Mutti, das Kind ist… in der SWR Landesschau: Persönlich

Im Spätherbst 2016 hat der großartige SWR-Kollege Stefan Keber mich gefragt, ob ich Lust hätte, ein „Persönlich“ für die Landesschau Rheinland-Pfalz mit ihm zu drehen. Bei diesem Format geht es unter anderem um Stärken, Schwächen und einen Wendepunkt im Leben der Porträtierten. Ich bin bei Anfragen, die mich selbst in den Mittelpunkt stellen, immer etwas zögerlich, denn diese Rolle ist natürlich ungewohnt für mich. Bei Stefan weiß ich mich aber in sehr guten Händen, deswegen habe ich gerne zugesagt. (Tipp: Er hat die tolle Dokumentation „Fußballfieber“ über die Geschichte von Mainz 05 gemacht). Auf dem Rückweg von einem Dreh hat er in jenem November einen Stopp beim Weingut Dr. Hinkel eingelegt, wo ich in dem Jahr im Rahmen von „Rheinhessen liest“ zu Gast war. Den eigentlichen Drehtag, den wir für Anfang Dezember geplant hatten, musste ich ihm dann leider absagen, weil meine zwickende Bandscheibe dazwischen kam.

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Bis wir tatsächlich drehen konnten, ist ein ganzes Jahr vergangen, weil wir beide an der Idee von der Passage beim Boxtraining hingen und der Wiedereinstieg sich gezogen hat. Nun bin ich nicht nur längst wieder auf den Beinen, das Jahr 2017 ist durch die Hochzeit im Mai zudem zu einem unfassbar schönen und bedeutenden für mich geworden. So ist das Porträt sicher nochmal anderes geworden, als es vor einem Jahr der Fall gewesen wäre, und die Verschiebung hat irgendwie ihr Gutes. Am 1. Februar nun läuft der Beitrag in der Landesschau. Er begleitet mich an den Bruchweg, bei der Arbeit und zum Training, vor allem aber hat Stefan es bemerkenswert gut geschafft, dass ich mich mit dem, was er aus dem Dreh in den Beitrag verwoben hat, wohlfühle. Tausend Dank!

Was aber immer zurückbleibt, wenn ich aus der Rolle der Erzählerin in die derjenigen schlüpfe, die porträtiert wird, ist der Wunsch, mich mit zärtlich flüsternd bei der Stadt zu entschuldigen, in der ich seit fast zwei Jahren zuhause bin: Wiesbaden. Ich verstehe, dass diese Tatsache für meine 05-Geschichte keinen erzählerischen Wert hat, aber emotional ist es ein bisschen kompliziert, und das umso mehr, je länger ich hier lebe. Ja, Mainz, das war Liebe auf den ersten Blick.

Die Stadt hat mich aufgenommen, als ich eine Heimat mehr als alles andere brauchte. Hier sind wunderbare Dinge passiert. Ich verbringe alleine durch meinen Job nach wie vor sehr viel Zeit dort. Sie wird immer ein Teil von mir bleiben, denn dorthin zu gehen war eben der beschriebene Wendepunkt. Und ohne Mainz wäre ich vermutlich niemals nach Wiesbaden gekommen, denn auch meinen Mann habe ich in Mainz kennengelernt. Aber mein Zuhause ist heute Wiesbaden – das hat eine Bedeutung, einen Wert für mich. Ich fühle mich beiden Städten sehr verbunden und das erfüllt mich mit großem Glück. So reich beschenkt zu sein, das ist nicht selbstverständlich.

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