05-Gegnerbetrachtung: Europa als Bremer Ziel ist richtig

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Diesmal schätzt Julie Göths von FRÜF die aktuelle Lage bei Werder Bremen ein.

Die grüne Raute im Herzen: Julie Göths. (Foto: Bremen Next)

Die grüne Raute im Herzen: Julie Göths. (Foto: Bremen Next)

1
Liebe Julie, danke, dass du dir so spontan Zeit für meine Fragen nimmst. Du gehörst (wie ich auch) zum Team von FRÜF – Frauen reden über Fußball. Wie nimmst du die Arbeit mit den Kolleginnen bislang wahr und warum hat FRÜF der Podcast-Landschaft zuvor gefehlt?

Die bisherige Zusammenarbeit ist ganz großartig. Auch wenn es natürlich am Anfang etwas schwierig ist, die vielen motivierten Frauen unter einen Hut zu bekommen, überwiegt einfach der unglaubliche Support innerhalb des Kollektivs. Man hat das Gefühl, dass wir aktiven Frauen auf der Suche nach einer Plattform waren, um uns auszutauschen und sie jetzt endlich gefunden haben – nicht nur im Podcast, sondern auch hinter den Kulissen in unserer Gruppe.

2
WebFür die erste Ausgabe zum Thema „Weibliche Fußballsozialisation“ wolltest du von deinem Papa wissen, wie genau du zum Fußball gekommen bist. Hast du inzwischen eine Antwort von ihm erhalten?

Zum Zeitpunkt dieser Antwort leider noch nicht. Ich wollte allerdings auch nur sichergehen, dass ich nichts auslasse oder vergessen habe. Denn ich weiß noch sehr genau, dass mein erster Berührpunkt die WM 2006 war – das erste Fußballturnier, an das ich mich komplett erinnern kann und das ich intensiv verfolgt habe. Gleichzeitig hatten wir in der Schule (Funfact: Mädchengymnasium) Fußball im Sportunterricht, was mir Spaß gemacht hat. Dabei geblieben bin ich aber nicht. Spätestens, als ich im gleichen Sommer meinen Vater in Bremen besucht habe, und wir – unabhängig von einem Spieltag – am Stadion vorbeigelaufen sind, war es um mich geschehen und Werder Bremen ab sofort mein Verein. Im Laufe der nächsten Jahre bin ich dann Mitglied geworden und über die kostenlosen Eintrittskarten für Mitglieder unter 18 Jahren auch ins Stadion und alleine in die Ostkurve gekommen. In den vergangenen drei bis vier Jahren habe ich dann viele Werder-Fans kennengelernt. Unser Fanclub #Twerder, den wir 2015 gegründet haben, und die daraus entstandenen Freundschaften haben ganz sicher auch etwas damit zu tun, dass ich am Ball geblieben bin.

3
Du hast es gerade schon erwähnt: In Sachen Verein schlägt dein Herz für Werder Bremen. Was ist die Essenz dieser Liebe und wie oft schaffst du es aktuell von Aachen, wo du studierst, ins Weserstadion?

Meine Mutter hat mal gesagt, dass ich unterbewusst etwas gesucht habe, das mich mit meinem Vater, auch Werder-Fan, verbindet. Ob das so stimmt, kann ich natürlich nicht genau sagen, aber ich bin natürlich trotzdem sehr froh, dass es so gekommen ist. Die Liebe zu Werder in Worte zu fassen, ist dennoch nicht so leicht. Spätestens die von #Twerder 2016 initiierte Fanaktion #greenwhitewonderwall hat mir aber gezeigt, dass Fans gemeinsam etwas in einem Verein und in einer Mannschaft bewegen können. Auch, wenn die Besuche in Bremen im vergangenen Jahr leider weniger geworden sind, ist das mein Antrieb, die Fahrt immer wieder anzutreten. Außerdem ist es aus meiner persönlichen Sicht natürlich ganz praktisch, dass es viele Bundesligisten in NRW gibt, denn Auswärtsfahrten gehören für mich genauso dazu.

4
Werder Bremen gehört zu den Bundesligisten, die neben einem Herren- auch ein Frauenteam haben. Interessierst du dich für die Werder-Damen und hast du Einblicke, wie dort gearbeitet wird?

Rund um den Aufstieg im Jahr 2016 habe ich das Frauenteam intensiver verfolgt. Danach ist es leider deutlich weniger geworden, was bestimmt auch mit der medialen Präsenz zu tun hat, die Frauenfußball leider noch immer nicht ansatzweise gleichberechtigt bekommt. Man muss bei den gängigen Fußballportalen regelrecht nach Informationen suchen und bekommt sie nicht, wie beim Männerfußball, überall auf dem Silbertablett präsentiert. Auch bei Werder ist das leider so: Das eSports-Team hat einen eigenen Twitter-Kanal, die Frauen aber leider nicht. Die werden mit einem gemeinsamen Account mit dem NLZ abgefrühstückt. Nicht nur deswegen bin ich zuletzt aktiv Accounts gefolgt, die sich mit Frauenfußball beschäftigen.

5
Du engagierst dich politisch, stellst dich deutlich gegen Rechts und bist Feministin. Warum ist Feminismus auch im Fußballumfeld wichtig und wieso gehört Politik ins Stadion?

Grundsätzlich gilt für mich, dass alles politisch ist. Zu behaupten, der Volkssport Nummer 1 könne sich davon lossagen, Auswirkungen und Einfluss auf die Gesellschaft zu haben, ist schlicht realitätsfern. Und gerade in einem so männerdominierten Sport wie Fußball müssen Rollenbilder und Stereotypen aufgebrochen werden. Frauen müssen sichtbar (gemacht) werden – als Teil des Stadions, der Szenen und des Sportjournalismus. Fußball muss mit seiner Strahlkraft Vorreiter sein, was Gleichstellung, Antidiskriminierungsarbeit und Antirassismus betrifft. Die Vereine sind in der Verantwortung, sich klar zu positionieren und Grenzüberschreitungen entgegen zu stehen.

Die Bremer Kurve ist politisch. (Foto: privat)

Die Bremer Kurve ist politisch. (Foto: privat)

6
Inwiefern passen deine persönlichen Werte da auch zu deinem Herzensverein und wie würdest du die Fanlandschaft rund um Werder Bremen beschreiben?

Die Bremer Szene ist sich der Verantwortung des Fußballs bewusst. Sie positioniert sich klar gegen jede Form der Diskriminierung und fordert das auch vom Verein. Als Fans haben sie es geschafft, sich gegen Nazis in der Kurve zu wehren und wissen gleichzeitig, dass der Kampf gegen rechte Kräfte ein andauernder ist. Diese Anspruchshaltung an sich selbst sollte für uns alle ein Vorbild sein. Damit kann ich mich identifizieren und gehe auch so in meine politische Arbeit. Fan eines Vereins zu sein, dessen Fanszene Meinungen vertritt, die ich nicht teile, kann ich mir nicht vorstellen.

7
In Sachen Sport ist Florian Kohfeldt als Cheftrainer seit November 2017 verantwortlich, der Vertrag hat inzwischen eine Laufzeit bis 2021. Werder hatte auch vor Kohfeldt in den letzten Jahren immer wieder Trainer, die sich extrem mit dem Verein identifizieren, trotzdem scheint seither alles nochmal enger zusammengerückt zu sein. Siehst du das auch so? Woran liegt es?

Abgesehen von den sportlichen Komponenten wie Training und spielerischer Gestaltung macht Florian Kohfeldt vor allem eins richtig: seine Kommunikation. Sowohl nach außen ist für alle Anhänger*innen und Beobachter*innen jederzeit klar, was seine Vision ist und wie er die erreichen möchte. Aber auch nach innen klappt das offensichtlich sehr gut. Er hat es geschafft und schafft es immer noch, die Mannschaft hinter seine Spielidee und seine Vision zu bekommen. Es gibt einen gesunden Konkurrenzkampf, ohne dass Spieler querschießen. Mit seinem Kommunikationstalent hat er es geschafft, dass in Bremen alle in Ruhe arbeiten oder zuversichtlich ins Stadion gehen können.

Die Heimat der Werder-Fans. (Foto: privat)

Die Heimat der Werder-Fans. (Foto: privat)

8
Sportlich ist Kohfeldt spürbar ehrgeizig und scheut sich nicht, deutliche Ziele für sich und die Mannschaft zu formulieren. Nach 26 Spieltagen steht Bremen mit 39 Punkten auf Rang acht. Ist das für die angedachte Marschroute vielleicht schon zu wenig? Wie wichtig wäre Europa?

Zu allererst muss ich sagen, dass sich wohl alle Werder-Fans nach einer Saison wie dieser gesehnt haben: solide und fernab von Abstiegsängsten. Eigentlich der richtige nächste Schritt. Dass das Ziel Europa formuliert wurde, war trotzdem richtig. Die Alternative wäre gewesen, dass man das Niemandsland der Tabelle als Ziel ausruft. Daran wächst keine Mannschaft und sie entwickelt sich auch nicht weiter, wenn kein Anspruch an sie gestellt wird. Auch Spielern, die vielleicht nach Höherem streben oder potentiell zu Werder wechseln könnten, wird somit gezeigt, dass man sich nicht mit dem Mittelfeld zufriedengibt. Das Gute bei alledem: Sollte es mit Europa nicht klappen, geht in Bremen keiner auf die Barrikaden. Nicht zuletzt sind viele Fanherzen wohl durch den spektakulären Sieg im Pokal gegen den BVB für diese Saison zufriedengestellt worden.

9
Aktuell stehen die Brüder Maximilian und Johannes Eggestein für ein Werder, das auf eigene Talente und junge Spieler setzt. Angeleitet wird das Team von seinem Kapitän Max Kruse in bestechender Form, andere erfahrene Spieler wie Nuri Şahin spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ist das der perfekte Mix aus Routine und Hunger?

Was Max Kruse da seit Wochen abliefert, ist schon beeindruckend. Außerdem zeigt es mal wieder, wie wichtig ein Umfeld für einen Spieler sein kann, damit er seine Leistung abrufen kann. Das Bremer Spiel ist um ihn herum gebaut worden. Auch an seiner Aufgabe als Kapitän, was ja eine unpopuläre Entscheidung war, ist er nochmal gewachsen und versteht seine Rolle richtig. Als zentraler Mann in Spiel und in der Mannschaft sollte alles daran gelegt werden, ihn über die Saison hinaus halten zu können. Darüber hinaus stimmt auch die Mischung in der Mannschaft. Erfahrene Spieler wie Kruse, Şahin, Moisander, Langkamp und natürlich Pizarro ergänzen sich perfekt mit den jungen talentierten Spielern wie Johannes Eggestein oder Josh Sargent.

Max Kruse ist auch der aktuelle Kapitän bei Werder. (Foto: Silesia711 | CC BY-SA 4.0)

Max Kruse ist auch der aktuelle Kapitän bei Werder. (Foto: Silesia711 | CC BY-SA 4.0)

10
In Bremen scheint, wie auch in Mainz, die Zusammenarbeit zwischen Profis und NLZ sehr intensiv und gut zu sein. Wie hart trifft es den Verein, dass die U23-Trainer Sven Hübscher und Tobias Hellwig, wie jetzt bekannt wurde, zum Saisonende gen Münster verlassen?

Die Vergangenheiten der letzten Profi-Trainer beim NLZ und der U23 haben mit Sicherheit dafür gesorgt, dass der Austausch zwischen diesen beiden Abteilungen intensiv und gut war. Dazu kommt, dass Werder immer ein Verein war, der sich seine Talente und Stars selbst „heranzüchten“ muss. Dass die beiden den Verein jetzt verlassen, ist zwar schade, aber verkraftbar. Mit Marco Grote (U19-Trainer) und Christian Brand (U17-Trainer) hat man zwei mögliche Nachfolger aus den eigenen Reihen. So kann an den bisherigen intensiven Austausch sowohl innerhalb es NLZ als auch in den Profibereich fast nahtlos angeschlossen werden.

11
Zwischen Werder und Mainz gab es schon einige historische Spiele, nicht nur die bis vor kurzem höchste Bundesligapleite der 05er (1:6). Oft standen zuletzt beide Teams arg unter Druck vor der Begegnung, diesmal scheint der auf Mainzer Seite nach zuletzt sechs Pleiten aus sieben Spielen höher. Was ist deine Prognose fürs Spiel? Und wie geht es aus?

Auch wenn ich nach einer Länderspielpause meistens etwas vorsichtiger mit Prognosen bin, glaube ich in diesem Fall fest an eine gute Leistung und drei Punkte für Werder. Gerade zuhause sollte es mit Kohfeldt keine dummen Niederlagen geben.

KOMPAKT
Werder Bremen ist der beste Club der Welt, weil … hier für mich die Werte, die Haltung und die Fans ein rundes Bild abgeben mit dem man sich auch in den schnelllebigen Fußballzeiten identifizieren kann.
Was ich am Weserstadion besonders liebe, ist … die Lage und der Weg dorthin – über die Schlachte, durchs Viertel und an der Weser entlang. Da kann kein Stadion mithalten.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Ivan Klasnic, der auch der Flock auf meinem ersten Werder-Trikot war.
Wer Bremen besucht, sollte unbedingt … den oben beschriebenen Weg gehen. Die wunderschöne Altstadt rund um den Markt mit Rathaus, Dom und Büttcherstraße sollte man auch mitnehmen.
Besonders lecker essen Gästefans … bei Tandour im Viertel. Diesen, und nur diesen, Bremer Rollo (eine Rolle aus vorgebackenen Fladenbrot mit einer Füllung, nicht zu vergleichen mit Dürüm oder ähnlichem) sollte jede*r mal gegessen haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

LETZTE WORTE
Seit Beginn der Rückrunde steht Andreas Bockius mit Klaus Hafner am Spielfeldrand. Bis Saisonende sind die beiden als Stadionsprecher-Duo gemeinsam am Start, in der kommenden Saison wird Bockius das Amt von 05-Legende Hafner übernehmen. In der aktuellen Folge Wortpiratin rot-weiß habe ich mit dem Neuen über seinen Job beim Verein gesprochen.

Mensch, Frau Nora: Wir sprechen über digitale Gewalt

Manchmal greifen Themen und Geschehnisse fast organisch ineinander: Am 6. März haben wir unseren neuen Podcast FRÜF – Frauen reden über Fußball vorgestellt. Die Reaktionen darauf waren überwältigend positiv. Bis zu dem Moment, als ein paar Männer in ihrem Podcast darüber sprachen, wen von uns Frauen sie wie attraktiv finden, ob dicke Frauen nun fickbar sind oder nicht und dass sie mich gern mal in einer Turnhalle wegzimmern würden. Wie reagiert man auf sowas? Schweigen? Rückzug? Öffentlichkeit? Wir haben uns entschieden, über das Thema zu sprechen, weil wir das, was da passiert – digitale Gewalt gegen uns Frauen – nicht hinnehmen wollen.

In den Tagen darauf schrieb ich unter anderem mit Nora Hespers, einer wunderbaren Kollegin aus Köln, zu den Vorkomnissen. Sie empfahl mir eine aktuelle Podcast-Folge von NETZPOLITIK.ORG zum Thema „Digitale Gewalt“. Zu Gast bei Chris Köver waren Netzpolitik-Expertin Anne Roth und Anna Hartmann vom Dachverband der Frauenberatungsstellen. Roth hat sich mit dem Thema der digitalen Gewalt speziell gegen Frauen auch in ihrem sehr empfehlenswerten Talk beim 35. Chaos Communication Congress beschäftigt.

In der Kommunikation wurde Nora und mir schnell klar, das Thema beschäftigt und betrifft uns auf eine Art und Weise, die wir nicht hinter verschlossenen Türen halten möchten. Das hat sehr viel damit zu tun, dass wir beide daran glauben, Menschen müssen Gegengewichte setzen und sein, wenn digitale Gewalt geschieht. Und zwar völlig unabhängig davon, wen sie (be-)trifft. Deswegen war ich zu Gast in Noras tollem Podcast Mensch, Frau Nora und wir haben darüber gesprochen, warum digitale Gewalt nicht losgelöst ist von analoger, warum sie Männern anders begegnet als beispielsweise Frauen oder Transmenschen und warum es wichtig ist, sie zu thematisieren.

[Quelle Video: Mensch, Frau Nora]

report München macht Stimmung gegen Fußballfans

Das selbsternannte Politikmagazin report München zeigt einen Film über vermeintlich alltägliche Zustände in deutschen Fußballstadien, der vor gefährlichem Halbwissen nur so strotz. Diese Art der Kriminalisierung von Fußballfans ist nicht neu, dass sie ausgerechnet im öffentlich rechtlichen Fernsehen derart massiv geschieht, halte ich für äußerst bedenklich. Eine Kritik.

Immer wieder gibt es in und vor den Stadien der Bundesliga Ärger mit Hooligans. Sie provozieren, zündeln und prügeln.

Gewagte Anmoderation, die der Beitrag natürlich nicht einlöst. Zunächst geschieht der gängigste Fehler: Ultras, Hooligans und hier sogar Nazis werden vermischt. Zu Beginn des Beitrags geht es dann um die Vorfälle beim Chemnitzer FC (Infos dazu beim MDR). Was da passiert ist, darf nicht toleriert werden, eine Aufarbeitung ist dringend nötig. Aber report München tut so, als stehe das Ereignis exemplarisch dafür, was in Stadien passiert.

Was gänzlich fehlt ist ein Hinweis darauf, wie deutlich viele Fanlager die Aktion verurteilt haben. Auch das Engagement etlicher Vereine und ihrer Angänger gegen Rechts ist dem Beitrag keine Silbe wert. Stattdessen die Behauptung: „Pyrotechnik, Hass, Krawalle: Oft Alltag im deutschen Fußball.“ Und weiter: „Einige Ultras und Hooligans kapern den Sport. Feiern sich im Internet mit Videos. Haben ihre eigene Agenda.“ Ich formuliere es mal so: Eine eigene Agenda scheinen auch diejenigen zu haben, die diesen Filme verantworten. Oder landen darin zum Beispiel Ultras und Hooligans aus Unwissenheit in einem Topf?

Auszüge aus der Anfrage an die Vereine (Screenshot).

Auszüge aus der Anfrage an die Vereine (Screenshot).

Eine andere Frage, die ich mir stelle: Im Vorfeld werden als Teil der Recherche 150 Vereine der 1. bis 4. Liga zu „Problemen mit gewaltbereiten Fans, Ultras und Hooligans“ befragt. Der Beitrag thematisiert Vorfälle unter anderem beim Chemnitzer FC und dem Bischofswerdaer FV 08, beide Regionalliga Nordost. Wieso fragt man dort nicht gezielt nach diesen Vorkommnisen? Man hätte sich beispielsweise mit rechten Tendenzen innerhalb der Gesellschaft und ihren Ausprägungen in verschiedener Regionen des Landes beschäftigen können, um dann der Frage nachzugehen, ob eben diese in den Stadien fortbestehen. Das wäre ein wichtiges und lohnendes Thema gewesen, doch stattdessen werden Fans generell in eine Ecke gestellt, von der sich etliche Szenen mit viel Engagement abgrenzen.

Im Beitrag werden schließlich noch Zahlen zu Verletzten im Stadion genannt, leider geschieht dies völlig ohne Kontext. Die 1213 Verletzten innerhalb der benannten Saison (aus: ZIS Jahresbericht 2017/18) kommen auf 21 Millionen Stadionbesucher im selben Zeitraum. Ja, jede|r Verletzte ist eine⁄r zu viel, darüber müssen wir nicht diskutieren. Dennoch ein Vergleich zur Rezeption dieser Zahlen bei unterschiedlichen Themen: 6,3 Millionen Besucher und 3333 Verletzte gab’s 2018 auf dem Oktoberfest. Da ist hinterher aber nicht von Krawallen Gewaltbereiter die Rede, vielmehr ziehen Polizei, Veranstalter und Medien eine positive Bilanz.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Ja, es gibt auch gewaltbereite Fans und es gibt schwierige Fan-Szenen. Probleme müssen offen benannt und angegangen werden, keine Frage. Das Bild aber, das dieser Beitrag bewusst oder aus Unwissenheit zeichnet, ist unverantwortliche Stimmungsmache. Dieser Art von Berichterstattung sollte die ARD keine Bühne bieten.

05-Gegnerbetrachtung: Das Ende einer Bayern-Ära?

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Vor der Partie in München erzählt mir Max Ost vom Rasenfunk, was er am Spiel der 05er mag – und wieso in das Aus der Bayern in der Champions League nicht überrascht hat.

1
Hallo Max, wie schön, dass du Zeit für meine Fragen hast. Seit 2014 betreibst du mit Frank Helmschrott den Rasenfunk, einen Sender mit bisher drei Formaten. Für die Handvoll Leute, die euch tatsächlich nicht kennen: Was macht ihr da und wieso tut ihr das?
Wir reden mit tollen Gästen über Fußball. In der „Schlusskonferenz“ über den vergangenen Bundesligaspieltag, im „Kurzpass“ über alles Mögliche aus der Welt des Fußballs und im „Tribünengespräch“ ausführlich über ein Thema. Von der Geschichte der Fußballtaktik bis zu biographischen Rückblicken mit Profis auf ihre Karriere und den Football Leaks – bei uns wird ein breites Spektrum abgedeckt. Dabei versuchen wir, möglichst sachlich und fundiert zu sein.

Max und Frank sind die Macher hinter dem Rasenfunk. (Foto: Rasenfunk)

Max und Frank sind die Macher hinter dem Rasenfunk. (Foto: Rasenfunk)

2
Im Oktober seid ihr von der „Deutschen Akademie für Fußballkultur“ als bester Podcast mit dem Fanpreis des Jahres 2018 ausgezeichnet worden. Wer von euch beiden durfte den Pokal eigentlich mit heimnehmen und was hat sich seither für euch und das Projekt verändert?

Der Pokal steht bei mir im Büro, Frank hat ihn mir überlassen und so halte ich ihn in Ehren. Durch den Preis können jetzt mehr Menschen außerhalb der Podcast-Filterblase etwas mit dem Rasenfunk anfangen. Gefühlt hilft uns das bei Gästeanfragen. Wir bekommen zwar immer noch viele Absagen, aber nur nette. Und es war einfach etwas Besonderes, nach so viel Arbeit mal einen Abend lang so viele Schulterklopfer zu bekommen. Das ist ein guter Antrieb.

3
Stichwort Finanzierung: Der Rasenfunk ist werbefrei, wer eure Arbeit unterstützen möchte, kann dem Supporters Club beitreten. Verrätst du da Zahlen? Wie viele SupporterInnen sind aktuell an Bord und wie weit trägt deren monetarisierte Liebe für euren Podcast?

Genaue Zahlen möchten wir nicht nennen, weil sie ohne Bezug zu unseren Kosten nicht arg viel aussagen. Und in meinem Fall betreffen die Kosten private Dinge wie Miete, Kindergartengebühr und so weiter. Aber: Seit Beginn der Bundesligasaison lebe ich nur vom Rasenfunk und komme damit über die Runden. Wir haben viele Unterstützerinnen und Unterstützer, die meist einen kleinen Eurobetrag pro Monat überweisen. Manche auch wesentlich mehr. Im Grunde ist es völlig irre, mit freiwilligen Kleinbeträgen seinen Alltag finanziell zu stemmen. Das will mir manchmal nicht in den Kopf, so selten und grandios das ist.

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

4
Du bist Podcaster, Fußballbegeisterter, Social-Media-Crack, Zwillingspapa von Mädchen und Fan der Münchner Bayern. Erste Frage, wie bekommst du das zeitlich unter einen Hut? Dann will ich natürlich von dir wissen, wie du eigentlich Bayernfan geworden bist – und ob es auch Momente gibt, in denen dir das deine Arbeit am Rasenfunk schwermacht?

Zwei Faktoren sind wichtig: 1. Mein Leben besteht zu großen Teilen aus dem Rasenfunk und den Kindern. Eine ganze Reihe von anderen Dingen kommt zu kurz. 2. Viel Arbeit am Rasenfunk findet nachts statt. Und zum Fandasein: Ich komme aus einer Gegend, in der es eigentlich nur Club-Fans gab. Der Platzwart meines Dorfvereins war aber Bayernfan und hat es geschafft, meine drei Brüder und mich anzustecken. Ich gehe vor allem deshalb offen mit meiner Fanleidenschaft um, damit die Hörerinnen und Hörer sich ihr eigenes Bild machen können. Spricht da jetzt jemand durch die Bayernbrille oder nicht? Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Journalistinnen und Journalisten offen mit ihrem Herzensverein umgehen. In den meisten Fällen sehe ich Dinge bei Bayern sogar kritischer als andere. Ich hoffe deshalb auch, dass es meine Arbeit nicht schwerer macht. Manche Leute hören deshalb nicht in den Rasenfunk rein, vielleicht finden ihn manche deshalb auch doof. Aber die hätte ich anders ja auch nicht überzeugt bekommen, also ist das einfach so. Verstellen könnte ich mich bei so vielen Sendungen sowieso nicht.

5
Vorm Heimspiel der Bayern gegen Wolfsburg kam Joachim Löw nach München, um Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng mitzuteilen, dass sie unter ihm nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen werden. Wie schätzt du die Wirkung dieser Entscheidung auf den FCB ein und kannst du sie sportlich nachvollziehen?

Für den FC Bayern ist sie mittelfristig positiv. Die Spieler konzentrieren sich auf den Verein, bekommen Auszeiten, wollen es sich und anderen nochmal beweisen. Und – so viel Wahrheit gehört dazu – alle drei sind auch im Verein nicht mehr gesetzt. Ich kann die Endgültigkeit, den Zeitpunkt und die Form der Entscheidung nicht nachvollziehen. Betrachtet man die Art und Weise, wie Joachim Löw in der Vergangenheit gehandelt hat, kann einen das aber auch nicht überraschen. Er tut sich damit sehr schwer, Spieler auszusortieren und das sauber abzuwickeln.

Für jeden was dabei: Die Podcast-Landschaft in Sachen Sport wächst und wächst. (Montage: Rasenfunk)

Für jeden was dabei: Die Podcast-Landschaft in Sachen Sport wächst und wächst. (Montage: Rasenfunk)

6
Eine Zeitlang sah es so aus, als bleibe der Meisterschaftskampf diese Saison länger spannend. Für Außenstehende war das ehrlich gesagt eine Wohltat. Nun stehen die Bayern dank besserer Tordifferenz wieder vor dem BVB. Wurde in München zuletzt sehr viel richtiggemacht – oder profitiert der FCB von einer Schwächephase des BVB, denen Marco Reus schmerzlich fehlte?

Wer von den letzten 13 Spielen 12 gewonnen hat, kann nicht so viel falsch gemacht haben. Das allein hat den FC Bayern aber nicht wieder an die Tabellenspitze gebracht, die Punktverluste der Dortmunder gehören dazu. Im Grunde kann aber beides nicht überraschen: Dortmund hat nicht die Kaderbreite, um einen Ausfall wie den von Reus oder Formschwächen von Hakimi und Sancho aufzufangen, der FC Bayern wiederum hat durch seinen irrsinnigen Etat einen so großen Wettbewerbsvorteil, dass Siege die Regel und nicht die Ausnahme sind.

7
Zu Beginn der Saison hat Niko Kovač das Traineramt in München übernommen. Zu Anfang stand er enorm in der Kritik und wenn es nicht wunschgemäß läuft, werden schnell Stimmen laut, die sagen, er sei für diesen Verein nicht der Richtige. Wie beurteilst du seine bisherige Arbeit in München, was gefällt dir an seinem Führungs- sowie Trainingsstil und wo würdest du ihm in einem Zwischenzeugnis noch Nachholbedarf bescheinigen?

Wie so oft ist es bei den Bayern schwierig, die Arbeit des Trainers mit der Qualität des Kaders aufzuwiegen. Wer hat welchen Anteil am Erfolg? Was mir an Niko Kovač gefällt, ist seine souveräne Art im Umgang mit den Medien. Er bietet nicht allzu viele Knallerzitate an, ist aber dennoch relativ offen im Austausch mit Journalisten. Das ist eine für alle Seiten funktionierende Konstellation. Und es gibt hier auch eine Parallele zu seinem Umgang mit den Spielern: So, wie er die Journalisten von der Qualität seiner Arbeit überzeugen musste, war das auch bei den Profis der Fall. Hier hatte er zu Beginn der Saison eine Idee, die wesentlich auf Rotation in einem ansonsten kleinen Kader beruhte, von der er aber nach der sportlichen Talfahrt und wie man hört offenen Gesprächen mit dem Mannschaftsrat dann abgerückt ist. Seitdem gibt es wieder eine klarere Startelf, die Spieler wissen eher, wo sie stehen. Und so lange der FC Bayern gewinnt, geht das auch gut. Nachholbedarf sehe ich im Positionsspiel im Ballbesitz sowie beim Erarbeiten kreativer Zugänge in den gegnerischen Strafraum.

Und wann kehrt Giovane Élber zum FC Bayern zurück? Im Rasenfunk war er schon. (Foto: Rasenfunk)

Und wann kehrt Giovane Élber zum FC Bayern zurück? Im Rasenfunk war er schon. (Foto: Rasenfunk)

8
Für den Sommer haben die Verantwortlichen des FC Bayern zuletzt mehrfach einen großen Umbruch angekündigt. Ist das eine Aufgabe, die du Hasan Salihamidžić zutraust? Irgendwie wirkt er seit Beginn seiner Münchner Zeit leicht angezählt, das macht es schwer, seine Arbeit inhaltlich zu beurteilen. Und wie stehst du zur immer wahrscheinlicher werdenden Rückkehr von Oliver Kahn?

Es ist schwierig, das Handeln von Salihamidžić zu bewerten. Das liegt an seinem Auftreten in der Öffentlichkeit, aber auch an dem Korsett, in dem er sich bewegt: An dessen einer Schnur zieht Uli Hoeneß, an der anderen Karl-Heinz Rummenigge. Salihamidžić bekommt dabei mal mehr, mal weniger Spielraum, sich selbst zu entfalten. Da sich in den Strukturen unter Salihamidžić (Scouting vor allem) nichts geändert hat, ist ihm der Umbruch durchaus zuzutrauen. Was Sportdirektoren unter Rummenigge und Hoeneß aber immer gemein bleiben wird, ist die Frage, wer dann eigentlich die Entscheidungen getroffen hat und für Erfolge wie Misserfolge verantwortlich ist. Oliver Kahn ist die logische Nachbesetzung von Rummenigge und vielleicht hat er sich dadurch, dass er sich zwischenzeitlich aktiv vom Verein entfernt hat (auch in der Rhetorik), sogar noch attraktiver gemacht. Jeder, der nach Hoeneß und Rummenigge kommt, steht vor einem Mount Everest an Erwartungen. Ich traue Kahn mehr als anderen Kandidaten zu, mit dieser Erwartungshaltung gut umzugehen.

9
In der Champions League war gegen Liverpool im Achtelfinale Schluss. Wie überrascht bist du? Ist das einfach eine verlorene Partie oder, wie Tobias Escher schreibt, das Ende einer Ära? Und werden die Bayern jetzt in Liga und Pokal umso unerbittlicher?

Nein, überrascht hat mich das nicht. Ein Weiterkommen gegen Liverpool ist immer schwierig und wer ein paar Spiele beider Mannschaften dieses Jahr gesehen hatte, der wusste, was für eine Mammutaufgabe da auf die Bayern wartete. Erfolgreiche Zeiten von Mannschaften enden selten in einem Spiel, ich glaube aber schon, dass wir in ein paar Jahren den Endpunkt der erfolgreichen Heynckes/Guardiola-Zeit mit seinen positiven Nachwirkungen bis heute mit dem Liverpool-Spiel markieren werden. Tut mir leid, Fortuna Düsseldorf. Ihr wart nah dran. Der FC Bayern wird in der nächsten Saison ein deutlich verändertes Gesicht haben. Mal sehen, wie gut es sich anschauen lässt. Auf die Reaktion in Pokal und Liga bin ich sehr gespannt. Der Reflex müsste eigentlich wütender Wille sein, aber das hätte man auch schon nach dem 1:2 gegen Liverpool so erwarten können und sah davon nichts.

10
Am Wochenende muss das Team gegen Mainz wieder den Bundesliga-Alltag annehmen. Die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz hat aktuell mit einer akuten Abschlussschwäche zu kämpfen. Auch über den Ballbesitz werden die 05er in München wohl nichts holen, eher kann ihre zuletzt stark verbesserte Laufleistung ein Pfund werden. Wie wird Kovac seine Elf gegen diese Mainzer aufstellen? Was für ein Spiel erwartest du und hast du einen Ergebnistipp?

Es wird sehr interessant sein zu sehen, wie die Spieler auf das Aus in der Champions League reagieren. Im letzten Jahr hallte die Halbfinalniederlage gegen Real noch bis ins DFB-Pokalfinale nach. Ich erwarte wütende Bayern, die sich jedoch nicht an Kreativität überbieten werden. Tendenziell schlagen die Münchner unter Kovac sehr viele Flanken und gerade damit können Bell und Niakhaté (wer auch immer davon spielt) sehr gut umgehen. Ich bin gespannt, ob Mainz wieder mit Raute aufläuft und wie häufig sich die im Ballbesitz auch formieren kann. Gegen den Ball kriegt man damit das Zentrum schnell dicht, das wird sicher wichtig sein. Aber die Frage ist eben, wie oft Mainz Entlastung schaffen und längere Ballbesitzphasen einstreuen kann. Verwundbar sind die Bayern dann vor allem über Umschaltsituationen. Ich tippe auf ein 3:1 für Bayern.

Alles im Blick: Arbeitsplatz von Rasenfunker Max Ost (Foto: Rasenfunk)

Alles im Blick: Arbeitsplatz von Rasenfunker Max Ost (Foto: Rasenfunk)

11
Du beobachtest durch den Rasenfunk ja regelmäßig alle Bundesligisten- Wie gefällt dir die Spielweise der 05er, auch im Vergleich zur Vorsaison, und was traust du ihnen im weiteren Verlauf der Serie noch zu? Und wie beurteilst du den Ansatz von Sandro Schwarz?

Zeitweise war der Fußball von Mainz nicht mit der Vorsaison vergleichbar. Wesentlich passsicherer, strukturierter und mit einer offensiv ausgerichteten Positionierung. Mir gefällt an Mainz die Besetzung des Zehnerraums sowie die Nachrückbewegungen der Achter, sobald der Ball mal auf dem Flügel ist. Dadurch ergeben sich immer wieder Ballkontakte vor dem gegnerischen Strafraum. Wenn Mainz jetzt noch die Distanzschüsse durch Steckpässe, Verlagerungen oder Lupfer ersetzen würde… Ebenfalls gut finde ich die Interpretation der Außenverteidigerposition von Brosinski und Aarón. Gerade Letzterer ist immer so ein bisschen der Seismograph dafür, wie gut Gegner auf Mainz eingestellt sind. Kommt er selten hinter die Abwehr oder kann isoliert ins Dribbling gehen, dann fehlt dem Spiel der 05er eine wichtige Komponente, die am ehesten durch Vorrückbewegungen von Kunde, Gbamin oder Latza ersetzt werden kann.
Wo ich noch Verbesserungspotenzial sehe, sind die Bewegungen der ein bis zwei Spieler innerhalb des Strafraums im offensiven Ballbesitz. Bei Flanken passt das meistens (einer kurz, einer lang – wenn es zwei sind), da ist der Rückraum aber nicht immer besetzt (eventuell auch aus Respekt vor dem Konter) und wenn Mainz zentral vor dem Strafraum den Ball hat, gibt es fast gar keine diagonalen Bewegungen, die einen Pass mit gutem Winkel für die Annahme ermöglichen. Ich glaube dieser Punkt hat aber auch damit zu tun, dass die Besetzung der Offensive nicht final geklärt ist und die Rollen je nach Gegner anders verteilt werden. Ich mag den Ansatz von Sandro Schwarz aber, mit Mainz erst offensiv und dann defensiv zu denken. Dieser Mut passt nicht nur zum Verein und seiner Geschichte, er bietet vor allem den jungen Spielern auch eine attraktive Perspektive. Sich im Offensivspiel auszuzeichnen ist leichter als in der Defensive zu glänzen. Und hinten steht ja traditionell ein starker Torhüter sowie mit Bell und Niakhaté zwei richtig Gute. Pro Saison sehe ich um die 150 Spiele in voller Länge – über Spiele von Mainz freue ich mich in diesem Jahr.

KOMPAKT
Der FC Bayern ist der beste Club der Welt, weil … er es nicht ist. Leider gibt es den perfekten Fußballklub nirgendwo.
Was ich an unserem Stadion besonders liebe, ist … der C12-Stand. Ich bin nicht mehr oft im Stadion, aber das Gefühl, dort immer Freunde und Bekannte zu treffen, egal bei welchem Spiel, ist durch nichts zu ersetzen.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Miroslav Klose. Und er wird ein großartiger Trainer werden.
Wer München besucht, sollte unbedingt … ins Stadion an der Schleißheimer Straße und dort Fußball schauen, was trinken und essen.
Besonders lecker essen Gästefans … neben dem Stadion an der Schleiß im Obacht nebenan oder im Fraunhofer an der Fraunhoferstraße.

Vielen Dank für das Gespräch!

LETZTE WORTE
WebEs gibt jetzt einen neuen Podcast: FRÜF – Frauen reden über Fußball. Dahinter steht ein stetig wachsendes Kollektiv fußballbegeisterter Frauen, die künftig einmal im Monat in wechselnder Besetzung über alles sprechen, was sie am Fußball interessiert. „Wir sind Fans, Journalistinnen, Spielerinnen – und manche von uns sogar alles davon. Wir sind diskussionsfreudig, aber solidarisch. Uns interessieren fußballerische Trends, der Diskurs über 50+1 und die gesellschaftliche Relevanz von Antirassismus-Kampagnen des DFB genauso wie die Unterschiede im Umgang mit Frauen- und Männerfußball, die weibliche Fußballsozialisation und der Umgang mit Sexismus im Stadion.“ – Und ich bin Teil dieser wunderbaren Gruppe. Die Nullnummer könnt ihr euch hier anhören. Abonniert uns und verbreitet die frohe Kunde!

FRÜF – Frauen reden über Fußball. Weil wir es können!

Web

Wann passt der Aufschlag eines Podcasts, in dem ausschließlich Frauen über Fußball reden, besser, als in der Woche, die am Freitag mit dem internationalen Frauentag endet? Das haben wir uns auch gedacht und unser Podcast-Baby FRÜF – Frauen reden über Fußball am 6. März der Öffentlichkeit präsentiert. Hinter dem Projekt steht ein stetig wachsendes Kollektiv fußballbegeisterter Frauen, die von Rebecca Görmann und Kristell Gnahm zusammengebracht worden sind. Die Initialzündung liegt eigentlich schon fast ein Jahr zurück, wie ein alter Tweet verrät.

Nun haben wir uns bei FRÜF tatsächlich zusammengetan, denn: Wir sind viele. Und wir sind laut. Das bedeutet natürlich nicht, dass im Podcast wild herumgeschrien wird. Aber uns alle verbindet nicht nur die Liebe zum Fußball, sondern auch die Wahrnehmung, die wir als Frauen auf diesen Sport haben und die Tatsache, dass wir als Frauen innerhalb der Fußballszene auf eine spezielle Art und Weise wahrgenommen und behandelt werden. Als weiblicher Fan ebenso wie als Journalistin, Aktivistin, Spielerin oder Ehrenamtliche. Darüber werden wir künftig einmal im Monat sprechen, und natürlich auch über den Fußball selbst, der uns zusammenbringt – und in dem wir alle diese Themen erfahren. Oder wie es in unserer Selbstbeschreibung so schön heißt:

„In FRÜF steckt, was der Name verspricht: Frauen reden über Fußball. Hinter FRÜF steckt ein stetig wachsendes Podcast-Kollektiv von Frauen, für die Fußball mehr ist als nur eine Sportart.
Wir sind Fans, Journalistinnen, Spielerinnen – und manche von uns sogar alles davon. Wir sind diskussionsfreudig, aber solidarisch. Uns interessieren fußballerische Trends, der Diskurs über 50+1 und die gesellschaftliche Relevanz von Antirassismus-Kampagnen des DFB genauso wie die Unterschiede im Umgang mit Frauen- und Männerfußball, die weibliche Fußballsozialisation und der Umgang mit Sexismus im Stadion. Über solche Fragen sprechen wir in wechselnder Besetzung in unserer monatlichen Sendung.“

Etwas überrollt wurden wir dann alle von der großen Liebe am Launch-Tag. Keine doofen Sprüche, stattdessen viel Zustimmung und Wohlwollen. Jetzt liegt die Messlatte für die erste echte Sendung natürlich hoch, aber das würden wir gar nicht anders wollen. Wir werden, da bin ich mir sicher, viel Freude haben bei der gemeinsamen Arbeit an diesem Herzensprojekt.

Wir werden uns nicht immer einig sein, es wird Sendungen geben, an denen sich der eine oder die andere stößt. Und das ist vollkommen okay. Denn wir werden gemeinsam immer weiter planen, aushecken und: einfach machen. Vor allem aber werden wir über Fußball reden, ernsthaft, liebend, kritisch, aufgeregt, intensiv, augenzwinkernd, kontrovers, fair. Darauf freuen wir uns wie Bolle.