Die Woche am Bruchweg (44/19)

„Tut mir leid, dass ich überzogen habe.“ Sandro Schwarz eröffnet die wöchentliche Medienrunde gut gelaunt. Er bringt sozusagen die Stimmung vom Training mit, wo die Spieler nach dem Heimsieg gegen den 1. FC Köln – der 100. in der Bundesliga – fokussiert, aber auch deutlich gelöst schienen. Dabei waren sie viel im Dialog miteinander und wirkten hungrig auf Tore und Trainingssiege. Zum Abschluss der Einheit spielte Robin Quaison quasi seinen wuchtigen Schuss vom Freitag nach. Gut habe sich das angefühlt, bestätigt Schwarz das Offensichtliche. „Da gilt es jetzt, dranzubleiben.“

Gelöste Stimmung beim Training.

Gelöste Stimmung beim Training.

Das gute Gefühl des Trainers lässt sich mit Zahlen belegen: Wurden bei der Auswärtspartie in Düsseldorf noch gerade 15 Verteidiger überspielt, waren es gegen Köln 55. „Kompliment an alle, wie wir mit dem Rückstand umgegangen sind“ betont Schwarz, der das 1:0 des FC aber nicht als Weckruf empfunden hat. Man habe auch in den ersten Minuten Zug zum Tor entwickelt und nicht etwa „nur hinten drin gestanden“.

Im Schatten des Bruchwegs.

Im Schatten des Bruchwegs.

Der Vergleich zwischen den Spielen bei der Fortuna und gegen Köln sei gut geeignet, um „den Jungs zu zeigen, was es bedeutet, wenn wir nicht den letzten Schritt machen in der Konsequenz.“ Abgesehen davon wolle er sich mit dem letzten Auswärtsspiel nicht mehr beschäftigen. „Das haben wir seriös aufgearbeitet.“ Man habe – nicht zum ersten Mal in der gemeinsamen Arbeit – bewiesen, dass die Mannschaft mit schwierigen Situationen umgehen und eine Reaktion darauf finden könne.

Unter Beobachtung.

Unter Beobachtung.

„Entscheidend für den Verein, unabhängig von den handelnden Personen, ist es, da nicht jedes Mal ein Krisenszenario aufzumachen“, sagt Schwarz. Diese Klarheit, bei den Verantwortlichen ebenso wie bei der Mannschaft, aber auch bei den Fans, sei enorm wichtig für den Club. „Das ist Mainz 05. Das dürfen wir nie vergessen. Es wird auch wieder schwierige Momente geben.“ Die Fans seien ein wichtiger Faktor gewesen, betont der Trainer, der eine klare inhaltliche Linie zieht von der Mitgliederversammlung am Anfang zum Spiel am Ende der Woche. „Mit dem Publikum im Kreuz, das ist einfach überragend. Genau das brauchen wir.“

Die Mannschaft steht nun mit neun Punkten aus neun Spielen auf Platz 13, exakt wie zum selben Zeitpunkt der Vorsaison, als allerdings die Tordifferenz mit -5 etwas besser war als heute (-9). Befragt nach den Unterschieden zwischen damals und heute erklärt Schwarz, der größte sei im Pokal zu finden, wo man in der Vorsaison mit zehn Mann die erste Runde überstand. Das habe eine ganz andere Stimmung gesetzt als nun das Pokalaus mit den bekannten Begleiterscheinungen in Kaiserslautern. „Und was uns im Vergleich fehlt, sind die Unentschieden.“ Die höhere Anzahl an Niederlagen habe sich in der Stimmung niedergeschlagen, bewertet er realistisch. Die zwei Siege aus den letzten drei Spielen sind da erste Schritte in die richtige Richtung.

Bällebad.

Bällebad.

Neben dem Platz
Stürmer Ádám Szalai hat einen Eintrag bei Facebook veröffentlicht, in dem er sich für eine Episode vom Wochenende entschuldigt. Bei einem Heimatbesuch in Ungarn war er nach eigenen Angaben nach dem Genuss eines Glas Weins mit 0,1 Promille auf einem E-Scooter gefahren und angehalten worden. Dafür musste er eine Strafe zahlen.

„Sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry sorry“, schreibt der 05-Stürmer, der sich zugleich überrascht zeigt, wie die Sache an die Öffentlichkeit gelangt ist. Sandro Schwarz nahm es gelassen und witzelte, er behalte besser für sich, was er auf das „Geständnis“ erwidert habe, bevor er Szalai lobte: „Großartig, diese Offenheit, damit umzugehen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, das ist kein Thema.“

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