Ente Bagdad: Bewegende Momente in Israel

Hin und wieder kommen hier im Blog auch Gastautor*innen zu Wort. Diesmal die Freizeitkicker von Ente Bagdad, die gerade gemeinsam in Israel waren. Dort trafen Sie auch auf Zvi Cohen. Er hat den Nazi-Terror im Zweiten Weltkrieg überlebt und war im Januar bereits in Mainz zu Besuch, um davon zu berichten. Ich freue mich, so einen kleinen Beitrag zu leisten, damit die Eindrücke dieser wichtigen Reise der Enten mehr Menschen erreicht.

Die Enten vor der Skyline von Tel Aviv. (Fotos: privat)

Die Enten vor der Skyline von Tel Aviv. (Fotos: privat)

Zehn Tage lang reisten die Mainzer Freizeitfußballer des FC Ente Bagdad Anfang Oktober mit rund 30 Personen durch Israel. Dabei erlebten die Kicker und ihre Familien neben den kulturellen Highlights und zwei Freundschaftsspielen ganz besondere Momente. „Diese einzigartige Kultur-Kick-Reise gehört mit Sicherheit zu den Highlights in der Reihe der zahlreichen Enten-Reisen der letzten Jahrzehnte“, schwärmt Ronald Uhlich, Präsident des 1973 gegründeten Hobby-Fußballvereins und Julius-Hirsch-Preisträger 2019.

Auf dem von der DFB-Kulturstiftung unterstütztem Programm standen unter anderem Stadtbesichtigungen in Tel Aviv – mit dem Schwerpunkt der dort gut erhaltenen Bauhaus-Architektur – und Jerusalem, mit der weltberühmten Altstadt und ihren religiösen Stätten wie Felsendom und Klagemauer. Auch in Haifa, der Partnerstadt von Mainz, ließen sich die Enten die Besonderheiten der Hafenstadt und ihrer Bauwerke erläutern und übergaben dem Sportdezernenten der dortigen Stadtverwaltung die Kopie einer Seite aus der berühmten Gutenberg-Bibel.

Stefan Schirmer übergibt die Kopie einer Seite aus der Gutenberg-Bibel.

Stefan Schirmer übergibt die Kopie einer Seite aus der Gutenberg-Bibel.

Sportlich gab es für die Enten im Nahen Osten wenig zu holen. Gegen ein Altstar-Team des israelischen Vorzeigeklubs Maccabi Haifa – gespickt mit Ex-Profis und einem israelischen WM-Teilnehmer von 1970 – setzte es trotz großen Einsatzes eine 1:6 Niederlage. Besser machte es das Enten-Team bei einem Kleinfeld-Spiel im Kibbuz Ma’abbarot: Dort unterlagen sie unglücklich mit 0:1 nach Golden Goal in der Verlängerung.

Doch standen die stillen Seiten Israels im Vordergrund des Programms. Besonders beeindruckt war die Enten-Familie vom Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Nach einer mehrstündigen Führung durch die so imponierende wie verstörende Ausstellung legten die Enten im Tal der Gemeinden einen Kranz nieder. „Damit wollen wir unsere Trauer und Empörung über die Verbrechen in den Zeiten des Nationalsozialismus ausdrücken und der Opfer gedenken“, betont Uhlich.

Ronald Uhlich bei der Kranzniederlegung.

Ronald Uhlich bei der Kranzniederlegung.

Mit den wahrhaft bewegenden Eindrücken von Yad Vashem im Hinterkopf trafen die Enten dann im Kibbuz Ma’abbarot auf Zvi Cohen. Der heute 88-Jährige gehört zu den wenigen Überlebenden des Nazi-Terrors und konnte kurz vor Kriegsende dem Lager Theresienstadt und dem sicheren Tod entkommen. Eindrucksvoll schilderte Cohen seine Erfahrungen in den Dreißiger- und Vierzigerjahren in Berlin und Theresienstadt – und trotz des erlebten, unvorstellbaren Leides in Deutschland waren seine Sätze mit Witz und Optimismus gespickt.

Heute leitet er den Kibbuz und erzählt sowohl dort als auch in Deutschland den Menschen von der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und dem Leben danach in Israel. Seine Erlebnisse hat er dieser Tage in dem Buch „Der Junge mit der Mundharmonika“ auch auf Deutsch veröffentlicht.

Wiedersehen mit Zvi Cohen.

Wiedersehen mit Zvi Cohen.

Auch einen kleinen Film zu ihrer Reise planen die Enten. Für diesen gibt es bereits einen Trailer.

Treibsand meiner Kindheit

Die Orte meiner Kindheit sind auf einer Bundesstraße aufgereiht wie Perlen an einer Kette. Als ich ein kleines Mädchen war, verlief diese Straße einreihig bis in die nächste größere Stadt. Ich konnte von der Rückbank aus meine Eltern beobachten, wie sie ungeduldig über die Trödler im Auto vor ihnen aufs Lenkrad klopften, unfähig, sie zu überholen. Als ich später zum Studium dort wegzog, besuchte ich die alte Heimat anfangs noch und oft wollte ich die verdammte Straße mit meinem Herz aufbiegen, um mir Platz zu verschaffen im Getümmel. Zweite Spuren und Umgehungsstraßen kenne ich nur von inzwischen seltenen Besuchsfahrten und immer noch fühlt es sich ein wenig an, als würde ich schummeln, wenn ich sie tatsächlich benutze.

Himmel über der alten Heimat. (WP)

Himmel über der alten Heimat. (WP)

Der Ort, in dem meine Schwester wohnt, kann heute mit einer solchen Umgehung ganz vermieden werden, und darin steckt für mich ein wenig Lebensrettung. Ohne diese schlanke Straße, die sich mit einem schicken kleinen Tunnel um den Ort windet, würde die Gegend wohl dort einfach für mich aufhören. Meine letzte Durchfahrt dieser Stadt liegt schon fast 15 Jahre zurück. Ich ließ die Umgehung damals rechts liegen, um auf meinem eiligen Weg noch schnell bei einem Bäcker zu halten. Mit einer Tüte voll warmer Brötchen brauste ich weiter bis zu dem neuen Zuhause meines Vaters, welches er nach der Trennung bezogen hatte.

Mein Paps war ein Frühstücksmensch und als er verstanden hatte, dass man diese schönste Mahlzeit des Tages nicht um acht Uhr einnehmen muss, wurde sie unsere gemeinsam liebste. Wir schmierten und knusperten viele Brötchen an diesem Tag. Ich erinnere mich, wie stolz er mir sein Häuschen zeigte, vor allem aber, wie er immer wieder von der Küchenbank aufstand um Kaffee zu holen, von dem er viel zu viel trank. Seine Bewegungen waren mir so vertraut und wirkten doch neu. Befreit, denn das war er und ich unfassbar glücklich für ihn. Wir haben an diesem Tag geräumt, geredet und viel gelacht. Als ich mich abends verabschiedete, drückte er mich fest: „Danke, Mädel, für alles.“ Zwei Wochen später hörte sein Herz auf zu schlagen. Dieser Morgen, den Arm voller Brötchen, war das letzte Mal, dass ich ihn sah.

Die geteerte Perlenkette bringt mich an dem Getränkemarkt vorbei, in dem meine Schwester und ich am Abend nach seinem Tod orientierungslos nach einem Saft suchten, der uns süßen Trost spenden sollte in diesem unmöglichen Moment. Mein Herz pocht schwer gegen die Brust und ich bewege mich vorsichtig durch jene Kurve, die niemand von uns je durchrasen wollte, weil wir aufgewachsen waren mit dem Kreuz an ihrem tiefsten Punkt, das von einem früh beendete Leben erzählt. Lebt hier überhaupt noch irgendwer?

Entlang der Straße thronen strahlend weiß Supermärkte, Tankstellen und Traffohäuschen. Ich kann hinter der sauberen Übermalung die gesprayten Buchstaben spüren, die damals immer wieder ihren Weg aus Dosen auf Wände fanden, von denen aber heute nichts mehr zu sehen ist. Ich komme an dem Schwimmbad vorbei, in dem ich meine jugendlichen Sommer verbrachte und blicke aus dem Autofenster auf den Basketballkorb, unter dem ein älterer Junge mich zu einem Date bat. Bei dem er dann versuchte, mich in sein Bett zu locken, erst zart, dann unter wüsten Drohungen, bis ich floh aus seiner Wohnung, zu Fuß durch die kalte Nacht.

Mein Weg führt mich vorbei am ersten Fastfood-Restaurant unserer Perlenkettenstädte, in dem meine Schwester und ich viele mampfende Stunden verbrachten. Ich passiere das Lokal, in dem wir nach dem Unfalltod einer Bekannten waren, die unserer frühen Babysitterin die beste Freundin war. „Das ist doch Mist. Viel zu früh“, flüsterte die an jenem Tag in mein Haar – und musste selbst, wenn auch zwei Jahrzehnte später, so doch auch viel zu früh gehen.

Orte, die mein Herz nie mehr betritt.

Orte, die mein Herz nie mehr betritt.

Lebt eigentlich noch irgendwer, dort, in der alten Heimat? Ganz sicher, immerhin fahren wir zu einem 80. Geburtstag an diesem verregneten Morgen. Sonne, dicke Tropfen, verhangener Himmel und Regenbögen wechseln in einem stetigen Reigen vor meinen Augen. Schnarchen klingt durchs Auto, das diese Strecke ebenso kennt wie ich, Thees Uhlmann flüstert Lieder, deren Texte man sich unter die Haut stechen lassen möchte, und nur die Gegenwart macht die Vergangenheit an diesen Orten erträglich. Und die Kurve, die ich früher mit geschlossenen Augen durchfuhr, wird mit einem Kreisel ausgebremst, dem ich brav folge. Neben mir schreit ein Gebäude das Wort „Glücksfabrik“ ins zarte Grau und die Kombination der Worte klingt als absurdes Theater lange in mir nach.

Dieser Bahnhof schließlich hat mich, als die Perlenkette durch meine alte Heimat noch mit nur einer Spur versehen war, mit dem Klang seiner Rangierzüge nachts in den Schlaf gesungen. In diesem Hof haben wir als Kinder eine Schatulle entdeckt, von der wir glaubten, sie berge echte Geheimnisse aus dem Krieg, aber ihr Inhalt stellte sich als Plunder heraus. Unter dieser Brücke habe ich vielen Autos die Vorfahrt gewährt und das Haus, vor dem ich schließlich halte, weckt in mir noch immer die absurde Hoffnung, auf mein Klingeln würde die Vergangenheit in ihrer innigsten Form die Türe öffnen. Doch jene Tür bleibt verschlossen und mein Blick geht zu dem Balkon, von dem ich über die Stadt schaute, nachdem ich zum ersten Mal im Leben eine Nacht durchgemacht hatte, in jenem wirren Sommer, als Lady Di in einem Tunnel starb. Mein Herz möchte bis heute nicht begreifen, dass es nie wieder auf diesem Balkon klopfen wird.

Das Haus, das wir gleich betreten, erzählt viele Geschichten. Die erste beginnt noch vor seiner Tür, an jenem Tisch, an dem das Geburtstagskind und ihr Mann mir einst von ihrer übergroßen Liebe erzählten. „Du wartest auf die Liebe und ich auf das nächste Bier“, singt Thees Uhlmann und mein Herz lächelt bei der Feststellung, wer die Liebe gefunden hat, kann gemeinsam auf das nächste Bier warten, so wie wir. Und so wie damals diese beiden, die mit großer Aufrichtigkeit ihr Leben in Worten mit mir teilten. Sie wirkte dabei so zerbrechlich und mein Herz zog sich klamm zusammen in der Angst davor, wir könnten uns nicht wiedersehen.

Doch gegangen ist ihr fürsorglicher, starker Mann – sie kämpft jeden Tag mit dem Verlust. So, wie ich an diesem Tag mit meiner Vergangenheit kämpfe, die hier aus jeder Wolke tropft. Es müssen mutige und starke Menschen sein, die da wohnen, wo sie geworden sind. Ich habe immer gerne hier gelebt, doch heute wischt diese Gegend mir wie Treibsand über die Brust. Als wir nach Hause starten, geht die Sonne auf über den Hügel meiner Kindheit. Ich folge ihr.

Podcastliebe: Was hörst du denn?

Kürzlich habe ich auf Twitter in einem längeren Thread die Podcasts vorgestellt, die ich aktuell gerne hören und deshalb weiterempfehlen möchte. Auf vielfachen Wunsch – damit das nicht untergeht und ich die Liste bei Gelegenheit erweitern kann – ziehe ich diese Zusammenfassung nun auch in den Blog um.

120minuten. Das Portal für Fußball-Longreads. (Foto: 120minuten)

120minuten. Das Portal für Fußball-Longreads. (Foto: 120minuten)

1. Ich darf Teil sein von 120minuten und empfehle euch unsere Seite natürlich von Herzen, die Podcastst, die vor allem Alex Schnarr und Oliver Leiste da regelmäßig unter anderem mit unseren Partnern ballesterer und Magazin Zeitspiel produzieren, sowieso. 2. Der Tod gehört zum Leben, darüber zu sprechen, ist trotzdem seltsam tabuisiert. Damit räumt Bianca Hauda mit Bestatten: Hauda ganz wunderbar und mit sehr tollen Gästen auf. Unbedingt anhören! 3. „It may not be the feminist podcast you want, but it’s the feminist podcast you need.“ Diese Selbstbeschreibung von Burn It All Down sagt eigentlich schon alles. Unfassbar tolle Crew, wahnsinnig wichtig Arbeit. Anhören! Und: „Burn on, but not out.“

4. Wie oft habt ihr Friends schon von vorne bis hinten durchgeschaut? Oder von hinten bis vorne… Ich trage es mit der Steppy gerade in die nächste Generation. Deshalb liebe und empfehle ich euch Central Pod, wo Maik und Phil alle Folgen hörenswert besprechen. 5. Diese beiden brauchen keine weiteren Empfehlungen oder Worte, dennoch seien sie hier mit Trommelwirbel erwähnt: Klaas Reese und Alex Feuerherdt sind die einzig wahren Erben Collinas und hauen mit Collinas Erben regelmäßig Folgen vom Feinsten heraus. Pflichtprogramm! 6. Ein Podcast wie ein Radiofeature, unfassbar klug und interessiert gemacht, mit Themen, bei denen ich jedes Mal ganz viel neues lerne. Hört den Denkangebot-Podcast von Katharina Nocun, jede Folge lohnt sich.

Collinas Erbe Alex war auch schon in meiner Videokolumne zu Gast. (Foto: Malino Schust)

Collinas Erbe Alex war auch schon in meiner Videokolumne zu Gast. (Foto: Malino Schust)

7. Alle zwei Wochen gibt’s eine spannende neue Folge des Lila Podcasts – und für alle, die Katrin Rönicke und Susanne Klingner nicht von Anfang an gelauscht haben, bietet das Archiv viele tolle Themen für lange Herbstabende. Ein absoultes Muss in Sachen Feminismus-Weiterbildung. 8. Wir sind nicht verantwortlich für das, was einst in diesem Land passiert ist. Aber dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Darum ist es so wichtig, sie zu kennen. Die Anachronistin leistet dazu einen ganz wichtigen Beitrag. Ein stiller, schmerzhafter, wichtiger Podcast. 9. Was beschäftigt eigentlich Menschen, die schreiben? Wie sind sie zu ihrem Beruf gekommen? Welche Tipps haben sie und wo kann man sie bei Lesungen treffen? Um solche und andere Fragen geht’s in “Die Schreibenden” von und mit Anja Goerz. Ganz toll!

10. Miteinander über das Sprechen, was ein Tod im engsten persönlichen Umfeld auslöst – und gleichzeitig Themen behandeln, die der Tod berührt: Das tun Susann Brückner und Caroline Kraft im Endlich-Podcast auf berührende und wohltuende Weise. Unbedingte Empfehlung. 11. Einmal im Monat nehmen Maxi und Alice uns in ihrem Podcast Feuer und Brot mit auf eine Gedankenreise zu unserer Gesellschaft, über Alter, Geschlecht, kulturelle Aneignung, Ängste, Feminismus, Hoffnungen. Das ist gleichermaßen intim und politisch und deswegen immer lehrreich. 12. Mehr Kultur für alle – und niemand spricht darüber so wunderbar nordisch und zugleich leidenschaftlich wie Herr Martinsen und Frau Eichler in Feuilletoene. Die Dialoge der beiden sind ein Hochgenuss und ihre Tipps immer einen zweiten Blick wert. Wunderbar.

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

13. Noch ist die Filterbabbel nicht zurück aus der Sommerpause, weil Frau Büüsker und Karolin Schwarz rundherum so viel zu tun haben. Aber im Herbst sind nicht nur ihre klugen Blicke auf wichtige digitale Themen zurück, sondern es tönt auch wieder “Cyber, Cyber”. Das wird bestimmt spitze. 14. Eigenlob stinkt bekanntlich, aber weil ich einfach die famosen Kolleginnen empfehle, kann da gar nichts passieren: Hört unbedingt den Podcast FRÜF – Frauen reden über Fußball! Die Leidenschaft, das Fachwissen, die Liebe und Energie dieser Frauen ist einfach unglaublich. Beste Crew der Welt. 💚 15. Von Beatrice Frasl habe ich endgültig gelernt: Vorbilder können auch viel jünger sein, als man selbst. Große Töchter und She Who Persisted sind wunderbar lehrreich und für die Energie, die sie auf Insta in Stories zu Feminismus und Gesellschaft steckt, bewundere ich sie. Heldin.

16. Den etwas anderen Blick auf Mainz 05 bieten Boos, Buddi und Berts mit dem Hinterhofsänger-Talk nach jedem Heimspiel. Und manchmal gibt’s mit Jasmina sogar prominente Unterstützung. Da kann man ruhig mal klatschen. 17. Als bekennendes Heike-Borufka-Fangirl höre ich mit großer Neugierde und Freude Verurteilt. Spannend, wie sie mit Basti Kriminalfälle aufrollt und bespricht. Ein ungewöhnliches, mutiges Format, das ich nur empfehlen kann. 18. Was wären wir eigentlich alle ohne den Rasenfunk? Ich weiß es nicht. Klar ist, Max-Jacob Ost und Frank Helmschrott haben da vor gut fünf Jahren ein Projekt aus der Taufe gehoben, das nicht wegzudenken ist, das Maßstäbe gesetzt hat und sich immer wieder selbst übertrifft. Tausend Dank!

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

Wer den Rasenfunk finanziell unterstützen möchte, kann das im Supporters Club tun. (Logo: Rasenfunk)

19. Es ist etwas still geworden um Ladies First Pod – Wise Women Talking, seit die Macherinnen von einem Ozean getrennt sind. Aber einstweilen könnt ihr euch alle auf das Archiv stürzen, in dem wunderbare Gespräche mit Frauen jenseits der 75 warten, die ihre inspirierenden Lebensgeschichten erzählen. 20. Fußball ist Fußball, und doch: Wenn Frauen gegen den Ball kicken, läuft das viel zu oft unter dem Radar. Wie gut, dass es Juliane und Sven gibt, die das mit Lottes Erbinnen seit Jahren mit viel Energie, Herz fürs Thema und natürlich Know How ändern. Anhören! 21. Ein Podcast aus Mainz, über Mainz und für Mainz – aber auch den Rest der Welt. Ich bin wirklich verliebt in die wunderbaren Episoden von Mainz gehört und kann euch allen dieses Herzensprojekt von zwei tollen Frauen aus Mainz nur empfehlen.

22. Frauen sichtbarer machen und ihnen Raum dafür zu geben, ihre Geschichten zu erzählen, das tut die famose Nora Hespers mit Mensch, Frau Nora. Darin stellt sie die richtigen Fragen, lässt tolle Frauen zu Wort kommen und überrascht mich immer wieder neu. Herzensempfehlung. 23. Der Blick aufs Politische und die Gesellschaft startet immer sehr privat und ihren persönlichen Blick teilt Daniela Ishorst in Plauschgewitter. Das ist interessant, oftmals witzig, manchmal leicht chaotisch und dabei immer absolut hörenswert. 24. Fußball ist politisch. Wer etwas anderes behauptet, folgt mir sicher längst nicht mehr. Allen, die noch hier sind, empfehle ich Polikick, wo Stefan, André, Jenny, Jan und Norbert (nun ohne mich) aufs Geschehen an und um den Ball schauen.

Jason und Mirco. (Pressefoto: Sabrina Nagel)

Jason und Mirco. (Pressefoto: Sabrina Nagel)

25. Meine Playlist ist ziemlich fußballlastig, aber sie kann noch mehr. Unter anderem dank Popmillionäre mit der tollen Sonja Riegel und ihrem Kollegen Sven van Thom, die wunderbar hörenswert, oft lakonisch und immer überraschend über Musik sprechen. 26. Die Reise des Wochenendrebellen Jason mit Papsi Mirco verfolge ich seit vielen Jahren und hatte auch schon mehrfach die Freude, sie zu treffen. Ihren Podcast „Radiorebell“ höre ich besonders gern, weil ich davon lerne, dabei lache, auch heimlich weine und immer sehr gut unterhalten bin. 27. In Rice and Shine habe ich mich ab dem ersten Hören sturzverliebt. In ihrem vietdeutschen Podcast sprechen Minh Thu und Vanessa hörenswert über Themen wie deutsche Ersatzverwandte, Yellowfacing und Rassismus. Danke für die wichtigen Einblicke. Listen and learn.

28. Mit großen Engagement betreibt Phil Tagscherer mit dem „Schlüsselspieler Podcast“ das etwas andere Format zum Dauerbrenner Fußball. Super interessante Gespräche mit tollen Gästen, die ich sehr gerne höre. 29. Ich habe das schon häufiger gesagt, aber: Diesen beiden Frauen beim Denken zuzuhören, ist ein Privileg. Oftmals behandeln Nora und Rita im Was Denkst Du Denn-Podcast Themen, die mich selbst beschäftigen, genauso oft überraschen sie mich. Immer ist es ein Hochgenuss. Danke! 30. Natürlich gibt es noch viele andere wunderbare Podcasts. Gerne empfehle ich noch die DLF-Sportgespräche, „Das F-Wort“ mit Pola und AK Rose, den „Hörfehler“ von Docokocha, „Girls with Balls“ mit Ali Riley und viele mehr. Für heute soll es das aber gewesen sein. Ihr könnt die Podcaster*innen eures Vertrauens und Interesses unterstützen, in dem ihr über ihre tolle Arbeit schreibt, sie empfehlt, ihnen Rezensionen verfasst oder ihnen etwas überweist. Alles, was ihr tut, ist Ansporn. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. ❤️🍀

05-Gegnerbetrachtung: Eintracht Frankfurt international

Das letzte Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 in dieser Saison bedeutet auch die vorerst letzte Folge der Gegnerbetrachtung. Diesmal beantwortet Stefan Groß von Polikick meine Fragen zu Eintracht Frankfurt.

1
Ich im FittiHi Stefan, danke, dass du Zeit hast für die Gegnerbetrachtung. Eigentlich wärst du gerade vermutlich lieber in London, richtig? Wieso hat das nicht geklappt?

Klar wäre ich gerne in London, aber ich wohne hinter Stuttgart, der Weg nach Frankfurt ist weit und aufwändig, für mich zu viel, um eine Dauerkarte zu haben. Ich bin zwar Mitglied, aber ohne Dauerkarte ist die Chance auf Tickets bei nur 2235 Karten natürlich nahezu null. Das macht aber nichts, ich möchte gar nicht den Fans, die die ganzen Auswärtsreisen mitmachen, eine Karte wegnehmen, die Eintrachtfans haben bisher immer für Stimmung gesorgt und werden das auch weiterhin hervorragend machen, auch ohne mich. Ich habe daheim einen Beamer, ich schaue Fußball auf 2×3 Metern Bildfläche und DAZN sei Dank wird die Stadionatmosphäre super eingefangen, ich kann mich nicht also beklagen. Nur meinen Hund muss ich gelegentlich aussperren, denn ich schreie gerne rum oder jubele laut und ich werde hier ausgeschimpft, dass ich doch den Hund nicht so erschrecken soll. Und übrigens, englisches Wetter haben wir hier gerade auch.

2
Nach einer überragenden Reise durch Europa ist für die Eintracht im Halbfinale leider Schluss. Ist das trotzdem die beste Saison, die du je mit deinem Verein hattest?

Natürlich ist das eine geile Saison, und gerade, weil es aktuell ist, könnte ich dazu neigen, diese Saison als die ultimative zu bezeichnen. Aber ich finde es schwer, verschiedene Saisons miteinander zu vergleichen. 1980 beim UEFA-Cup-Sieg habe ich zwar schon gelebt, aber ich war erst drei und habe das nicht mitbekommen. Aber Anfang der 90er, als die Eintracht den Fußball 2000 (Grüße an die Jungs beim Hessischen Rundfunk) gespielt hat, war natürlich auch eine tolle Zeit. Und im Teeniealter mit den Kumpels im alten G-Block zu stehen ist natürlich auch etwas Anderes, als jetzt auf der Couch zu sitzen. Ohne einen gewissen Alfons Berg aus Konz wäre das damals sicher die größte Saison ever gewesen, aber so würde ich sagen, liegen die beiden Saisons etwa gleichauf.

3
Bekanntlich sucht der Verein sich ja deine Fans. Wie und wann hat die Eintracht dich gefunden und für sich begeistert?

Bei mir ist das ganz simpel. Ich wohne erst seit drei Jahren in Stuttgart, geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt, danach habe ich zwei Jahre in Langen gelebt und dann in Stuttgart. Ich bin also mit der Eintracht aufgewachsen, mein Vater ist auch großer Eintrachtfan und hat mich schon als ich noch klein war mit ins Stadion genommen. Klassische Lokalpatriotismus-Sozialisation – und spätestens in der Teeniezeit mit den Kumpels im Stadion ist einem die Eintracht für immer ans Herz gewachsen.

4
Auch über die Grenzen seines Vereins hinaus hat Peter Fischer in den letzten Monaten immer wieder Fußballfans begeistert, weil er Klartext spricht – auch politisch. Wie wichtig ist er für die Eintracht?

Peter ist eine absolute Identifikationsfigur. Dem Verein geht’s gut, die Mitgliederzahlen schießen in die Höhe und in viele Sportarten ist die Eintracht sehr erfolgreich. Die Eintracht ist Champions-League-Sieger! Okay, im Tischkicker, aber im Fußball sind wir ja auch auf einem guten Weg. Was aber natürlich toll ist, ist dass er oft Klartext redet. Die Fanszene in Frankfurt hat sich ja auch eher in eine linkere Richtung gedreht, da ist das natürlich super, wenn er dementsprechend auch seine Meinung so offensiv vertritt. Und Peter ist nicht der typische Funktionär. Ich schätze, bei euch ist das auch so, aber wenn ich Peter Fischer oder Fredi Bobic auf der Straße sehe, dann sind die beiden der Peter und der Fredi. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Vereinen ist, aber ich kann mir bei Hopp oder Mintzlaff nicht vorstellen, dass die beiden der Dietmar und der Oliver sind. Der Peter, das ist eben einer von uns, wir sind alle die Eintracht und bei uns nimmt man es auch den Spielern ab, dass sie uns Fans geil finden. Wir sind einfach eine große Familie – und Peter hat mit Sicherheit einen großen Anteil daran.

5
Du selbst bist auch politisch aktiv und hast unter anderem vor kurzem „Polikick – Der politische Fußballpodcast“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit drei Kollegen und einer bislang verschollenen Gastkollegin (hüstel) sprecht ihr über Fußball und Politik. Warum?

Fußball und Politik sind eigentlich völlig verschiedene Dinge – eines ist der Ernst des Lebens, das andere eine tolle Ablenkung davon –, aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten. Über beides lässt sich hitzig debattieren, es ist häufig sehr emotional und vor allem kann man sich hervorragend darüber aufregen. Für einen Podcast ist das ideal, allerdings möchten wir durchaus seriös sein. Vielleicht ähnlich wie die Tribünengespräche im Rasenfunk oder auch wie die Podcastkolleginnen bei FRÜF, nur eben mit politischem Bezug. Ein paar Beispielthemen für die nächsten Wochen: Auswirkungen auf den europäischen Fußball bei einem Brexit, Völkerverständigung im Fußball oder auch politisch-gesellschaftliche Themen wie Moral im Spitzenfußball, Stichwort Trainingslager in Doha und ähnliches.
Wir haben mit Ausnahme der verschollenen Gastkollegin (schnief) alle eine parteipolitische Vergangenheit, teilweise auch Gegenwart und vielleicht sogar Zukunft und sehen uns in der Lage, politische Zusammenhänge zu erkennen, zu deuten und zu erklären – und das deutlich über das normale Stammtischniveau hinaus. Und wir hoffen auch auf hochkarätige Gäste aus Politik und Gesellschaft, ob das klappt, werden wir sehen. Jedenfalls war Fußball auch immer schon politisch, ist meiner Meinung nach aber immer politischer, auch, weil jeder den Fußball für sich vereinnahmen will. Gerade jetzt, in Zeiten eines vermutlichen Rechtsrucks in Europa bei der kommenden Wahl, ist es wichtig, darüber zu reden. Ob „Spieltage gegen Rassismus“ seitens DFL und DFB nur Lippenbekenntnisse sind, weil da außer ein paar Bannern irgendwo nichts weiter passiert und sich bei diesem Thema ja auch gerne mal weggeduckt wird – Stichwort Freundschaftsspiel letztes Jahr in Tschechien glaube ich, als mitgereiste Deutsche mit Sieg Heil Rufen auffällig wurden, und zwar nicht gerade wenige. „Habe ich nicht gehört“ hieß es damals, was schon sehr peinlich ist. Im Gegensatz dazu lob ich mir einen Christian Streich und natürlich auch einen Peter Fischer, die sich ganz klar positionieren und sich nicht scheuen, den Mund aufzumachen. Aber bevor ich mich in Rage schreibe, schaut doch einfach mal auf polikick.de vorbei.

Durch und durch ein Podcast-Fan. (Foto: privat)

Durch und durch ein Podcast-Fan. (Foto: privat)

6
Vor dem Spiel der Eintracht gegen Donezk gab es im Stadion eine Durchsuchung der von Ultras genutzten Räumlichkeiten und einen Polizeieinsatz im Block, der vielfach kritisiert wurde. Man hat den Eindruck, die Polizei testet an Fußballfans oft sowas wie Grenzen des Machbaren aus: Wie weit können wir gehen ohne Gegenwind. Wie beurteilst du das?

Ich könnte jetzt wie oben beim Podcast erwähnt ganz seriös sagen, dass ich das kritisch sehe, aber ich bevorzuge in diesem Kontext eher: riesengroße Scheiße. Hier gibt es gleich zwei Sachen zu betrachten: Die Frankfurter Polizei arbeitet mit Hochdruck daran, ihren Ruf zu ruinieren. Das Verhalten bei Demonstrationen, z.B. illegales Kesseln (Blockupy ist nicht so lange her) oder aktuell NSU 2.0, Frankfurter rechtsradikale Polizisten, die ihr Amt ausnutzen – und von einer Aufklärung dessen hören wir vom zuständigen Hessischen Innenminister Peter Beuth: nichts. Stattdessen gab es diesen völlig überzogenen Polizeieinsatz. Das ist jetzt allerdings kein ausschließliches Frankfurter Problem, das gibt es ja überall. Und wer Polizeikräfte im Stadion oder auf einer Demo mal aus der Nähe gesehen hat, der weiß, als Normalmensch kann ich denen nichts anhaben, die sind so stark gepanzert, da verpufft alles. Dank der grünen Farbe werden sie ja auch gerne Ninja Turtles genannt. Völlig unverständlich wieso 30 Beamte gegen einen Fan mit Gewalt vorgehen müssen, nur weil der sich etwas in den Weg stellt.
Nun ist es bei Innenministern ja oft so, dass es absolute Hardliner sind, nahezu alle, nicht nur die von der CDU. Einige dämliche Zeitungen und auch die Politik stellt den Fußballfan an sich gerne als Chaot und Randalierer dar, Pyro ist das Gefährlichste, was es gibt – und man kann heutzutage ja nicht mehr mit seinem Kind angstfrei ins Stadion gehen. Das ist natürlich Bullshit, aber es gibt mehr als genug Leute, die nie im Stadion sind – und die das glauben. Als Innenminister liegt der Gedanke nahe, sich sicherheitspolitisch profilieren zu können, wenn gegen Fußballfans vorgegangen wird. Dass dabei Menschen teils schwer verletzt werden, wie bei dem Einsatz in Frankfurt, wird in Kauf genommen. Ich bin sehr froh, dass das ein richtig großes Thema geworden ist und es auch ordentlich Gegenwind für Peter Beuth gab.
Auch nicht ins Bild passen solche Einsätze wie beim Spiel Magdeburg gegen Darmstadt, als die Einsatzkräfte dort Gästefans drangsaliert haben, hauptsächlich Rentner, Kinder und Menschen mit Handicap. Ja, die gehen nämlich ins Stadion, ohne Angst vor den Fans, Angst vor der Polizei ist eher berechtigt. Ich finde es aber toll, dass bei aller Rivalität zwischen Fans und Vereinen alle Fans zusammenstehen und sich solidarisch mit den Fans anderer Vereine geben. Allein das zeigt doch schon, dass alle Horrorgeschichten über Stadionbesuche übertrieben sind.

In der aktuellen des Eintrachtpodcasts war ich zu Gast. (Foto: Screenshot)

In der aktuellen Folge des Eintrachtpodcasts war ich zu Gast. (Foto: Screenshot)

7
Zurück zum Fußball. Die Eintracht spielt eine beeindruckende Serie, mit einem Fußball, der wirklich toll anzuschauen ist. Hättest du vor der Saison damit gerechnet, dass es so gut läuft?

Ich war letztes Jahr beim Sommerfest des Eintrachtpodcasts und habe dort gesagt, der Pokalsieg ist so geil, das erlebt man nur alle 30 Jahre, ich wäre nicht mal böse, wenn die Mannschaft jetzt absteigt. Ich habe natürlich nicht mit einem Abstieg gerechnet, aber wer kann den ahnen, dass wir nach einer Pokalsiegsaison gleich nochmal eine Hammersaison hinlegen? Zumal mit dem Prince der Chef auf dem Platz weg ist und die ersten Ergebnisse im Supercup und Pokal nicht gerade positiv stimmten. Als Fan der Eintracht sind die Erwartungen immer hoch, aber wir sind auch Leiden gewohnt und zu oft sind unsere Hoffnungen enttäuscht worden, daher bleibt immer eine gewisse Skepsis. Umso geiler, wenn die Hoffnungen sogar deutlich übertroffen werden.

8
Am Sonntag gab es allerdings eine ordentliche Packung in Leverkusen. Viele Fans waren der Auffassung, Hütter hätte sich mit einer zu defensiven und zusammengewürfelten Aufstellung vercoacht. Siehst du das auch so, oder geht dem Team auf der Zielgeraden die Luft aus?

Beides, allerdings hat die Klatsche in Leverkusen nix mit der Puste zu tun. Konditionell von Anpfiff an nicht mithalten zu können, ist ausgeschlossen, wenn das so wäre, hätten wir in der 2. Halbzeit ja nochmal acht Stück fangen müssen. Der Fehler liegt hier klar bei Hütter, die Taktik und die Aufstellung waren diesmal ein Flop. Ob das generell keine Taktik für die Eintracht ist oder das schnelle erste Tor auch einfach mit daran schuld ist, dass alles im Chaos endete, kann ich schwer beurteilen. Aber ich geh davon aus, dass Hütter sich vor seine Mannschaft stellt und das auf seine Kappe nimmt und es aus den Köpfen der Spieler raus ist. Aber klar, in der Rückrunde haben wir in der Euroleague jetzt 8 Spiele gehabt, auf Dauer geht das an die Substanz. Der Kader ist dann doch nicht ganz so breit, um das aufzufangen. Auch, wenn die Eintracht insgesamt nicht so enorm viele Kilometer läuft, ist das Spiel doch oft sehr kraftraubend, das hohe Pressing und das Gegenpressing erfordern viele kurze schnelle Sprints, der lange Ausfall von Haller sorgt dafür, dass die anderen Stürmer mehr Spielminuten und weniger Regenration haben. Ich bin froh, dass jetzt noch ein paar Spieler zurückkommen und es wieder mehr Möglichkeiten in der Aufstellung gibt.

Mainzer Fans beim Auswärtsspiel der Saison 2016/17. (Foto: Meenzer on Tour)

Mainzer Fans beim Auswärtsspiel der Saison 2016/17. (Foto: Meenzer on Tour)

9
Weil im oberen Drittel der Tabelle alles recht eng ist, könnte im Saisonendspurt sogar die sicher geglaubte nächste Europasaison noch verspielt werden. Machst du dir Sorgen? Und wieviel von der aktuellen Traumsaison würde das emotional kaputtmachen?

Verstehe die Frage nicht, wir spielen doch gegen Mainz und in München, sind doch einfache 6 Punkte. Mal im Ernst, klar ist das möglich, und klar wäre das fürchterlich für uns Fans und den Verein (und für Fußballdeutschland, denn wenn wir raus sind bedeutet das ein Plastikverein mehr spielt dafür in Europa). Aber alle anderen müssen ebenfalls erstmal punkten und an uns vorbeigehen. Sich nicht zu qualifizieren, macht ja eher die nächste Saison kaputt, diese Saison mit der sensationellen Tour durch Europa kann uns keiner mehr nehmen.

10
Das Halbfinale der Europa League zu erreichen, war ein riesiger Erfolg, dennoch dürfte der Frust übers Ausscheiden tief sitzen. Was bedeutet das für das Spiel am Sonntag, werden die Spieler Mainz wütend niederrennen, oder geht jetzt einfach gar nichts mehr?

Die Enttäuschung über das unglaublich knappe Ausscheiden ist natürlich riesig. Die Aufgabe von Hütter ist es jetzt, den Spielern das aus dem Kopf zu reden und sie stolz auf das zu machen, was sie erreicht haben. Halbfinale! Gleichauf mit Chelsea, die zu den zehn besten Mannschaften der Welt gehören. Und dann die Mannschaft du motivieren, das nächstes Jahr einfach erneut zu erleben und nochmal alles zu geben.
Also eigentlich sind die Vorzeichen dieses Spiels ja langweilig. Vierter gegen Zwölfter, für eine Mannschaft geht es um nix mehr, klingt nach einem harmlosen 2:0 Sommerkick. Es ist nur kein Sommer. Und es ist ein Derby. Wir haben bei Dortmund gegen Schalke gesehen, was die schlechter platzierte Mannschaft leisten kann, wenn es ein Derby ist, auch wenn ich ein Spiel gegen Mainz jetzt nicht als das ultimative Derby ansehe. Ihr seid ja nicht die Kickers. Aus meiner Sicht wird da viel zu hoch bewertet, die jahrzehntelangen Duelle, die so ein Trara rechtfertigen, sind mir entgangen. In der einen oder anderen Saison hat man aus Frankfurt vielleicht auch neidisch geschaut, was bei euch mit geringeren Mitteln möglich war. Nichtsdestotrotz mobilisiert das immer Kräfte, auf beiden Seiten. Wir haben den Druck, erfolgreich sein zu müssen, ihr könnt befreit aufspielen. Wir sind am Ende von zwei englischen Wochen mit einer Verlängerung, ihr konntet euch die ganze Woche vorbereiten. Aber wir haben die weltweit besten Fans, wir sind #12gegen11. Es ist das letzte Heimspiel der Saison, da möchte die Mannschaft natürlich nochmal drei Punkte holen. Auch wenn die Beine müde sind, wir wissen ja, es sind nur noch zwei Bundesligaspiele, es kommt keine englische Woche mehr, jetzt nochmal richtig Dampf auf den Kessel geben, der Urlaub für die Spieler ist ja schon absehbar.
Ich erkenne aber auch Parallelen zur Hinrunde. Sowohl in Hin- als auch in der Rückrunde war die Partie gegen Augsburg ein Bruch in unserem Spiel. Stimmten in der Hinrunde zumindest noch die Ergebnisse, so haben wir in der Rückrunde doch gegen Augsburg und Hertha schon Punkte liegengelassen, die schon fast sicher die Champions League bedeutet hätten. Und ich erinnere mich an das Spiel bei euch, unser Punktgewinn beim 2:2 war doch etwas glücklich, teilweise habt ihr uns schwindelig gespielt. Aber in der Hinrunde hat auch Hasebe nicht gespielt – und wie ihr da gesehen habt, kommen wir auch nach Rückständen immer wieder zurück. Und selbst, wenn wir schlecht spielen, unsere Verrückten können da vorne jederzeit aus dem Nichts ein Tor schießen. Ich glaube es wird ein gutes und kämpferisches Spiel.

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In welcher Formation wird Adi Hütter die Mannschaft im letzten Heimspiel auf den Rasen schicken? Wie geht das Spiel aus und welchen Tabellenplatz belegt ihr am Saisonende?

Trapp im Tor ist klar, davor eine Dreierkette aus Hinti, Abraham und Falette. Kostić und da Costa sind auch klar, auf der Sechs spielen Fernandes und Hasebe, weil Rode ja scheinbar langfristig ausfallen könnte, Gaćinović auf der Zehn. Im Sturm beginnen Haller und Jović. Haller wird früh im Spiel Jović ein Tor auflegen, ihr gleicht früh in der 2. Halbzeit aus. In der 60. kommen Rebić und Paciência für Haller und Gaćinović, beides Spieler mit richtig Motivation und Kampfkraft, die nochmal die ganze Mannschaft mitziehen. In der 78. kommt de Guzmán für Fernandes, nochmal ein frischer Mann, mit starker Präsenz im Mittelfeld und besserem Spielaufbau als Fernandes. In der 94. Zeigt Hasebe sein neuestes Lieblingshobby und kratzt einen Schuss von Quaison mit der Brust von der Linie. Während die Mainzer Spieler noch fälschlicherweise Handspiel reklamieren läuft der Frankfurter Konter, den Paciência nach einer Flanke von Kostić mit einem Flugkopfball zum 2:1 abschließt. Danach wird nicht wieder angepfiffen. Während die Mainzer Fans schon zu Hause angekommen sind hallt es immer noch durchs Waldstadion: Europas beste Mannschaft, Europas beste Mannschaft, Europas beste Mannschaft SGE!
Die Bayern holen leider die Meisterschaft am 33. Spieltag und schalten wie üblich im bedeutungslosen Spiel vorm Pokalfinale 3 Gänge zurück, wir holen uns das Spiel mit einem 3:1 Auswärtssieg und haben somit Platz 4 gesichert, während Leverkusen wie im Vorjahr Rang 4 nur durch die schlechtere Tordifferenz verpasst. Jubel, Trubel, Heiterkeit und nächste Saison gewinnen wir in Barcelona!

KOMPAKT
Eintracht Frankfurt ist der beste Club der Welt, weil … Freud und Leid so nah beisammen sind und genau dieses emotionale den Fußball ausmacht. Außerdem: beste Fans weltweit!
Was ich an unserem Stadion besonders liebe, ist … dass es Deutschlands lautestes Stadion ist.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Uli Stein. Uli war einfach eine coole Sau, wie er früher einfach die Hand gehoben hat, wenn er gesehen hat ein Ball geht am Tor vorbei, auch wenn es sausauknapp war.
Wer Frankfurt besucht, sollte unbedingt … Zeit mitbringen. Der Verkehr! Der ÖPNV! Zu Hilf!
Besonders lecker essen Gästefans … Worscht. Im Stadion wird Worscht gegessen und damit basta. Worscht! WORSCHT!

Vielen Dank für das Gespräch!
Vielen Dank, dass sich jemand für mein ewiges Geschwafel interessiert!

Im Gespräch mit dem Trainer der Meenzer Dynamites, Thomas Zeitz. (Foto: Malino Schust)

Im Gespräch mit dem Trainer der Meenzer Dynamites, Thomas Zeitz. (Foto: Malino Schust)

LETZTE WORTE
In der aktuellen Folge meiner Videokolumne für die Allgemeine Zeitung Mainz spreche ich mit dem Trainer der Handball-Damen, Thomas Zeitz. Die Meenzer Dynamites stehen aktuell vor dem Auftsieg in die 1. Liga und haben dafür nun auch ganz offiziell die Lizenz erhalten. Glückwunsch!

05-Gegnerbetrachtung: Hannovers letzter Schuss

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Diesmal beantwortet Tobias Groebner vom Hannover-96-Fanblog The Walking Red meine Fragen.

Tobias GroebnerLieber Tobias, danke, dass du dir die Zeit für meine Fragen zu Hannover 96 nimmst. Zum Einstieg ein beliebter Klassiker: Wie bist du zu deinem Verein gekommen? Und kannst du dich daran erinnern, was dich damals fasziniert hat?
Ich bin so etwas wie der Prototyp eines Erfolgsfans. Mein Interesse an Hannover 96 entstand durch die Pokalsaison 1991/92. Besonders die Siege gegen den SV Werder Bremen im Halbfinale und gegen Borussia Mönchengladbach im Finale haben mein Interesse an Hannover 96, das vorher nicht sonderlich ausgeprägt war, geweckt. So war ich in der Saison 1992/93 das erste Mal bei einem Spiel im Niedersachsenstadion. Es war ein 3:1-Heimsieg gegen den damaligen Aufsteiger VfL Wolfsburg. Fasziniert hat mich sofort die Atmosphäre im Stadion. Ich fand es toll, wie tausende Menschen gemeinsam jubeln, singen oder auch enttäuscht sind. Seit dem Jahr war ich ein regelmäßiger Gast zu den Heimspielen. Die echte Liebe entstand dann 1996/97 in der Regionalliga.

Was sollte man neben deiner Leidenschaft für Fußball und den Verein über dich wissen, womit beschäftigst du dich im Leben neben dem Platz?
Neben dem Platz beschäftige ich mich vor allem mit Zahlen und Prozessen. Das bringt mein Job im Controlling mit sich. Bei dem ganzen trockenen Stoff, ist dann der Fußball am Wochenende der perfekte Ausgleich. Nebenbei versuche ich mich noch ein wenig mit der Schreiberei. So begleite ich Hannover 96 seit nunmehr vier Jahren auch als Blogger.

Geboren als Roter. (Cover: Verlag)

Geboren als Roter. (Cover: Verlag)

Im vergangenen Jahr hast du auch ein Buch über deinen Verein geschrieben: Geboren als Roter – Warum wir Hannover 96 lieben. Was sind für dich die wichtigsten Gründe?
Weil 96 einfach ein geiler Verein ist. Auch wenn sich in den letzten Jahren vieles zum schlechten verändert hat, haben wir doch am 23. März gezeigt, wozu eine Fanszene fähig ist – und uns einfach mal den Verein zurückgeholt.

Ein Thema, mit dem wohl jeder Fußballfan Hannover 96 assoziiert, ist die 50+1-Regel und Martin Kinds Versuche, eine Sondergenehmigung zu bekommen. Kannst du für die Leser meines Blogs, die sich nicht im Detail mit der Situation in Hannover beschäftigen, erklären, wie die aktuellen Entwicklungen aussehen und was Kind im Gegensatz dazu wollte?
Martin Kind möchte für Hannover 96 eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel erwirken. Dazu hat er gemeinsam mit der Profispielbetriebsgesellschaft, deren Geschäftsführer er ist, und dem Verein, dessen Vorstandsvorsitzender er bisher gewesen ist, einen Antrag bei der DFL gestellt. Um eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, hätte er nachweisen müssen, den Verein über 20 Jahre hinweg erheblich gefördert zu haben. Diesen Nachweis blieb er schuldig. So hat die DFL den Antrag abgelehnt. Daraufhin hat Kind das Schiedsgericht des DFB angerufen, wo noch ein Verfahren anhängig ist. Mit der Mitgliederversammlung des Breitensportvereins am 23. März endete die Ära Kind. Der Aufsichtsrat, der den Vorstand beruft, wurde neu gewählt. Sämtliche Plätze gingen an Kandidaten, die sich gegen die Abschaffung von 50+1 in Hannover ausgesprochen haben und deswegen von der aktiven Fanszene unterstützt wurden.

Der etwas andere Fanblog. (Grafik: The Walking Red)

Der etwas andere Fanblog. (Grafik: The Walking Red)

Du schreibst bei The Walking Red über Hannover 96 und gehörst zum Supporters Club Rote Kurve. Wie hat es sich bei dir entwickelt, dass der Fußball nicht nur in dieser Clubliebe eine Rolle spielt, sondern du dich auch aktiv in die Vereinsarbeit einbringst?
Mit dem Schreiben über 96 habe ich im Jahr 2015 angefangen. Die Gründe dafür sind schnell erzählt: Ich konnte die sehr einseitige Presseberichterstattung in Hannover nicht mehr kommentarlos hinnehmen und wollte einen Gegenpol bilden. Fanthemen sollten einen Platz bekommen – und haben das dadurch. In der Roten Kurve fange ich gerade an, aktiv zu werden. Das hat sich alles am Abend nach der Mitgliederversammlung ergeben. Die Neuausrichtung des Vereins möchte ich gern unterstützen und mich einbringen.

Im kürzlich berufenen neuen Vorstand des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V. sitzen auch zwei Ehemalige der Roten Kurve. Wie beurteilst du die Zusammensetzung des Gremiums und welche Konsequenzen erhoffst du dir dadurch, dass sich die Anti-Kind-Fraktion nun die Geschicke des Vereins leitet?
Zunächst würde ich nicht von einer Anti-Kind-Fraktion sprechen wollen. Es sind vielmehr engagierte Mitglieder, die sich für Transparenz und Mitbestimmung einsetzen. Ich begrüße sehr, dass der neue Vorstand in Ressorts aufgeteilt wurde, für die sich zukünftig Experten verantwortlich zeigen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit Sebastian Kramer, dem neuen Vorstandsvorsitzenden, ist der ehemalige Vorsitzende der Roten Kurve jetzt verantwortlich für den Breitensportverein. Basti ist echter 96er und liebt den Verein. Außerdem ist mit Robin Krakau ein ehemaliges Gründungs- und Aufsichtsratsmitglied der Roten Kurve ebenfalls in den Vorstand berufen worden. Ich erhoffe mir, dass der Antrag von Martin Kind auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel gestoppt wird. Zumindest wurde er zunächst auf ruhend gestellt, um den Antrag einzusehen und zu prüfen.

Neuer Vorstand, neuer 5-köpfiger Aufsichtsrat. Neuanfang? (Foto: Pro Verein)

Neuer Vorstand, neuer 5-köpfiger Aufsichtsrat. Neuanfang? (Foto: Pro Verein)

Hannover 96 hat nach einem Jahr in der 2. Liga den direkten Wiederaufstieg geschafft, eine positive Erstligasaison hingelegt – und steckt in der zweiten Saison im Oberhaus aktuell im maximalen Schlamassel. Was genau ist da schiefgelaufen?
Wie viel Zeit hast du? Keine Sorge, man kann es relativ einfach runterbrechen: Leistungsträger wie Martin Harnik, Salif Sane und Felix Klaus haben 96 verlassen. Der Qualitätsverlust konnte mit den gut gemeinten Neuzugängen nicht ausgeglichen werden. Abgesehen von Hendrik Weydandt, den man aus der Regionalliga eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtete, hat kein Transfer gegriffen. So kommt dann eben so eine Gurkensaison bei raus.

Seit Januar sitzt Thomas Doll auf der 96-Trainerbank. Medial wirken seine Auftritte oft eher skurril, auch der erhoffte sportliche Erfolg hat sich nicht eingestellt. Hat dich seine Berufung damals überrascht? Und wie beurteilst du seine Arbeit mit dem Team?
Sie hat mich sogar schockiert. Das konnte nicht funktionieren. Mir geht es dabei aber vor allem um den Menschen, weniger um den Trainer. Im November 2018 hatte er einen unsäglichen Auftritt bei Sky, in dem er sich als Sexist präsentierte. Solche Geisteshaltung möchte ich nicht auf unserer Trainerbank sehen. Die Arbeit mit den Spielern spielgelt sich ziemlich gut in den Ergebnissen wieder. Er ist schlichtweg nicht gut genug.

Thomas Doll ist aktuell Trainer bei Hannover 96. (Foto: Frank Schwichtenberg – CC BY-SA 3.0)

Thomas Doll ist aktuell Trainer bei Hannover 96. (Foto: Frank SchwichtenbergCC BY-SA 3.0)

Der Abstieg ist trotz der desaströsen Saison für den Verein noch nicht besiegelt, das Spiel gegen Mainz am Samstag bietet die letzte Chance. Hast du noch Hoffnung? Und wäre die Rettung in letzter Minute überhaupt wünschenswert?
Ich habe keine Hoffnung mehr. Bei einem Sieg in Berlin und einem weiteren Erfolg gegen euch, wäre vielleicht noch was gegangen. So ist der Abstieg in meinen Augen aber besiegelt. Ich freue mich auch schon auf die interessanten Gegner in der zweiten Liga. Doll sollte die Rettung auch nicht gelingen, nachher darf er noch blieben. Bitte nicht.

Gehen wir also davon aus, Hannover 96 steigt am Ende der Saison erneut in die zweite Liga ab. Was muss sich ändern, damit an der Leine wieder Stabilität einkehrt? Der Wiederaufbau mit Thomas Doll wurde ja durchaus als Möglichkeit thematisiert. Wen würdest du gerne in Verantwortung sehen?
96 muss sich selbst eine Philosophie verpassen, ein tragfähiges Konzept entwickeln. Die Verzahnung mit dem Nachwuchsleistungszentrum muss deutlich intensiviert werden. Die Spielidee sollte von der U17 bis zu den Profis identisch sein. Ein Wiederaufbau mit Thomas Doll wäre eine Katastrophe. Mein Wunschtrainer ist Alexander Kiene, der all das verkörpert, was ich gerade skizziert habe. Kiene hat gerade seinen Fußballlehrer gemacht und war schon als Trainer in der Region bei Ober- und Regionallisten äußerst erfolgreich.

Alles spricht dafür, dass uns am Samstag ein Kampfspiel erwartet, zumindest, wenn das 96-Team diese letzte Möglichkeit nutzen will. Was glaubst du, wie Thomas Doll seine Jungs auf den Platz schickt? Und welches Ergebnis tippst du?
Er wird vermutlich wieder versuchen, den Bock umzustoßen. Verzeih, das ist mittlerweile ein Running Gag in Hannover. Ich denke, wir werden die Startelf aus dem Hertha-Spiel sehen. Eventuell darf Nicolai Müller wieder als zweite Spitze ran, damit Weydandt nicht allein auf weiter Flur ist. Ich tippe auf einen knappen 1:0-Heimsieg, der am Ende aber auch nichts ändern wird.

KOMPAKT
Hannover 96 ist der beste Club der Welt, weil … wir Fußballdeutschland gezeigt haben, dass sich Fans ihren Verein zurückholen können.
Was ich an unserem Stadion besonders liebe, ist … die Nähe zum Maschsee. Ich denke, kein anderes Bundesligastadion ist so zentral und idyllisch gelegen.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Jan Simak. Genialer Fußballer, leider mit den falschen Freunden
Wer Hannover besucht, sollte unbedingt … einen Moment am Nordufer des Maschsees verweilen. Genießt es.
Besonders lecker essen Gästefans … direkt in Stadionnähe ist das Julian’s. Ein Restaurant im Courtyard-Hotel direkt am Maschsee. Dort lässt es sich vor und nach dem Spiel besonders gut essen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Meinen Gegenbesuch im Blog The Walking Red könnt ihr hier nachlesen.

So ein Tag… (Foto: Mainz 05)

So ein Tag… (Foto: Mainz 05)

LETZTE WORTE
Gut Lachen hat das Vorstandstrio des 1. FSV Mainz 05: Der Verein hat von der Deutschen Fußball Liga die Lizenz für die kommende Bundesligaspielzeit 2019/2020 erhalten – und das erneut ohne wirtschaftliche Auflagen und Bedingungen. Ein toller Erfolg für den Verein, ebenso wie natürlich der am letzten Spieltag festgezurrte Klassenerhalt.