05-Gegnerbetrachtung: Kontinuität meets Kontinuität

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Diesmal verrät mir Gisela Schneider ihren Blick auf Borussia Mönchengladbach.

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Liebe Gisela, danke, dass du dir die Zeit für die Gegnerbetrachtung nimmst. Du schreibst im Blog Teilzeitborussin auch und vor allem über dein Verhältnis zu den Fohlen. Deine Liebe zum Verein kam erst fast per Geburt, ruhte dann lange und entflammte neu. Erzähl mal!

TZB_GravatarDie passendste Beschreibung für die Art, wie sich die Borussia in mein Leben geschlichen hat, ist wohl Osmose. Ich erinnere nicht, dass mir als Kind jemand aktiv von der Borussia – oder auch vom Fußball generell – vorgeschwärmt oder mich sonstwie zu missionieren versucht hätte. Beide waren nur einfach immer da. In der Vereinskneipe, die mein Großvater führte. Im Dorf, in dem jeder Nicht-Borussiafan namentlich bekannt war und sich beim sonntäglichen Frühschoppen entsprechende Frotzeleien anhören durfte. In den Gesprächen, im Radio, im (damals noch limitierten) Fernsehprogramm. Wir Kinder waren alle beim Fußball dabei und wir waren alle Borussiafans. Es gab einfach keinen anderen Verein.
Als Teenager war ich öfter mit meinem Vater im Stadion, konvertierte dann jedoch zu seinem Erschrecken zum VfB Stuttgart – hauptsächlich, weil ich leidenschaftlicher Fan von Asgeir Sigurvinsson war. Die Meisterschaft 1984 war damals das Größte für mich. Danach ebbte mein Fußballinteresse jedoch ab. Das Niveau des Spiels insgesamt sank, die Nationalmannschaft, für die ich mich auch immer interessiert hatte, riss nichts mehr, ich zog zu Hause aus und meine studienbedingte neue Heimatstadt dümpelte in der damaligen Oberliga vor sich hin. Das alles ließ mein Interesse am Fußball ziemlich erlahmen.
Wiederbelebt wurde das erst, als ich nach dem Studium wieder an den Niederrhein zog und damit auch wieder den Bezug zur Borussia und die ständige Begegnung mit ihren Fans hatte. Mittlerweile gab es das Pay-TV und so hockte ich Spieltag um Spieltag mit meinem Vater vor dem Fernseher und schaute mir das Gladbach-Spiel an. Das war etwa Anfang der Nullerjahre, als die Borussia gar nicht gut dastand. Vermutlich kam dadurch auch meine Schwäche für Underdogs ins Spiel und ich hatte das Gefühl, man müsse dem Verein jetzt den Rücken stärken. Das steigerte sich mit dem zweiten Abstieg 2007 noch mal. Ab ungefähr dieser Zeit würde ich mich als ernsthaften Borussia-Fan bezeichnen. Zum Glück berappelte sich der Verein dann schnell und ich hatte das Glück, seitdem einige sehr schöne Jahre mit meinem Club erleben zu dürfen.

Blog

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Dein Blog heißt Teilzeitborussin und auch auf Twitter bist du mit diesem Namen unterwegs. Was bedeutet er für dich?

Ursprünglich eine spontane Eingebung bei der Suche nach einem Namen für ein Tippspiel, hänge ich mittlerweile tatsächlich sehr an diesem Namen und betrachte ihn ein bisschen als mein Leitbild. Das drückt auch meine Formulierung „Nicht nur, aber auch Fußballfan“ aus, die in meiner Twitter-Bio zu finden ist. Der Name drückt für mich perfekt die verschiedenen Rollen in meinem Leben – und gewissermaßen auch Facetten meiner Persönlichkeit – aus. Mein Büroalltag an der Kö in Düsseldorf ist sehr weit weg von meinem Stadion-Ich und fängt mich wieder ein, wenn ich mich am Wochenende zu sehr über den Fußball aufgeregt habe. Und der Stadionbesuch oder der Fußballschnack am Stammtisch erden mich, wenn ich Gefahr laufe, die Kö für das wahre Leben zu halten. Von allem etwas, aber nichts im Exzess – diesen Spagat mag ich und versuche ihn für mich positiv zu leben.

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Von den Aufs und Abs deines Vereins hast du in den letzten Jahrzehnten fast alle irgendwie mitgemacht, manche intensiver, manche aus größerer Entfernung. Was hat dich und dein Verhältnis zu dem Verein besonders geprägt?

Mich haben wie oben beschrieben erst die letzten circa zehn Jahre so richtig geprägt, ich bin auch erst vor relativ wenigen Jahren in den Verein eingetreten. Das Wichtigste für mich war dabei weniger der Erfolg als vielmehr die Kontinuität – im Personal, in der Vereins- und Spielstrategie und in den Werten. Zu wissen, mit welchen Akteuren ich es auf Vereinsseite zu tun habe und in etwa einschätzen zu können, wie sie agieren werden, gibt mir ein beruhigendes Gefühl. Trainerkarussells, Aktionismus, unberechenbar zwischengrätschende Investoren – das sind Dinge, die mich nervös machen.

Borussia Mönchengladbach ist ein Verein, bei dem sich das Trainerkarussell selten dreht. (Foto: WP)

Borussia Mönchengladbach ist ein Verein, bei dem sich das Trainerkarussell selten dreht. (Foto: WP)

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Im Blog schreibst du, die Borussia schaffe es, „aus eher suboptimalen Standortfaktoren (relativ kleine Stadt, Grenzgebiet, große etablierte Konkurrenz in unmittelbarer Nähe) viel herauszuholen und kontinuierlich auf Erst- oder Zweitliganiveau zu agieren. Mit Vereinen wie Uerdingen oder Essen und Duisburg in der Nachbarschaft sieht man immer wieder, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.“ Was ist in deinen Augen das Geheimnis dieses Erfolges?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Natürlich kann ich die üblichen Verdächtigen ins Feld führen: der rechtzeitige Stadionneubau, geschicktes Agieren der sportlichen Leitung und der Geschäftsführung, kluge Außendarstellung durch prominente Vorstandsfiguren, die stets ein geschlossenes Bild präsentieren. Aber ich kenne die anderen genannten Vereine zu wenig, um ihnen diese Dinge pauschal abzusprechen und ich möchte auch nicht der Versuchung erliegen, unsere Erfolgsstory vom Ende her zu interpretieren. Es hätte auch bei uns alles anders kommen können – nicht zuletzt 2011, als Stefan Effenberg mit der ‚Initiative Borussia‘ eine Revolution anzetteln und den Einstieg von Investoren ermöglichen wollte. Vielleicht hatten wir ja auch nur Glück. Oder genügend veränderungsunwillige Mitglieder, wie ich es heute bin, die diese Aktion nicht mittragen wollten.

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Ein Thema, mit dem du dich zuletzt häufiger intensiv beschäftigt hast, ist der Videobeweis. Hast du für dich ein Fazit oder eine persönliche abschließende Meinung dazu gefunden?

Auf diese Frage habe ich zwei Antworten. Zum einen war, bin und bleibe ich gegen den Videobeweis, unabhängig von seiner konkreten Umsetzung. Das hat mit dem eigentlichen Videobeweis gar nichts zu tun, sondern mit meiner großen Begeisterung dafür, was ich die „Echtzeit“ nenne. Damit meine ich das unmittelbare Liveerlebnis – üblicherweise im Stadion – und die flüchtige Unwiederbringlichkeit des Augenblicks. Den Moment nicht zurückholen, eine Entscheidung nicht revidieren und in keiner Weise nachkarten zu können, das hat für mich einen ganz besonderen Zauber, über den ich auch schon mal gebloggt habe. Man muss halt in diesem einen Moment hinschauen und Acht geben, wenn es keine Wiederholung geben kann. Und man muss den vergangenen Moment abhaken und weitermachen – ganz so, wie die Spieler selbst ja auch. Ich wurde schon mal darauf hingewiesen, dass ich damit strenggenommen auch gegen jegliche Wiederholung und Zeitlupe sein muss, und ja: das bin ich. Ich hasse die ewige Wiederholung von Szenen im TV und das nicht enden wollende Diskutieren und Nachkarten auf den ‚Experten‘-Sofas oder in einem Medium wie Twitter. Wann immer ich merke, dass eine solche Debatte eskaliert, versuche ich, mich da so zügig wie möglich rauszuziehen.
Die zweite Antwort lautet, dass mir der arme kleine Videobeweis mittlerweile fast schon leidtut. Die Last an Erwartungen, die diese Einrichtung auf ihren Schultern tragen muss – daran kann sie doch nur scheitern. Mehr Gerechtigkeit, mehr Eindeutigkeit, keine Fehler mehr – was wurde nicht alles zuvor geschrieben und hernach geschimpft. Gerade in der letzten Saison hatte ich das Gefühl, dass umstrittene Entscheidungen mit Videobeweis noch hasserfüllter als zuvor diskutiert wurden. Vielleicht ist es mal an der Zeit, dass jemand eine Lanze bricht für den armen Videobeweis. Er ist nicht perfekt, aber auch nicht der Untergang des Abendlandes.

Die Fans des FSV haderten in Spielen gegen Gladbach zuletzt häufiger mit dem VAR. (Foto: Rheinhessen on Tour)

Die Fans des FSV haderten in Spielen gegen Gladbach zuletzt häufiger mit dem VAR. (Foto: Rheinhessen on Tour)

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Die vergangene Saison hat Gladbach mit 47 Punkten auf Platz 9 außerhalb der europäischen Ränge beendet. Vor dem 8. Spieltag lag man mit 11 Punkten auf Rang 7. Aktuell reichen 14 Punkte für Platz 3, als Bonbon wurde das Spiel gegen die Bayern gewonnen. Hättest du so einen guten Auftakt von der Mannschaft erwartet?

In Sachen Punkte und Tabellenplatz hatte ich gar keine Erwartung formuliert. Der Tabellenplatz scheint in den letzten Jahren mehr davon abzuhängen, was der Wettbewerb macht, als von uns selbst. Und diese Art von Ausbeute ist mir persönlich auch ziemlich unwichtig. Wichtiger ist mir, wie wir spielen, womit ich sowohl die Schönheit des Spiels und den Stil als auch die wahrgenommene Einstellung der Mannschaft und einen erkennbaren Plan des Trainers meine.
Ich war vor der Saison sehr neugierig auf das neue System und auch auf unsere Neuzugänge, aber auch etwas unsicher, ob daraus neuer Schwung entstehen kann. Ich glaube, ich kann mich über keinen der genannten Aspekte beklagen. Es wirkt, als hätte Dieter Hecking die ganze Mannschaft einmal durchgewirbelt und abgestaubt; nicht nur die Neuen haben klasse eingeschlagen, auch die etablierten Spieler spielen zum Teil neue Rollen und zeigen ganz neue Facetten. Es ist wie eine Frischzellenkur für alle. Bislang gefällt es mir meistens großartig.

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Die guten Jahre mit Trainer Lucien Favre lassen einen, finde ich, manchmal vergessen, dass er Gladbach 2011 vom letzten auf den Relegationsrang führte und den Abstieg verhinderte. Wie nimmst du das im Umfeld wahr, sind die Erwartungen in dieser Zeit gestiegen und wird ein Tabellenplatz vorausgesetzt, der den europäischen Wettbewerb bedeutet?

Mein Umfeld ist diesbezüglich sehr heterogen und ich nehme eine große Bandbreite von Meinungen wahr. Der eine Teil ist ziemlich geerdet und erwartet keine Wunderdinge von einer Mannschaft, die sich kontinuierlich erneuert, Jahr um Jahr große Abgänge klug kompensieren muss und immer auch mit jungen Spielern agiert, die noch Fehler und Formschwankungen zeigen.
Aber es gibt auch einige, die die Tiefstapelei satt haben und fordern, man solle endlich selbstbewusster, auch aggressiver seine Ziele formulieren. Ich kann diese Position auch verstehen, obwohl ich ihr selber nicht anhänge. In der letzten Saison glaubte man doch eine gewisse Bräsigkeit in der Mannschaft zu erkennen, ein Einlullen und Zufriedengeben mit dem Minimalziel angesichts widriger (Verletzungs-)Umstände. Ich kann nachvollziehen, dass der Eine oder Andere glaubt, man könne das Team mit mehr Aggressivität in der Zielsetzung vielleicht mehr kitzeln.
Und dann gibt es noch die ewigen Grantler im Dorf und auf der Gegengerade, die auch nach dem Bayernsieg gemeckert haben und vermutlich sogar noch ein Haar in der Suppe finden würden, wenn diese in einer Meisterschale serviert würde. Für sie ist das Meckern wohl Lebensphilosophie, entsprechend gleichmütig versuche ich sie zu nehmen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut.

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Nach Favres Rücktritt wurde André Schubert Gladbach-Trainer, auf ihn folgte im Dezember 2016 Dieter Hecking. Aus der Entfernung wirkte er lange wie eine Interimslösung, vielleicht, weil man bei ihm oft das Gefühl einer gewissen Distanz zu seinem Team vermutet. Tue ich ihm damit unrecht? Wie schätzt du ihn ein, was seine Leidenschaft und Arbeit angeht?

Trainer Dieter Hecking ist schwer einzuschätzen. (Foto: Jan Heimerl - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Trainer Dieter Hecking ist schwer einzuschätzen. (Foto: Jan Heimerl – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Ich finde Dieter Hecking auch schwer einzuschätzen, er kommt oft verschlossen rüber und seine Äußerungen in den Medien oder in Pressekonferenzen gehen selten über Vorhersagbares hinaus. Ihm fehlt auch die Strahlkraft anderer Trainer, auf die sich die Medien gerne stürzen.
Man hört, er soll im persönlichen Umgang ganz anders sein, aber da kenne ich ihn leider nicht. In einem Podcast-Interview, das ich gehört habe, wirkt er tatsächlich deutlich offener, sehr persönlich und humorvoll und vor allem ehrlich, zielstrebig und geradeaus. Das sind für eine Führungskraft und Lehrperson ja keine schlechten Eigenschaften. Wenn er diese im direkten Umgang mit den Spielern zeigt, dann ist mir sein Auftreten in der Öffentlichkeit im Vergleich dazu auch ziemlich wumpe.

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Max Eberl feiert am 19. Oktober sein zehnjähriges Jubiläum als Sportdirektor bei der Borussia. Und das, obwohl er mit fast jedem Verein in Verbindung gebracht wird, bei dem diese Stelle vakant ist. Wie wichtig ist diese Kontinuität für den Verein? Und welcher Transfer war für dich in all der Zeit sein größter Coup?

Ich bin persönlich großer Fan von Max Eberl und habe ja schon erläutert, wie wichtig mir persönlich Kontinuität ist. Am Ende einer Saison zu wissen, man wird mit demselben Personal auch in die nächste gehen, das ist total beruhigend. Man kann Pläne schmieden fürs nächste, fürs übernächste Jahr: was wird Eberl machen, wenn Raffael aufhört, wenn Hazard oder Sommer weggehen sollten? Es macht mich ungemein froh, mich darauf verlassen zu kennen, dass er solche Themen mit einem längerfristigen Plan verfolgt und zum richtigen Zeitpunkt da ist, um Maßnahmen zu ergreifen.
Sein größter Coup war für mich kein Ein- sondern ein Verkauf, nämlich der von Granit Xhaka. So viel Geld auf einen Schlag für einen einzelnen Spieler: der Wahnsinn. Was du davon alles bezahlen kannst – und dabei denke ich weniger an neue Spielereinkäufe, sondern vor allem auch an die Infrastrukturmaßnahmen am Stadion und das Abbezahlen der Schulden vom Stadionbau. Wir werden in absehbarer Zeit diese Schulden getilgt haben und selbst Eigentümer des Stadions sein. Und das, auch ohne dass die Namensrechte verkauft wurden. Das finde ich eine große Sache.

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Wie zufrieden bist du mit euren Transfers in der Sommerpause? Auf welche Spieler sollten die Mainzer am Sonntag besonders achten und wer könnte den Unterschied machen?

Ich fände es gar nicht so übel, wenn ihr auf gar keinen Spieler besonders achtet. Nein, Scherz beiseite, natürlich muss Alassane Pléa hier zuerst genannt werden, weil er sicher unser auffälligster Neuzugang und immer für ein Tor gut ist. Was dabei zuletzt auch sehr beeindruckt hat, ist die Unvorhersehbarkeit seiner Tore und Torschüsse. Es gelingt ihm immer wieder, Gegner damit zu überraschen. Auf diesen Effekt hoffe ich natürlich am Sonntag auch. Mehr Unberechenbarkeit war eines der Dinge, die ich mir vor der Saison gewünscht hatte, und die bringt er auf jeden Fall mit. Auch sehr gefreut hat mich die Rückkehr von Florian Neuhaus aus der Leihe in Düsseldorf, und dass er sich nahtlos ins Team eingefunden hat. Er spielt schon ganz schön abgebrüht im offensiven Mittelfeld.
Zwei neue Gesichter, die mich besonders gefreut haben, die in den Medien aktuell aber keine so große Rolle spielen, sind die beiden jungen Außenverteidiger, Jordan Beyer und Andreas Poulsen. Auf beiden Seiten, rechts wie links, waren wir jahrelang schlecht aufgestellt und ich bin froh, dass wir dort jetzt junge neue Spieler sehen. Aber über die müsst ihr euch für Sonntag sicherlich keine Gedanken machen, dort spielt aktuell noch das etablierte Personal. Wie oben schon kurz erwähnt, sind diese Saison aber nicht nur die Neuzugänge ein veränderter Faktor, sondern auch, dass Spieler, die schon länger dabei sind, in anderen Rollen oder mit veränderter Interpretation ihrer Aufgaben unterwegs sind. Wer das ist und wie sie das lösen, verrate ich aber nicht.

Was erwartet Mainz 05 im Borussia Park? (Foto: Meenzer on Tour)

Was erwartet Mainz 05 im Borussia Park? (Foto: Meenzer on Tour)

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Welche(s) System(e) lässt Dieter Hecking aktuell spielen? Wie flexibel stellt er um? Hat die Mannschaft schon verinnerlicht, was der Trainer von ihnen will? Und wird die Partie wieder vom VAR geprägt? Hust… Im Ernst, was für ein Spiel erwartest, welches Ergebnis tippst du?

Wir haben ja vor Beginn der Saison auf das 4-3-3-System umgestellt und es erscheint über weite Strecken schon ziemlich gut eingespielt. Da scheinen Spieler und Trainer ihre Hausaufgaben in der Sommerpause gemacht zu haben. Größere Umstellungen dieses Systems habe ich bislang noch nicht gesehen, es scheint eher so, dass die Spielweise innerhalb desselben Systems immer wieder anders interpretiert wird, entweder durch den Einsatz anderer Spielertypen (vor allem im Mittelfeld) oder dadurch, dass der gleiche Spieler seine Position anders wahrnimmt. Am auffälligsten war das wohl im Bayern-Spiel, wo wir trotz gleicher Formation auf dem Papier ganz anders gespielt haben als in den Spielen zuvor.
Die beiden nächsten Spiele – gegen Mainz und Freiburg – sind für mich echte Prüfsteine. Beides sind Clubs, gegen die wir in den letzten Jahren schon echt alt ausgesehen haben und mit deren Spielweise wir uns oft schwer tun. Zu sehen, ob das neue System und der neue Schwung daran etwas ändern, ist mir wirklich wichtig. Erst danach würde ich mir eine Erwartungshaltung für den Rest der Hinrunde zutrauen. Diese Spiele sind mir wichtiger als das Bayern-Spiel.
Am Sonntag erwarte ich ein Spiel ähnlich wie das gegen Augsburg, mit einem Gegner, der extrem unangenehm zu bespielen ist und versucht, genau das schnelle, präzise Passspiel zu unterbinden, das wir am liebsten spielen. Wie wir diese Aufgabe lösen, wird bestimmen, wie es ausgeht. Ich denke, dass es sehr eng wird und das Spiel in die eine wie in die andere Richtung kippen kann. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie ein Flitzebogen.

KOMPAKT
Die Borussia ist der beste Club der Welt, weil … sie genauso unaufgeregt mittelmäßig und stabilitätsorientiert ist wie ich.
Was ich an unserem Stadion besonders liebe, ist … die Lautstärke, die sich dort entwickeln kann. Die Akustik, gerade auch die Reflektion des Schalls auf das Spielfeld, wurde beim Bau berücksichtigt und das merkt man. Wenn die Bude brennt, knallt es dir das Trommelfell weg.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … kein Borusse. Asche auf mein Haupt.
Wer Gladbach besucht, sollte unbedingt … die Stadt links liegen lassen, sich ein Rad mieten und die schönen flachen Rad- und Feldwege am Niederrhein erkunden.
Besonders lecker essen Gästefans in … jedem Lokal, in dem es Muscheln rheinische Art gibt.

Vielen Dank für das Gespräch!

LETZTE WORTE
In dieser Woche feiern zwei ihre Geburtstage, die in der vergangenen Saison teilweise ordentlich einstecken mussten, sich dabei aber nicht aus der Ruhe bringen ließen: Coach Sandro Schwarz (40) und Sportvorstand Rouven Schröder (43). Alles Gute den beiden und es gilt auch weiterhin: Immer mit der Ruhe auf dem Mainzer Weg.

|| Vielen Dank an Rheinhessen on Tour und Meenzer on Tour für die Fotos. ||

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