dem Spiel gegen Stuttgart: „Es gilt, die Dinge gemeinsam anzugehen – und Spaß dabei zu haben.“ Und er hat Recht!

Wahrscheinlich reicht es dann noch in dieser Saison zum Klassenerhalt. Und wenn am Ende mal wieder der Umweg über die 2. Liga genommen werden muss? Was bitte soll uns daran schrecken? Wir sind Mainzer! Einer der großen Fastnachter dieser Stadt hat es einst gesungen: „Heile, heile Gänsje / Es is bald widder gut.“

[Text und Foto: Oli Heil]

05-Liebe (1) | Couldn’t be much more from the heart

Das hier ist für alle, die FÜR etwas sind – nämlich unsere 05er –, und die das auch zeigen möchten. Lasst uns das Netz mit ganz viel Liebe für den Verein fluten. Lasst uns laut sein gegen die negative Stimmung. Lasst uns wieder fest zusammenstehen. #05liebe

Du bangst, zitterst, hoffst, freust, ärgerst, lobst, zweifelst, schimpfst, kritisierst, jubelst und rückst zusammen! Du bist 05er! Das ist Mainz! Das ist unsere 05er Familie! Immer!
[Micha Fink]

Queen Lisl: Weil's einfach so ist!

Queen Lisl: Weil’s einfach so ist!

Als Mainz 05-Fan und Grundschullehrer in der osthessischen Provinz vergeht bei mir fast kein Tag, an dem ich für die Schülerinnen, Schüler und Eltern nicht als Freund von Rot-Weiß erkennbar bin: An irgendeinem Kleidungsstück wird schon immer das Mainz-Logo zu sehen sein. Und spätestens bei den Einträgen in die BVB- oder Bayern München-Freundebücher der Mainstream-Dritt-und-Viertklässler mache ich mir erst recht einen Spaß daraus, Werbung für Mainz zu machen.

Was ich dabei meistens erlebe ist, dass die Fußball-Jungs es dann nicht etwa auf Konfrontation anlegen, sondern mir immer wieder sagen: „Mainz – das geht voll in Ordnung. Die sind ja auch ein netter Verein.“ Und mit einem High-Five gebe ich dann gerne fröhlich zu verstehen, dass mich solch eine Aussage freut. Und das ist doch auch das ganz große Pfund, mit dem Mainz 05 immer wieder wuchern sollte: Wir werden als nette, sympathische Truppe wahrgenommen, in der der Spaß am Sport und die Identifikation mit einer Mannschaft eben doch noch mehr im Mittelpunkt steht.

Gerade jetzt – kurz nach dem Schließen des Transferfensters – fällt doch auf, dass eine Spieleridentifikation bei den großen Vereinen extrem schwierig ist. Diese wahnsinnig rasante Fluktuation der Stars wird den Fußball irgendwann noch ganz kaputt machen. Und genau das ist in Mainz eben noch ein bisschen anders, zum Glück! Und weil die Fans in Mainz extrem viel Sinn für Humor haben und sympathisch rüberkommen, wünschen sich sicherlich auch viele Fans der großen Mannschaften, dass Mainz auch weiterhin ein fester Bestandteil der Bundesliga bleibt!
[Stefan Kasper]

Mainz 05: Das Netz mit Liebe fluten

Letztlich kommen die großen Weisheiten des Lebens doch alle als Song daher – oder zumindest während eines Konzertes. Zum Beispiel bei Kettcar, die am Freitagabend im Schlachthof darauf hingewiesen haben, wie wichtig es sei, öfter mal für etwas zu sein. Im Sinne von, statt immer nur dagegen.

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Liebe ist... (Foto: WP)

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Liebe ist… (Foto: WP)

Einen Abend später saß Eintracht-Präsident Peter Fischer im Sportstudio und musste sich dort teils sehr seltsame Fragen gefallen lassen, weil er für seine Satzung kämpft, in der Rassismus und Ausgrenzung – zum Glück – keinen Platz haben. Klar, deswegen ist er gegen die AfD (und andere rechte Spinner). Aber wer den positiven und wichtigen Grundgedanken hinter seinen aktuellen Auftritten nicht sieht, über den kann ich persönlich nur den Kopf schütteln. Im Internet tobte anschließend der wütende braune Mob darüber, dass Fischer im ZDF überhaupt eine Plattform bekommen hatte. Und ich habe mich gefragt: Sind das wirklich so viele – oder sind die nur so laut.

Und hier kommt endlich der Bogen zu Mainz 05. In den letzten Tagen und Wochen ist viel darüber gesprochen worden, wie die Stimmung rund um den Verein kippt. Auch ich habe mit dem Thema in meiner letzten Kolumne gehadert: Im Internet werden regelmäig die Köpfe von Sandro Schwarz und Rouven Schröder gefordert, auch in der Stadt ist diese bedingungslose Unterstützung, die uns mal ausgemacht hat, immer seltener zu spüren… Woran liegt das eigentlich? Sind vielleicht auch hier in Mainz die Kritiker einfach lauter als die Befürworter?

Nur 111 Gründe? Wir finden mehr! (Foto: Fotofarmer Mainz)

Nur 111 Gründe? Wir finden mehr! (Foto: Fotofarmer Mainz)

Das hier geht deswegen an alle, die für etwas sind – nämlich unsere 05er – und die das auch zeigen möchten. Lasst uns das Netz mit ganz viel Liebe für unseren Verein fluten. Wer Lust hat, kann mir an flaschenpost@wortpiratin.de einen Text darüber schicken, warum Mainz so besonders ist, was seine Liebe zum Verein ausmacht und wieso wir auch diese Saison die Kurve kriegen werden. Ich veröffentliche die nach und nach hier im Blog. Und wer selbst bloggt, kann mir gerne den Link zu seinem Text schicken, ich teile den auf Facebook und Twitter.

Wenn ihr selbst die Texte in den sozialen Netzwerken teilt, nutzt bitte den Hashtag #05liebe, damit sie darüber alle aufzufinden sind. Lasst uns laut sein gegen die negative Stimmung, lasst uns wieder fest zusammenstehen. Wer weiß, vielleicht gibt’s am Ende eine Sonder-TORToUR mit allen Texten. Oder ich lade jemanden mit einer besonders schönen Geschichte in die Videokolumne ein. So oder so, das wird groß. Zumindest, wenn ihr alle dabei seid.

#05liebe
#nurderfsv
#mainzbleibt1

Mutti, das Kind ist… in der SWR Landesschau: Persönlich

Im Spätherbst 2016 hat der großartige SWR-Kollege Stefan Keber mich gefragt, ob ich Lust hätte, ein „Persönlich“ für die Landesschau Rheinland-Pfalz mit ihm zu drehen. Bei diesem Format geht es unter anderem um Stärken, Schwächen und einen Wendepunkt im Leben der Porträtierten. Ich bin bei Anfragen, die mich selbst in den Mittelpunkt stellen, immer etwas zögerlich, denn diese Rolle ist natürlich ungewohnt für mich. Bei Stefan weiß ich mich aber in sehr guten Händen, deswegen habe ich gerne zugesagt. (Tipp: Er hat die tolle Dokumentation „Fußballfieber“ über die Geschichte von Mainz 05 gemacht). Auf dem Rückweg von einem Dreh hat er in jenem November einen Stopp beim Weingut Dr. Hinkel eingelegt, wo ich in dem Jahr im Rahmen von „Rheinhessen liest“ zu Gast war. Den eigentlichen Drehtag, den wir für Anfang Dezember geplant hatten, musste ich ihm dann leider absagen, weil meine zwickende Bandscheibe dazwischen kam.

SWR

Bis wir tatsächlich drehen konnten, ist ein ganzes Jahr vergangen, weil wir beide an der Idee von der Passage beim Boxtraining hingen und der Wiedereinstieg sich gezogen hat. Nun bin ich nicht nur längst wieder auf den Beinen, das Jahr 2017 ist durch die Hochzeit im Mai zudem zu einem unfassbar schönen und bedeutenden für mich geworden. So ist das Porträt sicher nochmal anderes geworden, als es vor einem Jahr der Fall gewesen wäre, und die Verschiebung hat irgendwie ihr Gutes. Am 1. Februar nun läuft der Beitrag in der Landesschau. Er begleitet mich an den Bruchweg, bei der Arbeit und zum Training, vor allem aber hat Stefan es bemerkenswert gut geschafft, dass ich mich mit dem, was er aus dem Dreh in den Beitrag verwoben hat, wohlfühle. Tausend Dank!

Was aber immer zurückbleibt, wenn ich aus der Rolle der Erzählerin in die derjenigen schlüpfe, die porträtiert wird, ist der Wunsch, mich mit zärtlich flüsternd bei der Stadt zu entschuldigen, in der ich seit fast zwei Jahren zuhause bin: Wiesbaden. Ich verstehe, dass diese Tatsache für meine 05-Geschichte keinen erzählerischen Wert hat, aber emotional ist es ein bisschen kompliziert, und das umso mehr, je länger ich hier lebe. Ja, Mainz, das war Liebe auf den ersten Blick.

Die Stadt hat mich aufgenommen, als ich eine Heimat mehr als alles andere brauchte. Hier sind wunderbare Dinge passiert. Ich verbringe alleine durch meinen Job nach wie vor sehr viel Zeit dort. Sie wird immer ein Teil von mir bleiben, denn dorthin zu gehen war eben der beschriebene Wendepunkt. Und ohne Mainz wäre ich vermutlich niemals nach Wiesbaden gekommen, denn auch meinen Mann habe ich in Mainz kennengelernt. Aber mein Zuhause ist heute Wiesbaden – das hat eine Bedeutung, einen Wert für mich. Ich fühle mich beiden Städten sehr verbunden und das erfüllt mich mit großem Glück. So reich beschenkt zu sein, das ist nicht selbstverständlich.