Die Woche am Bruchweg (45/19)

Das Training am Bruchweg in der Woche nach dem 0:8 in Leipzig beginnt ruhig. Auf dem Platz schleichen die Spieler anfangs noch merklich, doch im Laufe des Vormittags wird ihr Gang in der herbstlichen Sonne aufrechter. Zunächst aber scheint es, als laste die Anwesenheit der Kiebitze auf ihnen, das Wissen um die vielen Augenpaare, die auf ihnen ruhen, die Frage, was denken die Menschen am Spielfeldrand, was fühlen sie. Später wird Sandro Schwarz in der Medienrunde sagen: „Du schämst dich. Auch jetzt noch. Null zu acht zu verlieren, das ist brutal. Alles tut weh.“ Genau diesen Eindruck vermittelt sein Team um kurz nach zehn an diesem Dienstagmorgen.

Anfangsverkrampfung: Zu Beginn des Trainings wirken die Spieler gehemmt. (Fotos: WP)

Anfangsverkrampfung: Zu Beginn des Trainings wirken die Spieler gehemmt. (Fotos: WP)

Es wird das einzige öffentliche Training in dieser Woche bleiben. Eine regelmäßige Beobachterin erzählt, dass sie vor der Einheit mit Jean-Paul Boëtius gesprochen hat. „Ich habe ihm gesagt, wie weh das tut.“ Der Niederländer habe erwidert, für niemanden tue es ihnen, den Spielern, so leid, wie für die treuen Fans. Weder Mannschaft noch Verantwortliche weichen dem Kontakt mit den Anhänger*innen aus. Niemand verkriecht sich. Als Sandro Schwarz später gefragt wird, ob er sich anschaue, was derzeit in den sozialen Medien abgehe, ist seine Haltung klar. Natürlich bekommt er das zugetragen und: „Dass alle unzufrieden sind, das kann ich doch nachempfinden.“ Seine Räume aber sind andere, betont er – und dort ist er auch ansprechbar. „Wenn sie zum Training kommen und mich jemand darauf anspricht, dann können wir sehr gerne über diese Dinge sprechen.“ Das spüren auch die Autogrammjäger, die an diesem Tag vor Ort sind.

Eingrooven auf die wichtige Einheit.

Eingrooven auf die wichtige Einheit.

Vor Ort ist in einer Woche wie dieser auch deutlich mehr Presse als sonst. Alle wollen sich einen Eindruck machen, wie der Umgang zwischen dem Team auf und dem neben dem Platz wirkt. Unter den Fans ist anfangs vor allem Niko Kovac Thema. Hat er tatsächlich hingeworfen? Oder nicht? Soll man neidvoll auf diese Entwicklung in München schauen oder ist man froh über die hiesige Stabilität in Personalfragen? Auch Rouven Schröder hat schließlich die Mannschaft gefordert – und nicht etwa den Trainer infrage gestellt.

Zuversicht zurückerarbeiten.

Zuversicht zurückerarbeiten.

Dieser wehrt sich vehement gegen die Formulierung, das Team sei durch Schröders Aussage angezählt, und verteidigt seine Spieler leidenschaftlich. „Das mache ich nicht mit. ‚Diese Mannschaft!‘ ‚Diese Spieler!‘ Nein, nein, nein.“ Kopfschütteln untermalt seine Worte. „Da sitzt niemand und denkt sich: ‚Ich habe mit der ganzen Sache nichts am Hut.‘“ Wie eng die Spieler und das Trainerteam zueinanderstehen, ist auf dem Trainingsplatz zu beobachten. Schwarz feuert nicht nur, wie sonst, lautstark an, er ist auch ständig selbst an der Linie in Bewegung, als wolle er seine Worte zu den Spielern tragen.

Die kommunizieren sehr viel untereinander. Robin Zentner ist dabei abermals auffällig, Boëtius fungiert als leidenschaftlicher Lautsprecher und zudem immer wieder als Übersetzer. Deutlich ist zu spüren, wie Niakhatés Präsenz Spielzüge verändert. Die Intensität auf dem Feld nimmt zu und es scheint, als hätten die Trainierenden sich ein wenig von der Last des Wochenendes freigelaufen. Schwarz bestärkt und lobt seine Spieler. Aufbauarbeit nennt sich das wohl, für konstruktive Kritik bleibt diese Woche noch genug Zeit, ohne das fremde Augen und Ohren über die Kommunikation auf dem Platz wachen.

Meine Spieler geben mir Hoffnung.
Sandro Schwarz, Cheftrainer

Schwarz beschönigt nichts, als er später mit den Journalist*innen spricht. Er macht deutlich, wie beschissen sich der Samstag für alle Beteiligten angefühlt hat, wie peinlich und beschämend das Ergebnis für sie sei. In einer solchen Situation gebe es zwei Möglichkeiten, so der Trainingsleiter: Alles in Schutt und Asche legen, die Spieler an die Wand nageln und alles infrage stellen – für ihn der falsche Ansatz. Das erste Gegentor? Vermeidbar. In den ersten 25 Minuten sei danach viel so gelaufen, wie sich die Mannschaft das vorgenommen habe.

Gemeinsames Auslaufen nach dem Training.

Gemeinsames Auslaufen nach dem Training.

Ab dieser 25 Minute lautet sein Fazit: katastrophal. „Die größte Entschuldigung, die wir bringen können, ist die Leistung auf dem Platz.“ Wem sollten noch mehr Worte helfen? „Leistung. Das ist der einzige Weg, um alle zufriedenzustellen.“ Das schlechte Gefühl wollten sie schließlich auch selbst loswerden. „Die Entschuldigung muss man uns ansehen.“

Die krachende Niederlage in Leipzig vergleicht der Coach mit der 1:6-Pleite am dritten Spieltag gegen Bayern München. „Da kannst du die Schablone drauflegen.“ Jede Erkenntnis helfe dabei, gemeinsam weiterzuarbeiten. „Ich bleib dabei, wir haben zu viele Spiele verloren. Aber ich werde nicht sagen, sie sind nicht lernfähig. Sie verlieren den Kopf, ja.“ Da spiele auch der Faktor „junge Mannschaft“ mit hinein, gleichwohl Schwarz den nicht als Entschuldigung heranziehen mag.

Stattdessen, Einzelgespräche, weil jeder Spieler anders ist, auch in seinen Bedürfnissen. „Der eine braucht vielleicht mehr den Zuspruch, das Positive.“ Ein Beispiel hierfür ist Ronaël Pierre-Gabriel (21), der bei drei Startelfeinsätzen bisher ausgerechnet die Spiele bei den Bayern und RaBa Leipzig miterlebte und zudem in der Partie gegen Wolfsburg bereits nach einer Stunde vom Feld musste.

Trainerbesprechung.

Trainerbesprechung.

„Weil er diese zwei Extremerfahrungen gemacht hat, wenn du mit ihm in die Analyse gehst, macht es jetzt sicher wenig Sinn, ihm nochmal alles aufzuzeigen, wie schlecht das ist, sondern du musst die Dinge inhaltlich aufarbeiten und ihm zeigen, warum er hier ist und was für ein Potential er hat.“ Dazu gehöre auch die notwendige Geduld. „Der kann das, zu einhundert Prozent.“

Im Glauben an jeden einzelnen Spieler, mit dem er und sein Team arbeiten, zeigt Sandro Schwarz sich ungebrochen und beantwortet die Frage, was ihm in der aktuell schwierigen Situation die meiste Hoffnung mache, mit Nachdruck und großer Klarheit. „Meine Mannschaft. Meine Spieler geben mir Hoffnung.“ Am Samstag haben sie die Gelegenheit, diese Hoffnung auch bei der Anhängerschaft wieder zu entfachen.

Mainz 05: Where do we go from here?

Das hat gesessen. Mainz 05 verliert 0:8 in Leipzig und kassiert damit die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte. Es ist ein Tag, an dem die sachliche Analyse schwerfällt, weil jede*r, di*er dem Verein irgendwie verbunden ist, ganz selbstverständlich (auch) emotional auf das reagiert, was da auf dem Platz passiert ist. Es war ehrlich gesagt schwer genug, sich das bis zum Ende anzuschauen – die betretenen Gesichter der Protagonisten nach dem Spiel, halfen dann auch nicht weiter. Der Versuch ist aber umso wichtiger, weil Emotionen, so relevant sie im Fußball sind, hier einfach nicht weiterhelfen. Aber der Reihe nach.

05-Coach Sandro Schwarz in der Pressekonferenz nach dem Spiel. (Quelle: Screenshot)

05-Coach Sandro Schwarz in der Pressekonferenz nach dem Spiel. (Quelle: Screenshot)

Die Startelf
Gegen eine Mannschaft wie RaBa Leipzig, die unter der Woche den VfL Wolfsburg in deren Stadion mit 6:1 überrollt hat, geht jeder Coach am liebsten mit eingespieltem Innenverteidiger-Duo. Diese Möglichkeit war Sandro Schwarz aber leider durch die fünfte gelbe Karte gegen Moussa Niakhaté im Heimspiel gegen Köln genommen. Da zudem Stefan Bell langzeitverletzt ausfällt und Ahmet Gürleyen, das junge Talent auf dieser Position, aufgrund eines grippalen Infekts unter der Woche kaum trainieren konnte, stellte sich Alexander Hack quasi von selbst auf.

Für die Rechtsverteidigerposition hatte Sandro Schwarz im Vorfeld zwei Optionen und er entschied sich für Ronaël Pierre-Gabriel statt Daniel Brosinski. Nachvollziehbar, da Brosinski zwar einer ist, der um jeden Meter kämpft, Pierre-Gabriel unter der Woche im Training aber einen sehr guten Eindruck gemacht hat und das Trainerteam ihm in Sachen Geschwindigkeit vermutlich eine bessere Leistung unterstellte als seinem um zehn Jahre älteren Konkurrenten. Im Mittelfeld vertraute der Trainer wie zuletzt gegen Köln Jean-Paul Boëtius, Levin Öztunali, Kunde Malong und Ridle Baku, im Sturm Robin Quaison und – vielleicht auch aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit mit RaBa-Coach Julian Nagelsmann – Ádám Szalai.

Startelf als Reaktion auf die Trainingsleistungen unter der Woche.

Startelf als Reaktion auf die Trainingsleistungen unter der Woche.

Die Anfangsphase
Klingt mit dem Wissen um die ganze Partie witzig, ist aber so: Die 05er sind besser in die ersten Minuten gekommen, als die Heimmannschaft. Das war auch die Kritik, die ihr Coach nach dem Spiel auf hohem Niveau in der Pressekonferenz äußerte. Weil aber Boëtius Rückpass nicht beim Mitspieler ankommt, stattdessen Timo Werner aus dem Mittelfeld Marcel Sabitzer bedient, der von St. Juste nicht entscheidend genug und von Hack gar nicht gestört wird, liegt die Schwarz-Elf bereits nach fünf Minuten mit 0:1 hinten. Damit ist der Matchplan erstmal hinfällig.

Die Psychologie
Egal, wie sehr man sich als Team auch vornehmen mag, ein Ergebnis wie jenes der Leipziger unter der Woche für das eigene Spiel außen vor zu lassen, so ganz kann das kaum gelingen. Bei einem so frühen Gegentor dürften die Alarmglocken dann also erst Recht angehen. Das gilt für Spieler wie Hack oder Pierre-Gabriel, die ihre Chance unbedingt nutzen wollen, besonders. Das Alter eines Profis ist nicht per se eine Begründung für eine schwache Leistung, es gehört in der Betrachtung aber dennoch dazu, weil eben auch jene Profis am Ende des Tages nur Menschen sind – und Pierre-Gabriel ist gerade mal 21 Jahre alt. Dass dieser jungen Spieler, der bereits das Debakel gegen die Bayern auf dem Platz miterlebte, beeindruckt war vom Druck der Leipziger, schien offensichtlich. Die erhoffte Geschwindigkeit brachte er so kaum auf den Platz.

Auch für Hack (26) ist es bezogen auf die wenigen bisherigen Einsätze ein Déjà-vu, so schnell und effektiv überrannt zu werden, gehörte er doch ebenfalls zur Startelf in München. Dasselbe gilt für Boëtius (25), Baku (21) und Aarón (22). Auf solche Ansätze zum Verständnis der Partie folgt häufig die Erwiderung, das sei „keine Entschuldigung“. Damit habe ich ehrlich gesagt so recht nie etwas anfangen können. Es geht doch vielmehr darum, einer derart schlimmen Niederlage so auf den Grund zu gehen, dass sie künftig vermieden wird. Fans mögen zwar nach einer Entschuldigung dürsten, was sicher verständlich ist. Für die Analyse taugt sie als Ansatz aber kein bisschen.

Die Aufstellungen der beiden Teams in Leipzig. (Quelle: Mainz 05)

Die Aufstellungen der beiden Teams in Leipzig. (Quelle: Mainz 05)

Der weitere Spielverlauf
In der ersten halben Stunde hatten die 05er in Person von Hack und dem erneut starken Öztunali sogar die Chance, noch auszugleichen. Weil das nicht gelang und RaBa sich anschließend in einen echten Torrausch spielte, stand es nach 39 Minuten bereits 4:0 für Leipzig. Schwarz reagierte noch vor der Pause, brachte Kapitän Danny Latza für den blass gebliebenen Szalai und stellte um auf ein 5-4-1. Dem Team fehlte zunächst weiter komplett der Zugriff und das 5:0 fiel noch vor der Pause. Zum Vergessen waren auch die ersten Minuten der zweiten Hälfte, in denen die Mannschaft das 6:0 und das 7:0 kassierte. Sollte es an diesem Tag zweistellig werden?

Nein. Denn nach den unsicheren ersten Minuten in Halbzeit zwei fingen sich die 05er – endlich. Dabei half zwar, dass Leipzig nun einen Gang herunterschaltete, die Abstimmung innerhalb des Teams funktionierte jetzt aber auch besser, speziell nachdem Schwarz in der 54. Minute Brosinski für den völlig indisponierten Kunde Malong brachte. Als der Ball nach einem guten Schuss von Quaison im Netz zappelte, keimte gar kurz Hoffnung auf, man könnte das Ergebnis vielleicht von dieser Seite ein bisschen korrigieren. Doch der Linienrichter zeigte Abseits an – es sollte nur aus Leipziger Sicht noch ein Treffer zum 8:0 fallen.

Seine Einwechslung zahlte sich aus: 05-Veteran Daniel Brosinski. (Foto: Malino Schust)

Seine Einwechslung zahlte sich aus: 05-Veteran Daniel Brosinski. (Foto: Malino Schust)

Die Grundsatzfrage
Die Feldreporter*innen hatten nach der Partie nur eine Frage an die Spieler der 05er: War es nicht ein Fehler, mit einer so mutigen und offensiven Aufstellung ins Spiel gegen Leipzig zu gehen? Doch die wurde reihenweise verneint und Robin Zentner brachte den Grund dafür auf den Punkt: „Das ist es, wie wir Fußball spielen wollen.“ Es schmerzt nach einem Nachmittag wie diesem natürlich, klar ist aber auch, genau dieser mutige Ansatz hat Mainz 05 im Heimspiel der Saison 2017/18 den 3:0-Sieg gegen Leipzig beschert, den Auswärtssieg gegen Dortmund am Spieltag darauf – und mit diesen beiden Partien den Klassenerhalt.

Denn das ist der Deal: In einer Weiterentwicklung des Fußballs, der bei Mainz 05 unter Wolfgang Frank und Jürgen Klopp gespielt wurde, erweitert um Elemente des Tuchel-Fußballs, lässt Schwarz mutig und mit Lust am Ballbesitz spielen. Das ist mal mehr und mal weniger erfolgreich – und wenn es nicht erfolgreich ist, tut es bisweilen auch richtig weh.

Wenn also nun nach einem Spiel wie dem in Leipzig an etlichen Stellen wieder die Trainerfrage gestellt wird, so ist das eigentlich Unsinn, weil es nicht um eine Personenfrage geht. Es geht im Verein vielmehr um eine Systemfrage: Für welchen Fußball will Mainz 05 stehen?

Wir brauchen auch das Thema Trainer nicht in Frage stellen. Das ist ganz klar eine Thematik, bei der wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Wir stehen als Verein zusammen. Und der Trainer bleibt der Chef der Mannschaft, da werden wir gemeinsam arbeiten, um die Mannschaft aufzurütteln. Der Trainer ist im Moment der ärmste, der die Mannschaft in der Woche und auch vor dem Spiel sehr gut eingestellt hat.
Rouven Schröder, 05-Sportvorstand

Klar kann man in ein Spiel wie das gegen RaBa auch mit der maximalen Mauertaktik reingehen, natürlich kann man die Tore ausschließlich mit hohen Bällen auf einen nun wieder vorhandenen Stoßstürmer einleiten. Auch das hat es in den vergangenen Jahren in Mainz phasenweise schon gegeben. Schön anzusehen war es nicht. Der Fußball, den die Mannschaft aktuell spielt, tut an Tagen wie diesem Samstag in Leipzig, wenn nichts daran funktioniert, weh. Und ja, Schmerzen dieser Art gab es im bisherigen Saisonverlauf bereits mehrfach. Aber soll die Schlussfolgerung daraus tatsächlich sein, vom eigenen Weg abzuweichen?

Nochmal: Es geht nicht konkret um die Person, die den Trainerposten aktuell besetzt. Es geht um das Konzept, mit dem Mainz 05 diese Besetzung seit Jahren vornimmt. Rouven Schröder hat stets betont, Sandro Schwarz wurde nicht etwa zum Trainer gemacht, weil er 05er ist, sondern weil die sportlich Verantwortlichen im Verein in ihm das sehen, was sie sich auf der Position wünschen. Und nur darauf kommt es an. Viele 05-Anhänger*innen ziehen aktuell gerne den Vergleich mit dem SC Freiburg, der sich als ähnlich gelagerter Verein im oberen Drittel der Tabelle tummelt. Sie blenden dabei aber aus, dass man in Freiburg bereit war, mit Christian Streich in die 2. Liga zu gehen und ihm vertraute, nach dem Abstieg die Mission Wiederaufstieg zu schaffen. Dieses Vertrauen hat Streich zurückgezahlt und nebenher junge Spieler behutsam entwickelt.

Nahm nach der Niederlage das Team in die Pflicht und stellte sich hinter den Trainer: Rouven Schröder. (Quelle: Mainz 05)

Nahm nach der Niederlage das Team in die Pflicht und stellte sich hinter den Trainer: Rouven Schröder. (Quelle: Mainz 05)

Parallel dazu sind Vereine wie Hannover 96 oder Stuttgart in den letzten fünf Jahren jeweils zweimal abgestiegen, Köln sitzt ohnehin im Fahrstuhl fest und die Aufsteiger der letzten Jahre konnten sich alle nicht langfristig in der 1. Liga halten. Mainz hingegen gelingt das Jahr für Jahr aufs Neue, aber noch immer genießen die Verantwortlichen dafür durchwachsenen Kredit bei Teilen der Anhängerschaft. Wieso diese sich so auf Sandro Schwarz einschießt, habe ich bis heute nicht verstanden… Und das wiedergekäute Argument, dass er damals mit der U23 aus der 3. Liga abgestiegen ist, kann ich nicht gelten lassen, wenn ich mich umgekehrt daran erinnere, wie eine ganze Fangemeinschaft den ihr damals noch unbekannten Jørn Andersen gegen Presseangriffe verteidigte, obwohl der gerade mit Offenbach abgestiegen war.

Die Konsequenz
Was also tun, nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichtein der Bundesliga? Weiterarbeiten. Das klingt vielleicht zu einfach, ist nach einer Klatsche dieser Größenordnung aber schwierig genug. Doch damit allein ist es aktuell nicht getan, denn bei allem Verständnis, bei aller Psychologie und aller Nachsicht mit diesem jungen, in der Entwicklung begriffenen Team, muss tatsächlich auch ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Der Kampf, den die Spieler gegen Köln auf den Platz gebracht haben, darf keine Eintagsfliege sein sondern muss Alltag werden.

Die Spieler müssen, auch abseits vom Sportlichen, ein Gefühl dafür (vermittelt) bekommen, wo sie sind, für wen sie spielen, was es bedeutet, ein 05er zu sein. Diese Mentalität kann das Trainerteam zwar vorgeben, aber offenbar genügt das alleine nicht. Also müssen die 05-Verantwortlichen sich andere Wege überlegen, um die DNA des Vereins bei den Spielern einzupflanzen. Und ansonsten die Ruhe bewahren, auch wenn der Sturm gerade heftig tobt. In Mainz ist man nie den Gesetzen dieses Business gefolgt. Jetzt wäre ein ziemlich dummer Zeitpunkt, um damit anzufangen.

Edit: In einer früheren Version des Textes stand die höchte Niederlage der Vereinsgeschichte, das Wort Bundesliga wurde ergänzt.

Die Woche am Bruchweg (44/19)

„Tut mir leid, dass ich überzogen habe.“ Sandro Schwarz eröffnet die wöchentliche Medienrunde gut gelaunt. Er bringt sozusagen die Stimmung vom Training mit, wo die Spieler nach dem Heimsieg gegen den 1. FC Köln – der 100. in der Bundesliga – fokussiert, aber auch deutlich gelöst schienen. Dabei waren sie viel im Dialog miteinander und wirkten hungrig auf Tore und Trainingssiege. Zum Abschluss der Einheit spielte Robin Quaison quasi seinen wuchtigen Schuss vom Freitag nach. Gut habe sich das angefühlt, bestätigt Schwarz das Offensichtliche. „Da gilt es jetzt, dranzubleiben.“

Gelöste Stimmung beim Training.

Gelöste Stimmung beim Training.

Das gute Gefühl des Trainers lässt sich mit Zahlen belegen: Wurden bei der Auswärtspartie in Düsseldorf noch gerade 15 Verteidiger überspielt, waren es gegen Köln 55. „Kompliment an alle, wie wir mit dem Rückstand umgegangen sind“ betont Schwarz, der das 1:0 des FC aber nicht als Weckruf empfunden hat. Man habe auch in den ersten Minuten Zug zum Tor entwickelt und nicht etwa „nur hinten drin gestanden“.

Im Schatten des Bruchwegs.

Im Schatten des Bruchwegs.

Der Vergleich zwischen den Spielen bei der Fortuna und gegen Köln sei gut geeignet, um „den Jungs zu zeigen, was es bedeutet, wenn wir nicht den letzten Schritt machen in der Konsequenz.“ Abgesehen davon wolle er sich mit dem letzten Auswärtsspiel nicht mehr beschäftigen. „Das haben wir seriös aufgearbeitet.“ Man habe – nicht zum ersten Mal in der gemeinsamen Arbeit – bewiesen, dass die Mannschaft mit schwierigen Situationen umgehen und eine Reaktion darauf finden könne.

Unter Beobachtung.

Unter Beobachtung.

„Entscheidend für den Verein, unabhängig von den handelnden Personen, ist es, da nicht jedes Mal ein Krisenszenario aufzumachen“, sagt Schwarz. Diese Klarheit, bei den Verantwortlichen ebenso wie bei der Mannschaft, aber auch bei den Fans, sei enorm wichtig für den Club. „Das ist Mainz 05. Das dürfen wir nie vergessen. Es wird auch wieder schwierige Momente geben.“ Die Fans seien ein wichtiger Faktor gewesen, betont der Trainer, der eine klare inhaltliche Linie zieht von der Mitgliederversammlung am Anfang zum Spiel am Ende der Woche. „Mit dem Publikum im Kreuz, das ist einfach überragend. Genau das brauchen wir.“

Die Mannschaft steht nun mit neun Punkten aus neun Spielen auf Platz 13, exakt wie zum selben Zeitpunkt der Vorsaison, als allerdings die Tordifferenz mit -5 etwas besser war als heute (-9). Befragt nach den Unterschieden zwischen damals und heute erklärt Schwarz, der größte sei im Pokal zu finden, wo man in der Vorsaison mit zehn Mann die erste Runde überstand. Das habe eine ganz andere Stimmung gesetzt als nun das Pokalaus mit den bekannten Begleiterscheinungen in Kaiserslautern. „Und was uns im Vergleich fehlt, sind die Unentschieden.“ Die höhere Anzahl an Niederlagen habe sich in der Stimmung niedergeschlagen, bewertet er realistisch. Die zwei Siege aus den letzten drei Spielen sind da erste Schritte in die richtige Richtung.

Bällebad.

Bällebad.

Neben dem Platz
Stürmer Ádám Szalai hat einen Eintrag bei Facebook veröffentlicht, in dem er sich für eine Episode vom Wochenende entschuldigt. Bei einem Heimatbesuch in Ungarn war er nach eigenen Angaben nach dem Genuss eines Glas Weins mit 0,1 Promille auf einem E-Scooter gefahren und angehalten worden. Dafür musste er eine Strafe zahlen.

„Sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry“, schreibt der 05-Stürmer, der sich zugleich überrascht zeigt, wie die Sache an die Öffentlichkeit gelangt ist. Sandro Schwarz nahm es gelassen und witzelte, er behalte besser für sich, was er auf das „Geständnis“ erwidert habe, bevor er Szalai lobte: „Großartig, diese Offenheit, damit umzugehen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, das ist kein Thema.“

Frauen, Fußball, Feminismus: Ein weiter Weg

Wenn ich mich online äußere, passiert das inzwischen vor allem auf Twitter. Manchmal wird mir hinterher bewusst, dafür wäre auch mein Blog ein guter Platz gewesen und so geht es mir auch mit einem gestern veröffentlichten Thread, den ich nun noch hierhin umziehe.

Erinnert ihr euch an den Podcast, in dem Männer erörtern, wie fickbar sie uns FRÜF-Frauen finden? Ich erinnere mich, weil ich entsprechend besprochen wurde. In einer Turnhalle wegzimmern. Das war die Formulierung.

Toll, oder? Leider nicht ganz ungewöhnlich, als Frau im Fußball.

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Wir haben damals auf den Podcast hingewiesen, ohne ihn zu verlinken und zunächst auch, ohne ihn zu benennen. Die Männer sagten, sie hätten darauf einen Shitstorm erlebt, seien bedroht worden. Wir haben uns klar gegen solches Verhalten positioniert. Der Podcast wurde eingestellt, was wir nie gefordert haben. Was ich fast originell fand, war das Entsetzen der Typen darüber, unangenehme Mails zu kriegen und nicht kontrollieren zu können, was über sie gesagt wird. Solche Post bekommen Frauen, die online sichtbar sind, permanent. Und genau diesen Kontrollverlust hatten sie zuvor uns zugemutet.

Nun wird das Geschehen von damals in einem anderen Podcast seziert, gespickt mit vielen Unwahrheiten. Die Quelle ist offensichtlich. Das alleine macht mich schon müde – aber da endet es nicht. Das Verhalten der Männer wird entschuldigt. Alkohol, lustige Herrenrunde, witzig. Wir Frauen sind bloß zu empfindlich. Ist euch das mal aufgefallen? Frauen glauben, Seximus zu sehen, wo gar keiner ist. Wenn Männer in einem Podcast sagen, sie wollen mich in einer Turnhalle wegzimmern, ist das witzig, ich kapiere das nur nicht. Die Podcaster jetzt haben mal gegoogelt, wer damit gemeint gewesen sein könnte: haha.

So wird die Geschichte fortgeschrieben und am Leben gehalten. Die Herren sind sich komplett einig und fühlen sich im Recht. Sie wünschen sich, jemand möge uns den Link zu ihrem Podcast schicken. Hihi. Der Übergriff, den wir erlebt haben, wird wiederholt, bekommt erneut Applaus. Ich möchte den Podcast nicht verlinken und es geht mir auch nicht um das spezielle Format. Worum es mir geht ist der Hinweis darauf, dass sowas immer weiter läuft. Dass wir diese Art von Behandlung permanent erleben. Und dass es einfach absolut nicht in Ordnung ist. Niemals.

Es sind keine singulären Ereignisse. Darin steckt die Überzeugung, Frauen so behandeln zu dürfen. Das ist der Alltagssexismus, von dem wir so oft sprechen. Bitte beteiligt euch nicht daran. Denn das ist der Kampf, den wir führen. Bitte stellt euch dabei an unsere Seite.

Im Nachhinein fiel mir noch die Verbindung zu einem aktuellen Thema ein.

In genau diesem Kontext muss m.E. auch das „Künast-Urteil“ gesehen werden. Es sagt aus: Frauen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, müssen das abkönnen. Schließlich haben diese Aussagen, so die Logik, alle einen Bezugsrahmen. Das ist schon pervers.

Es gab jede Menge Feedback zu diesem Thread, darunter natürlich auch ziemliche Dummheiten.

Die dümmste Bemerkung ist ja, dass Frauen keine Komplimente mehr annehmen können. Knapp dahinter die Aussage, ich würde hier die Falschen treffen. Schlage vor, ihr hört euch mal an, welche Fantasien Honks gerne mit euch ausleben würden. Fieses Gelächter inklusive. Nur so fürs Gefühl. Schafft ein paar hübsche Bilder im Kopf. Ich habe schon oft Post mit derartigen Fantasien bekommen. Aber die Wirkung ist krasser, wenn Leute es echt sagen. On Air. Und es dann Monate später wieder hervorgeholt wird. Das so deutlich zu kritisieren, trifft definitiv die Richtigen.

Insgesamt war die Solidarität mit dem FRÜF-Kollektiv gestern allerdings immens, was unglaublich gut getan hat.

Mit den Aussagen aus dem besagten Podcast nochmal auf diese Weise konfrontiert zu werden, war sehr, sehr unangenehm. Was für eine Welle von Unterstützung meine Tweets zu dem Thema anschließend losgetreten hat, macht mir tatsächlich ein bisschen Mut. Der Weg ist noch lang, aber der eine oder andere Schritt offenbar schon gegangen.

Podcastliebe: Was hörst du denn?

Kürzlich habe ich auf Twitter in einem längeren Thread die Podcasts vorgestellt, die ich aktuell gerne hören und deshalb weiterempfehlen möchte. Auf vielfachen Wunsch – damit das nicht untergeht und ich die Liste bei Gelegenheit erweitern kann – ziehe ich diese Zusammenfassung nun auch in den Blog um.

120minuten. Das Portal für Fußball-Longreads. (Foto: 120minuten)

120minuten. Das Portal für Fußball-Longreads. (Foto: 120minuten)

1. Ich darf Teil sein von 120minuten und empfehle euch unsere Seite natürlich von Herzen, die Podcastst, die vor allem Alex Schnarr und Oliver Leiste da regelmäßig unter anderem mit unseren Partnern ballesterer und Magazin Zeitspiel produzieren, sowieso. 2. Der Tod gehört zum Leben, darüber zu sprechen, ist trotzdem seltsam tabuisiert. Damit räumt Bianca Hauda mit Bestatten: Hauda ganz wunderbar und mit sehr tollen Gästen auf. Unbedingt anhören! 3. „It may not be the feminist podcast you want, but it’s the feminist podcast you need.“ Diese Selbstbeschreibung von Burn It All Down sagt eigentlich schon alles. Unfassbar tolle Crew, wahnsinnig wichtig Arbeit. Anhören! Und: „Burn on, but not out.“

4. Wie oft habt ihr Friends schon von vorne bis hinten durchgeschaut? Oder von hinten bis vorne… Ich trage es mit der Steppy gerade in die nächste Generation. Deshalb liebe und empfehle ich euch Central Pod, wo Maik und Phil alle Folgen hörenswert besprechen. 5. Diese beiden brauchen keine weiteren Empfehlungen oder Worte, dennoch seien sie hier mit Trommelwirbel erwähnt: Klaas Reese und Alex Feuerherdt sind die einzig wahren Erben Collinas und hauen mit Collinas Erben regelmäßig Folgen vom Feinsten heraus. Pflichtprogramm! 6. Ein Podcast wie ein Radiofeature, unfassbar klug und interessiert gemacht, mit Themen, bei denen ich jedes Mal ganz viel neues lerne. Hört den Denkangebot-Podcast von Katharina Nocun, jede Folge lohnt sich.

Collinas Erbe Alex war auch schon in meiner Videokolumne zu Gast. (Foto: Malino Schust)

Collinas Erbe Alex war auch schon in meiner Videokolumne zu Gast. (Foto: Malino Schust)

7. Alle zwei Wochen gibt’s eine spannende neue Folge des Lila Podcasts – und für alle, die Katrin Rönicke und Susanne Klingner nicht von Anfang an gelauscht haben, bietet das Archiv viele tolle Themen für lange Herbstabende. Ein absoultes Muss in Sachen Feminismus-Weiterbildung. 8. Wir sind nicht verantwortlich für das, was einst in diesem Land passiert ist. Aber dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Darum ist es so wichtig, sie zu kennen. Die Anachronistin leistet dazu einen ganz wichtigen Beitrag. Ein stiller, schmerzhafter, wichtiger Podcast. 9. Was beschäftigt eigentlich Menschen, die schreiben? Wie sind sie zu ihrem Beruf gekommen? Welche Tipps haben sie und wo kann man sie bei Lesungen treffen? Um solche und andere Fragen geht’s in “Die Schreibenden” von und mit Anja Goerz. Ganz toll!

10. Miteinander über das Sprechen, was ein Tod im engsten persönlichen Umfeld auslöst – und gleichzeitig Themen behandeln, die der Tod berührt: Das tun Susann Brückner und Caroline Kraft im Endlich-Podcast auf berührende und wohltuende Weise. Unbedingte Empfehlung. 11. Einmal im Monat nehmen Maxi und Alice uns in ihrem Podcast Feuer und Brot mit auf eine Gedankenreise zu unserer Gesellschaft, über Alter, Geschlecht, kulturelle Aneignung, Ängste, Feminismus, Hoffnungen. Das ist gleichermaßen intim und politisch und deswegen immer lehrreich. 12. Mehr Kultur für alle – und niemand spricht darüber so wunderbar nordisch und zugleich leidenschaftlich wie Herr Martinsen und Frau Eichler in Feuilletoene. Die Dialoge der beiden sind ein Hochgenuss und ihre Tipps immer einen zweiten Blick wert. Wunderbar.

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

13. Noch ist die Filterbabbel nicht zurück aus der Sommerpause, weil Frau Büüsker und Karolin Schwarz rundherum so viel zu tun haben. Aber im Herbst sind nicht nur ihre klugen Blicke auf wichtige digitale Themen zurück, sondern es tönt auch wieder “Cyber, Cyber”. Das wird bestimmt spitze. 14. Eigenlob stinkt bekanntlich, aber weil ich einfach die famosen Kolleginnen empfehle, kann da gar nichts passieren: Hört unbedingt den Podcast FRÜF – Frauen reden über Fußball! Die Leidenschaft, das Fachwissen, die Liebe und Energie dieser Frauen ist einfach unglaublich. Beste Crew der Welt. 💚 15. Von Beatrice Frasl habe ich endgültig gelernt: Vorbilder können auch viel jünger sein, als man selbst. Große Töchter und She Who Persisted sind wunderbar lehrreich und für die Energie, die sie auf Insta in Stories zu Feminismus und Gesellschaft steckt, bewundere ich sie. Heldin.

16. Den etwas anderen Blick auf Mainz 05 bieten Boos, Buddi und Berts mit dem Hinterhofsänger-Talk nach jedem Heimspiel. Und manchmal gibt’s mit Jasmina sogar prominente Unterstützung. Da kann man ruhig mal klatschen. 17. Als bekennendes Heike-Borufka-Fangirl höre ich mit großer Neugierde und Freude Verurteilt. Spannend, wie sie mit Basti Kriminalfälle aufrollt und bespricht. Ein ungewöhnliches, mutiges Format, das ich nur empfehlen kann. 18. Was wären wir eigentlich alle ohne den Rasenfunk? Ich weiß es nicht. Klar ist, Max-Jacob Ost und Frank Helmschrott haben da vor gut fünf Jahren ein Projekt aus der Taufe gehoben, das nicht wegzudenken ist, das Maßstäbe gesetzt hat und sich immer wieder selbst übertrifft. Tausend Dank!

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

19. Es ist etwas still geworden um Ladies First Pod – Wise Women Talking, seit die Macherinnen von einem Ozean getrennt sind. Aber einstweilen könnt ihr euch alle auf das Archiv stürzen, in dem wunderbare Gespräche mit Frauen jenseits der 75 warten, die ihre inspirierenden Lebensgeschichten erzählen. 20. Fußball ist Fußball, und doch: Wenn Frauen gegen den Ball kicken, läuft das viel zu oft unter dem Radar. Wie gut, dass es Juliane und Sven gibt, die das mit Lottes Erbinnen seit Jahren mit viel Energie, Herz fürs Thema und natürlich Know How ändern. Anhören! 21. Ein Podcast aus Mainz, über Mainz und für Mainz – aber auch den Rest der Welt. Ich bin wirklich verliebt in die wunderbaren Episoden von Mainz gehört und kann euch allen dieses Herzensprojekt von zwei tollen Frauen aus Mainz nur empfehlen.

22. Frauen sichtbarer machen und ihnen Raum dafür zu geben, ihre Geschichten zu erzählen, das tut die famose Nora Hespers mit Mensch, Frau Nora. Darin stellt sie die richtigen Fragen, lässt tolle Frauen zu Wort kommen und überrascht mich immer wieder neu. Herzensempfehlung. 23. Der Blick aufs Politische und die Gesellschaft startet immer sehr privat und ihren persönlichen Blick teilt Daniela Ishorst in Plauschgewitter. Das ist interessant, oftmals witzig, manchmal leicht chaotisch und dabei immer absolut hörenswert. 24. Fußball ist politisch. Wer etwas anderes behauptet, folgt mir sicher längst nicht mehr. Allen, die noch hier sind, empfehle ich Polikick, wo Stefan, André, Jenny, Jan und Norbert (nun ohne mich) aufs Geschehen an und um den Ball schauen.

Jason und Mirco. (Pressefoto: Sabrina Nagel)

Jason und Mirco. (Pressefoto: Sabrina Nagel)

25. Meine Playlist ist ziemlich fußballlastig, aber sie kann noch mehr. Unter anderem dank Popmillionäre mit der tollen Sonja Riegel und ihrem Kollegen Sven van Thom, die wunderbar hörenswert, oft lakonisch und immer überraschend über Musik sprechen. 26. Die Reise des Wochenendrebellen Jason mit Papsi Mirco verfolge ich seit vielen Jahren und hatte auch schon mehrfach die Freude, sie zu treffen. Ihren Podcast „Radiorebell“ höre ich besonders gern, weil ich davon lerne, dabei lache, auch heimlich weine und immer sehr gut unterhalten bin. 27. In Rice and Shine habe ich mich ab dem ersten Hören sturzverliebt. In ihrem vietdeutschen Podcast sprechen Minh Thu und Vanessa hörenswert über Themen wie deutsche Ersatzverwandte, Yellowfacing und Rassismus. Danke für die wichtigen Einblicke. Listen and learn.

28. Mit großen Engagement betreibt Phil Tagscherer mit dem „Schlüsselspieler Podcast“ das etwas andere Format zum Dauerbrenner Fußball. Super interessante Gespräche mit tollen Gästen, die ich sehr gerne höre. 29. Ich habe das schon häufiger gesagt, aber: Diesen beiden Frauen beim Denken zuzuhören, ist ein Privileg. Oftmals behandeln Nora und Rita im Was Denkst Du Denn-Podcast Themen, die mich selbst beschäftigen, genauso oft überraschen sie mich. Immer ist es ein Hochgenuss. Danke! 30. Natürlich gibt es noch viele andere wunderbare Podcasts. Gerne empfehle ich noch die DLF-Sportgespräche, „Das F-Wort“ mit Pola und AK Rose, den „Hörfehler“ von Docokocha, „Girls with Balls“ mit Ali Riley und viele mehr. Für heute soll es das aber gewesen sein. Ihr könnt die Podcaster*innen eures Vertrauens und Interesses unterstützen, in dem ihr über ihre tolle Arbeit schreibt, sie empfehlt, ihnen Rezensionen verfasst oder ihnen etwas überweist. Alles, was ihr tut, ist Ansporn. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. ❤️🍀