Qatar – eine notwendige Dienstreise vor der WM

„Wie kann man nur nach Qatar fliegen?“, empören sich einige und ich frage mich: Was für einen Journalismus wollt ihr? Hörensagen-Journalismus? Alle-schreiben-von-einander-ab-Journalismus? Empörungswellen-Journalismus? Dann geht bitte weiter, es gibt hier nichts für euch zu sehen.

Das Leben entsteht auch aus Entscheidungen. Zwei Sätze sind mir aus meinem Volontariat vor vielen Jahren in Erinnerung geblieben. Da war zum einen der Kollege, der erklärte: „Sie müssen sich abgewöhnen, so intensiv zu recherchieren. Das ist nicht ökonomisch.“

Da war zum anderen der Kollege, der sagte: „Fastnachtssitzungen dauern auch mal sechs Stunden – und ich will von euch kein kritisches Wort lesen, wenn ihr früher geht, denn dann habt ihr euch kein vollständiges Bild gemacht.“

Den einen Rat habe ich verworfen, der andere begleitet mich bis heute. Natürlich weiß ich, es ist nicht möglich, mir im Laufe von Tagen ein vollständiges Bild von Qatar zu machen. Es gibt ohnehin nicht das eine Bild von diesem Land, genauso wenig, wie von jedem anderen Ort.

Aber es ist wichtig, einen eigenen Blick auf Land und Leute zu werfen, wenn ich in den kommenden Wochen intensiver über diese WM schreiben und sprechen will.

Woran meine Kollegin Annika Becker und ich da momentan arbeiten und wessen Idee es war, uns sprichwörtlich in die Wüste zu schicken, darüber können wir derzeit noch nicht allzu viel verraten. Außer, dass es im Oktober losgehen wird mit ersten Eindrücken und Recherchen.

Bis dahin sortieren wir unsere Reiseerfahrungen, lesen weiter, sprechen mit Expert*innen – und machen uns unser eigenes Bild. Denn auch da, wo Kritik geboten ist, bleibt Differenzierung wichtig. Aus Schubladen heraus nämlich, ist die Welt verzerrt.

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