05-Gegnerbetrachtung: Den VfB-Brustring eng schnüren

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Diesmal beantwortet Jannick von Rund um den Brustring meine Fragen zum kriselnden VfB.

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Hallo Jannick, du schreibst und podcastest bei Rund um den Brustring zusammen mit vier KollegInnen über den VfB Stuttgart. Wie häufig veröffentlicht und sendet ihr? Habt ihr feste Formate? Und wie organisiert ihr euch untereinander? (Und wie überlebst du als Fußballfan eigentlich ohne Twitter-Account? Ich dachte, sowas gibt es gar nicht.)

15781262_1408290589195078_5620868780721062921_nServus Mara, erst einmal vielen Dank für deine Einladung. Wir nehmen alle zwei Wochen während der Saison einen Podcast auf. Geschriebene Berichte erscheinen nach jedem Spieltag. Zu aktuellen Themen rund um den Verein, wie zum Beispiel Transfers, auch in kürzeren Abständen. Unter anderem ist Lennart auch bei Amazon diese Saison als „VfB-Reporter“ nach den Spielen zu hören. Dies wird dann auch auf unserer Seite verlinkt. Des Weiteren gibt es auch mal ein „Special“, wie den doch sehr lesenswerten Hinrundenrückblick meiner Kollegin Jenni. Untereinander organisieren wir uns, da wir alle verteilt über den Südwesten leben, über soziale Netzwerke Whatsapp, Skype, Facebook – oder auch mal klassisch übers Telefon. Und ja, meine Kollegen haben das (mit Twitter) auch schon angemahnt. Irgendwie bin ich bisher um diesen „Twitterhype“ ganz gut rumgekommen, indem ich mir meine Infos für das Fandasein und Podcasten über andere Quellen wie verschiedenen Apps, Facebook oder Transfermarkt einhole. Und außerdem besitze ich auch noch, ganz old school, ein Kicker Print-Abo.

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In der Rückrunde habt ihr mit drei weiteren Fan-Podcasts die Viererkette veröffentlicht, angekündigt als größten VfB Stuttgart-Podcast aller Zeiten. Wer ist auf die Idee gekommen, die Kräfte hierfür zu bündeln? Wie kam das Experiment bei den HörerInnen an? Und wie bewertest du es in der Rückschau?

Die Idee für solch ein Projekt kam in einem Gespräch mit den Verantwortlichen der anderen Podcasts auf. Man kam da recht schnell auf einen gemeinsamen Nenner und sie war geboren. Die Hörer, mit denen ich gesprochen und kommuniziert habe, waren sehr positiv angetan! Besonders aufgrund der geballten Meinungsvielfalt. Auch fanden Sie, dass – trotz der schwierigen Situation rund um den VfB – in dieser Aufnahme die Objektivität gewahrt wurde. Das kann ich, obwohl ich leider hier nicht aktiv mitwirken konnte, ebenfalls bestätigen und so unterschreiben.

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Hinter jedem Podcaster/Blogger steht natürlich eine persönliche Fangeschichte. Wie lautet deine?

Wenn du hier in der Region aufwächst (Böblingen, circa 30 km vom Stadion entfernt), kommst du an diesem Verein gar nicht vorbei. Dennoch gibt es bei mir auch eine Initialzündung, ausgelöst, wie bei den Meisten, durch den Vater: Meine Fangeschichte beginnt im Herbst 2003, als ich quasi heimlich mit Hilfe meines Vaters (ebenfalls seit vielen Jahren VfB-Fan) das Champions-League Spiel gegen Manchester United im Fernsehen schauen durfte. Davor hatte ich bereits schon sporadisch den VfB, so gut es damals ging, verfolgt, meistens am Samstagnachmittag übers Radio. Das besagte Spiel gewann der VfB bekanntermaßen völlig überraschend 2:1! Es wird heute noch von vielen Fans als das beste Spiel aller Zeiten gesehen. Nach dem ich schon zuvor gewisse Sympathien gehegt hatte, war nach Werner Hanschs legendärem Jubel am Mikro („Ein bisschen Wiesenromantik“) klar, dass der VfB mein Verein ist! Es sollte aber dennoch 3 Jahre dauern, bis ich dann endlich zu meinem ersten Spiel ins Stadion gehen durfte. Das war das zweite Heimspiel gegen Dortmund in der Meistersaison 2006/2007. Man muss sagen, ich hatte in meinen ersten Fanjahren sehr viel Glück und Freude mit dem VfB!

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In der Kurzbiografie auf eurer Homepage ist über dich zu lesen, dass du es dir zur Aufgabe gemacht hast, „die Historie des Vereins, aber auch der Fankultur genauer zu ergründen“. Was reizt dich an gerade diesen Themen und welche Erkenntnisse hat die Beschäftigung schon zutage befördert?

Ich habe mich schon in der Schule sehr für Geschichte interessiert. Geschichte ist ja mehr als nur irgendwelche Fakten, finde ich. Sie ist vor allem Identität und hat in ihren verschiedenen Stationen den Verein zu dem gemacht, was er jetzt ist. Eben das zu ergründen und die Auswirkungen auf die heutige Zeit, finde ich sehr spannend. Man findet dabei auch immer wieder Neues heraus und lernt sehr viel über seinen Verein! Auch finde ich es wichtig, besonders den jüngeren Fans – zu denen ich ja gehöre – die Historie nahe zu bringen, damit sie diese verstehen und ein Stück weit auch verinnerlichen. Besonders letztes Jahr, als wir 125 Jahre VfB gefeiert haben! Und vor allem in der heutigen Zeit der Kommerzialisierung. So geht auch die Bodenhaftung nicht verloren!
Wenn man sich mit der Geschichte eines Vereins wie dem VfB beschäftigt, muss man natürlich auch die Fankultur mit in Betracht ziehen. Das ist quasi „unsere eigene Geschichte“. Auch aus gesellschaftsgeschichtlicher Sicht, von klassischen Fans, über „Kutten“, Hools, und letztendlich zu Ultras, der momentan größten Jugendbewegung in Deutschlands. Zutage gefördert wurden zum Beispiel kleinere Anekdoten von Zeitzeugen aus den goldenen 50ern, als der VfB zwei Mal Deutscher Meister und zwei Mal Pokalsieger wurde. Wie die Mannschaft in Stuttgart empfangen wurde, wie man sich als kleiner Junge unter dem Mantel des Vaters damals ins Stadion schleichen konnte. Ich finde, genau diese Geschichten, diese kleinen Auszüge, machen doch einen Verein letzten Endes so liebenswert. Aber auch düstere Kapitel, wie das damals sehr aufgeschlossene Verhältnis zum NS-Regime, welches der VfB in einem eigenen Buch, mit Hilfe eines Historikers aufgearbeitet hat.

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Lange gehörte der VfB wie Mainz 05 zur Riege der letzten reinen Fußballvereine. Seit 2017 ist damit Schluss, die Lizenzspielerabteilung wurde ausgegliedert. Wie war deine Meinung vor der Ausgliederung, hat sich daran seit der Umsetzung etwas geändert und was hat sich im Fußballbereich des VFB seither getan? Sehen die Macher selbst eine Erfolgsgeschichte?

Ich war davor und bin jetzt danach prinzipiell für die Ausgliederung, da sich die Zeiten im Profifußball leider insofern geändert haben, als es ohne diese Öffnung für potenzielle Investoren kaum noch möglich ist, konkurrenzfähig zu sein. Die Frage ist nur das Wie. Da gibt es ja verschiedene Rechtsformen und Möglichkeiten, bei uns wurde die AG ausgewählt, und auch als einziges Mittel der Wahl propagiert, was meiner Meinung nach zu dieser teilweise doch scharfen Atmosphäre zwischen den Lagern innerhalb der Fanszene geführt hat. Dieser Bruch ist leider bis heute noch nicht richtig gekittet.
Nun, die Umsetzung des Projektes startete recht bescheiden, bald waren zwei der „Gesichter“ dieser Kampagne, nämlich Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf, nicht mehr im Amt. Ich möchte jetzt nicht polemisch werden, aber bisher bin ich doch etwas enttäuscht. Der erste große Investor war Daimler, welcher mit einer Summe von knapp 41,5 Millionen Euro einstieg. Dieses Geld wurde in Transfers, unter anderem in diesem Sommer und Winter, gesteckt – bekanntermaßen bisher keine Erfolgsstory. Ein weiterer Teil ging in die Förderung des Nachwuchsbereiches und soll weiterhin für dessen Entwicklung genutzt werden. Auch wurde davor bereits unser Nachwuchsleistungszentrum ausgebaut. Die Förderung dieser sehr wichtigen Säule des Vereins sehe ich bisher als einzigen positiven Punkt. VfB-Präsident Wolfgang Dietrich als Schirmherr dieser Kampagne sieht der Zukunft sehr positiv entgegen und ist auch nach wie vor überzeugt davon. Zu mindestens gibt er dies öffentlich so weiter. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und ob die momentan handelnden Personen die Früchte, die Sie versprochen haben, ernten dürfen.

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Die Hinserie des VfB verlief alles andere als planmäßig. Letztlich musste der Verein mit nur 14 Punkten auf dem Relegationsplatz überwintern. Worin siehst du die größten Probleme der Hinrunde und war der Trainerwechsel die richtige Entscheidung?

Spulen wir mal etwas zurück, in die Zeit vor Saisonbeginn. Man hatte noch vor Beginn der Vorbereitung den Kader soweit beisammen: Namhafte erfahrene Spieler wie Gonzalo Castro (über 370 Bundesligaspiele) oder auch unser verlorener Sohn Daniel Didavi wurden verpflichtet. Dazu kamen noch hochtalentierte Spieler aus dem Ausland dazu, wie zum Beispiel Pablo Maffeo oder auch Borna Sosa. Dazu die Vertragsverlängerung mit Holger Badstuber, welcher einer der Schlüsselspieler in der abgelaufenen Saison war. Viele waren sich einig, das kann etwas werden. Auf dem Papier stand da eine richtig gute Bundesliga-Mannschaft. Eine riesige Euphorie machte sich breit im Umfeld. Äußerlich ließen sich die Mannschaft und die Verantwortlichen nichts anmerken. Dann ging es los, wir flogen aus dem Pokal, das Unheil nahm seinen Lauf. Achtung, jetzt wird’s metaphorisch. Es braute sich ein ganz ungutes Gemisch zusammen, bestehend aus folgenden Zutaten: 1. Der falsche Trainer für das geplante Spielsystem (Trotzdem an dieser Stelle, Danke Tayfun Korkut! Und um auf deine Frage zu antworten: Ja, der Trainerwechsel war richtig! Hier muss aber auch nochmals die Art und Weise der Entlassung stark hinterfragt werden!) 2. Eventuell eine falsche Erwartungshaltung innerhalb der Mannschaft. 3. Teilweise eine falsche Einstellung auf dem Platz. Dazu kommen dann noch spieltechnische Faktoren: fehlende Durchschlagskraft in der Offensive, eine mangelhafte Defensive, Verletzungspech und Spieler, welcher ihr Potenzial nicht auf den Platz bekommen haben, was zu einem eklatanten Qualitätsmangel geführt hat. Leider kommen einem als VfB Fan diese Punkte aus den letzten Jahren sehr bekannt vor!

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Markus Weinzierl ist trotz reichlicher Vorschusslorbeeren durch Michael Reschke auch nicht mit dem erhofften Erfolg gestartet. War das Pech, Unvermögen, die Schuld der Mannschaft oder eine Mischung aus allem? Wie viele Hoffnungen setzt du in ihn als Trainer?

Nun ja, Weinzierl kam und musste binnen weniger Tage eine verunsicherte Mannschaft gegen den damals noch ungeschlagenen Tabellenführer Borussia Dortmund aufstellen. Danach folgten ein Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim und eine Woche später empfing man zuhause Eintracht Frankfurt. Alle drei Spiele gegen diese Top-Mannschaften verlor man sehr deutlich, was dann eben auch nochmals offenbarte, dass die momentane Qualität der Spieler nicht für höhere Ziele ausreicht. Dann, muss man allerdings sagen, fing sich die Mannschaft so ein bisschen. Man gewann auswärts überzeugend gegen Nürnberg, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, verlor aber im Gegenzug wieder bei Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel (Gladbach, Leverkusen, Wolfsburg). Unterm Strich war es wieder eine Mischung aus den genannten negativen Faktoren. Ich setze sehr viel Hoffnung in Weinzierl, da ich von ihm als Trainer schon vor seinem Amtsantritt durchaus überzeugt war. Er hat in Augsburg bewiesen, dass er das absolute Maximum aus einer Mannschaft herauskitzeln kann. Auch sehe ich ihn als taktisch sehr versiert an, mit einem Händchen für junge Spieler. Man hat auch den Eindruck, dass er eine durchaus sehr positive Energie auf die Mannschaft ausstrahlt. Diese Einschätzung hat sich auch bei meinem letzten Trainingsbesuch bestätigt.

Die Auswärtspleite der 05er aus der Vorsaison soll sich, wenn es nach den Mainzern geht, nicht wiederholen. (Foto: Rheinhessen on Tour)

Die Auswärtspleite der 05er aus der Vorsaison soll sich, wenn es nach den Mainzern geht, nicht wiederholen. (Foto: Rheinhessen on Tour)

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In der Winterpause wurde verkündet, dass Benjamin Pavard (der am Wochenende gegen Mainz vermutlich verletzungsbedingt fehlen wird) im Sommer zu den Bayern wechselt. Schmerzt der Abgang den Verein, oder sind die 35 Millionen kolportierte Ablöse ein guter Deal für den VfB? Ist schon Ersatz für den Weltmeister-Verteidiger in Sicht?

Sicherlich schmerzt es, wenn ein solch herausragender Spieler wie Benji geht. Wobei man sich ja in diesem Fall darauf einstellen konnte, denn nach seiner starken Leistung bei der WM war der Abgang quasi schon beschlossene Sache und nur noch eine Frage der Zeit. So ist das Geschäft, und ich kann durchaus verstehen, dass ein Spieler mit solch großem Potenzial nach Höherem strebt. Dass es dann ausgerechnet die Bayern sind, ist nicht ganz so einfach für den leidenschaftlichen Brustingträger. Genauso hat die durchaus aus meiner Sicht gefahrene Ego-Schiene bei der Verkündung des Transfers durch „Brazzo“ ein Gschmäckle, wie man bei uns im Ländle sagt. Die 35 Millionen sind durchaus ein brauchbares Trostpflaster, das aber bei einem Verkauf im Sommer oder jetzt sicherlich höher ausfallen würde. Wie ich gelesen habe, wären die Bayern einem Wintertransfer nicht abgeneigt. Warten wir mal die nächsten Tage noch ab …
Der Nachfolger wurde ganz frisch vor ein paar Stunden präsentiert: Mit Ozan Kabak (18) wechselt eines der momentan begehrtesten Talente im europäischen Fußball zu uns nach Cannstatt und unterschreibt einen Vertrag bis 2024. Er spielt wie Pavard auf der Innenverteidiger Position, hat in dieser Saison sein Debüt in Süper Lig und Champions-Legaue gefeiert. In der Türkei wird er als kommender A-Nationalspieler gesehen, in der U-18 ist er bereits Stammspieler. Sicherlich eine Investition in die Zukunft, die ihre Nachhaltigkeit letztendlich auch unter Beweis stellen muss. Der Spieler hat meiner Meinung nach auf jeden Fall das Zeug dazu, ein würdiger Nachfolger von Pavard zu werden. Gleichzeitig stellt man einen neuen Transferrekord auf: 11,5 Millionen hat man vom Neckar an den Bosporus zu Galatasaray Istanbul überwiesen. Dies zeigt vielleicht auch nochmals, welcher Druck bei den Verantwortlichen lastete, eine solch große Summe im Winter aufzubringen.

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Für die Rückrunde wurden zuvor bereits Alexander Esswein und Steven Zuber geliehen. Wie sehr können die beiden tatsächlich helfen? Und was hältst du grundsätzlich von den Leihen? So richtig in die Zukunft des Kaders wurde in der Pause (neben Kabak) ja nicht investiert. Wie ist generell deine Meinung zu Michael Reschke?

Ich denke, kurzfristig gesehen können beide die Durchschlagskraft in der Offensive erhöhen und auch Weinzierl mehr Spielraum und Flexibilität ermöglichen. Auch entsteht so eine neue Konkurrenzsituation, welche bei den vorhandenen Spielern noch die letzten fehlenden Prozent herauskitzelt. Wie sehr Sie dann beide tatsächlich helfen in Form von Toren und Scorerpunkten, bleibt abzuwarten, da lehne ich mich nach dem Sommer nicht mehr zu sehr aus dem Fenster. Positiv zu sehen ist, dass beide Spieler bereits Erfahrung in der Bundesliga vorweisen, und somit auch keine lange Eingewöhnungszeit benötigen. Dass der Wintertransfermarkt immer sehr schwierig ist, speziell für Vereine wie uns, ist ja kein großes Geheimnis. Wir waren ja an vielen dran, unter anderem auch Hermann von Gladbach oder Solanke, wo es dann letztendlich nicht geklappt hat. Bei Esswein haben wir eine Kaufoption eingebaut. Bei Zuber war es leider aufgrund seines noch laufenden Vertrages bis 2020 erstmal nicht möglich. Natürlich wäre es schöner, Planungssicherheit zu haben, da aber erst einmal der Saisonverlauf abgewartet werden muss, ist die Leihe ein durchaus sinnvolles Werkzeug, um kurzfristig seine neu gesteckten Ziele zu erreichen.
Mit Kabak geht man ja schon in die Richtung Zukunft des Kaders. Des Weiteren haben wir zwei Jungs aus der eigenen Jugend, Aidonis und Dajaku, beide 2001er Jahrgang, welche auch nach ersten Aussagen längerfristig an den Club gebunden werden sollen und bereits ihr Debüt in der Liga feiern durften. Ich denke, dieses Thema sollte man auch erst angehen, wenn man genau weiß, wohin die Reise führt. Generell halte ich von Herrn Reschke sehr viel, da ich seine Kompetenz besonders im Bereich Spielerscouting sehe. Seine Außendarstellung ist leider manchmal nicht die Beste, weshalb er sich selbst auch oft ein wenig um Kopf und Kragen redet und bei vielen Fans Sympathiepunkte einbüßt. Man muss aber sagen, dass er sich an dem jetzigen, nochmals optimierten Kader messen lassen muss. Daher wird seine Zukunft sehr eng verknüpft mit der Leistung der Mannschaft in der Rückrunde sein.

Markus Weinzierl bei seiner ersten Trainingseinheit in Stuttgart. (Foto: Jeollo von VfB-exklusiv.de - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73518164)

Markus Weinzierl bei seiner ersten Trainingseinheit in Stuttgart. (Foto: Jeollo von VfB-exklusiv.de – Own work, CC BY 3.0)

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In den Artikeln zum Trainingslager und dem Rückrundenauftakt ist immer wieder die Rede davon, Markus Weinzierl wolle „mit Wucht“ spielen lassen. Wie siehst du seinen Ansatz als Trainer? Glaubst du, mit einem Team, das künftig auch nach seinen Vorstellungen gebildet wird, kann er eine langfristige Lösung für den VfB sein?

Ich sehe diesen Ansatz als sehr positiv an. Als schwächste Offensive der Liga darfst du auch eigentlich keinen anderen haben. Die zweite Frage baue ich gleich mit ein, zu dieser Aussage passen ja auch Zuber und Esswein sehr gut. Beides sind Spieler mit „Wucht“ beziehungsweise verkörpern diesen Typus. Somit ist dies der erste, wenn auch kleine Schritt in Richtung Teamoptimierung nach Weinzierls Geschmack. Und mehr ist auch meines Erachtens erstmal nicht möglich. VfB und langfristige Lösung auf der Trainerposition? Ein ziemlicher Widerspruch. Darum lass uns mal in einem Jahr nochmals sprechen, dann kann ich dir bestimmt eine bessere Antwort geben.

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Auf was sollten sich die Mainzer beim Spiel in Stuttgart am Wochenende einstellen? Was ist dein Tipp für die VfB-Taktik und wie wird das Spiel ausgehen?

Auf einen Gegner, der mit dem Rücken schon ein bisschen zur Wand steht und alles raus hauen wird um vor heimischen Publikum, die Aufholjagd zu starten. Es wird sehr viel über den Kampf gehen, da beide Mannschaften nicht gerade für ihre filigrane Spielweise bekannt sind. Taktisch wird es hinten sehr wahrscheinlich auf eine kompakte Viererkette hinauslaufen, zuletzt war das Ganze dann in einem 4 2 3 1 oder auch einem 4 1 4 1 angeordnet. Diese Spielformen wurden auch im vergangenen Trainingslager hauptsächlich einstudiert. Ich denke in dieser Hinsicht wird sich Weinzierl auf keine Experimente einlassen. Mein Tipp lautet: ein knappes, schwer erkämpftes 2:1 für den VfB!

KOMPAKT
Der VfB Stuttgart ist der beste Club der Welt, weil … er nie langweilig wird und zu Stuttgart gehört, wie die Fastnacht und Ernst Neger zu Mainz!
Was ich an unserem Stadion besonders liebe, ist … natürlich die Cannstatter Kurve! Ihre Atmosphäre, ihr Duft und ihre Menschen!
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Sami Khedira!
Wer Stuttgart besucht, sollte unbedingt … den Fernsehturm (Schwindelfreiheit vorausgesetzt), den Schlossplatz mit unseren beiden Schlössern, die Grabkapelle auf dem Württemberg und das Mercedes-Benz oder Porsche Museum besuchen!
Besonders lecker essen Gästefans … im Palm Beach oder PSV. Beides unmittelbar in Stadionnähe!

Vielen Dank für das Gespräch!

LETZTE WORTE
Wenn es um die Torwartposition geht, hat Mainz 05 ein echtes Luxusproblem. Mit Florian Müller und Robin Zentner hüteten in der Hinrunde gleich zwei Talente aus der eigenen Jugend den Kasten, Jannik Huth und U23-Keeper Finn Dahmen stehen ebenfalls jederzeit bereit und dann gibt es da auch noch den verletzten, ehemaligen Nazionaltorwart René Adler. Nach der Verletzung von Flo Müller rotierte bekannterweise Robin Zentner ins Tor und machte seine Sache dort ebenfalls verdammt gut, insofern stellte sich vor dem Rückrundenauftakt die Frage, wem das Trainerteam den Vorzug geben würde. Das steht nun fest und wurde in der Pressekonferenz am Donnerstag auch bereits verkündet: Die Trainer bleiben bei ihrer Entscheidung aus dem Sommer und gehen mit Florian Müller als neuer, alter Nummer Eins in die zweite Saisonhälfte.

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