Müdes Europa, muntere Künstler

Am Donnerstag hat unter dem Motto „This is not Europe“ die Wiesbaden Biennale begonnen. Bis zum 4. September dauert das Festival, bei dem zum einen Gastspiele im klassischeren Sinne dargeboten werden, zum anderen unter dem Slogan „Das Asyl des müden Europäers“ Performances, Ausstellungen, Musik und mehr. Unter anderem bespielt wird das Alte Gericht, und zwar von Thomas Bellinck aus Belgien. Er lässt die Besucher durch ein Museum wandern, das aus einer Zukunftssicht aufs heutige Europa zurückschaut und sein Scheitern nacherzählt.

Wiesbaden ist nicht der erste Ort, an dem Bellinck seine Exponate ausstellt, Ausstellung und Gebäude ergänzen sich aber wunderbar und man wünscht sich beim Durchstreifen der Räume einmal mehr eine permanente kulturelle Nutzung des spannenden Gemäuers. Am Ende dieser „Geisterbahn der europäischen Zukunft“ erwartet einen der Künstler höchst selbst zum Dialog über das Gesehene und Erlebte. Ein Angebot, das im ersten Moment allerdings eher als eine Aufgabe anmutet, denn die Eindrücke dieser Wanderung in der Zukunft sind absolut intensiv.

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Das liegt freilich an der schneidenden Aktualität des Themas, daran, dass die Vorstellung, das Ideal von Europa, von offenen Grenzen und Gemeinschaft zu verlieren, eine sehr reale und bedrohliche ist. Mich hat mehrmals ein beklommenes Gefühl beschlichen und immer wieder die Frage, was wir alle tun können, um die aktuelle Tendenz zu Mauern in den Köpfen und Herzen vieler Menschen wieder umzukehren. Mehr noch, dem Schwachsinn, den AfD & Co. verbreiten, den Nährboden zu entziehen und die Menschen, die auf Hass und Abgrenzung setzen, ihren unsäglichen Irrtum klarzumachen. Dabei geht es mir nicht darum, zu behaupten, die europäische Idee sei eine ohne Schwächen. Aber wie derzeit an vielen Stellen die Errungenschaften eines gemeinschaftlichen Europas, auch der Friede, in dem wir alle das Privileg hatten, aufzuwachsen, so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden, führt der Rundgang schmerzhaft vor Augen – dieses Gefühl hallt lange nach.

Eine weitere spannende Idee des Festivals ist Die Kirche, ein Projekt des Niederländers Dries Verhoeven, bei dem jeden Tag um 18 Uhr eine Beerdigung stattfindet. Am ersten Festivaltag wurde die multikulturelle Gesellschaft zu Grabe getragen, nicht ohne zuvor bei einem ungewöhnlichen Gottesdienst von ihr Abschied zu nehmen. Der war in seinen Ritualen zwar stark an katholische Messen angelehnt, allerdings mit durchaus bizarren Ausprägungen – so wurde beispielsweise als Predigt eine Stelle aus Thilo Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ vorgetragen sowie der monokulturellen Gesellschaft und den deutschen Werten gehuldigt. Gerade nach den frischen Eindrücken aus dem Alten Gericht fiel all das auf sehr fruchtbaren Boden. Und warf die Frage auf, was genau stellen sich jene eigentlich vor, die eine Abkehr von der multikulturellen Gesellschaft fordern, in der wir leben? Und, so naiv das auch klingen mag, wo ist eigentlich das Problem, sich auf einander einzulassen, voneinander zu lernen und gemeinsame Wege zu finden?

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Mit Angst, Zukunft und Angst vor der Zukunft beschäftigt sich auch Julian Hetzel in seinem Stück „Sculpting Fear“, das beinahe mehr als Tanzperformance denn Theater daherkommt. Aber was in der Politik gilt, bewahrheitet sich für die Kunst umso mehr – wozu Grenzen ziehen, wenn die Übergänge letztlich doch immer fließende sind. Es gehört bei einer Aufführung, die derart viele Fragen aufwirft, vielleicht sogar zur Folklore, dass eine Handvoll Zuschauer nicht bis zum Ende durchhalten, sondern das Erlebnis im Malsaal abbrechen. Aber wieso eigentlich darf die Performance dem Publikum nicht ähnlich viel abverlangen wie den Künstlern? So viel nur, es lohnte sich definitiv, bis zum Ende zu bleiben – von durchhalten kann ohnehin keine Rede sein.

Abschließend sei gesagt, für mich waren das sicher nicht die letzten Eindrücke, die ich auf der Biennale gesammelt habe. Allen kulturell und politisch Interessierten kann ich nur eine absolute Empfehlung aussprechen, in den kommenden zehn Tagen ebenfalls Zeit dort zu verbringen.


Noch mehr Futter zur Biennale gibt es in diesem Video des Wiesbadener Kurier.

Fare thee well, Elkin Soto

Es kann einen an skurrile Plätze verschlagen, dem Gesprächspartner die Wahl für den Ort zu überlassen, an dem der gemeinsame Termin stattfinden soll. Nicht so im Fall Elkin Soto, mit dem man auf diese Weise im „Hintz & Kuntz“ landet, einem der von den Brüdern Kamil und Özür Ivecen in Mainz betriebenen Läden, und beliebter Treffpunkt in der Stadt. Vorm Lokal Szenen, die ganz mühelos jenes Bild bestätigen, das sich 05-Fans in zehn Mainzer Jahren vom Publikumsliebling gemacht haben: Freundschaftlich umarmen sich Soto und sein längst zum Gefährten gewordenen Übersetzer Martin Heininger. Heiter zwinkert die lange verletzte #19 einem Buben zu, der ihn mit offenem Mund anstarrt. Drinnen bestellt er in flüssigem Deutsch sein Getränk, auch die Fragen im Gespräch versteht Soto. Und doch, die Antworten möchte er lieber übersetzt wissen: „Damit ich mich so ausdrücken kann, wie ich das gerne möchte.“

Bis Ende Juli ist Elkin Soto noch in Mainz*, dann ziehen er, seine Frau und die zwei Töchter nach Kolumbien. „Es wird eine neue Erfahrung, wir haben noch nie als Ehepaar dort gelebt.“ Die Vorfreude ist groß, auch wenn Soto weiß: „Ich werde fortan immer Heimweh haben. In Mainz vermisse ich Kolumbien, dort fehlt mir Mainz. Und auch das deutsche Essen.“ Soto hat, so scheint es beim Blick in die Zeitungen, in den letzte Tagen alle Interviews zum Ende seiner Zeit in Deutschland gegeben, das Kapitel ist abgeschlossen. Wir möchten mit ihm nun über die Copa América sprechen, bei der er als Nationalspieler 2011 selbst dabei gewesen ist.

Im Gespräch mit Elkin Soto.

Im Gespräch mit Elkin Soto.

„Die Copa hat für uns eine immense Bedeutung“, betont Soto. „Fußball ist in Kolumbien nach wie vor Sport Nummer Eins, auch wenn wir viele andere gute Sportler haben. WM und Copa waren gerade in meiner Kindheit schwer vergleichbar, weil wir uns ein paar Mal nicht für die WM qualifiziert haben. Das hat den Wert der Copa noch gesteigert.“ Ganz intensiv erinnert er sich an das Turnier 2001 im eigenen Land. „Damals wurde viel für die Infrastruktur sowohl der Städte als auch der Stadien getan, davon profitiert man bis heute. Und die Stimmung war natürlich sensationell.“ Er sagt das wohlgemerkt über ein Turnier, in dessen Vorfeld es auch schwere Unruhen und Entführungen gab, Argentinien blieb darauf lieber gleich zuhause, die Lage war angespannt. Doch die Copa selbst blieb letztlich friedlich – und der Gastgeber holte sich den erträumten Titel. „Wir waren uns der besonderen Rolle bewusst“, erinnert sich Soto. „Es war einfach an der Zeit. Es war der größte denkbare Triumph, und er ist gelungen.“

Das Nationalteam habe, sinniert der 35-Jährige, lange Zeit von der Strahlkraft des Teams um Carlos Valderrama gezehrt. „Inzwischen ist mit der Generation Falcao ein neues, großartiges Team herangewachsen, von dem wir uns viel erhoffen.“ Das galt auch für die Copa in den USA, zu der viele Kolumbianer anreisten. „Die Euphorie ums Turnier war riesengroß.“ Dass es außerhalb der 4-Jahre-Routine stattfand und erstmals in Nordamerika ausgetragen wurde, habe der Begeisterung in Kolumbien keinen Abbruch getan. „Im Gegenteil. Man sagt nicht umsonst Copa América, schön, dass dem Namen nun mal Rechnung getragen wurde.“

In Sotos fußballbegeisterter Familie wurden nicht nur die Spiele des Nationalteams geschaut und dessen Siege gefeiert, sondern auch die Schuhe geschnürt: Sein Vater spielte als junger Mann für Once Caldas, Heimatverein Manizales’, der Ort, an dem Soto und die Geschwister aufwuchsen. Die Schwester kickte nicht, der Bruder entschied sich nach kurzer Karriere doch fürs Studium und arbeitet als Tierarzt. Und Elkin? Begann als Steppke von etwa acht Jahren, mit der Familie ins Stadion zu gehen, verliebte sich in die Atmosphäre und den Sport, wurde Profi und holte mit Once Caldas 2004 die Copa Libertadores de América.

Das Cover des Magazins.

Das Cover des Magazins.

„Die Stimmung in den kolumbianischen Stadien ist der in Deutschland ähnlich“, erzählt Soto, dessen Lieblingsarena bis heute die in Manizales ist. „Aber sie sind häufig überdimensioniert, dann wirken sie sehr leer.“ Neu für ihn als Spieler war in Deutschland die räumliche Nähe zu den Fans. „Auf dem Zaun zu feiern, das würde es nicht geben, nicht zu meiner Zeit. Da hätte die Polizei Bedenken.“ Die einst üblichen „Käfige“ um die Fanblocks gehören aber heute der Vergangenheit an. In Deutschland gefalle ihm die Arena in Wolfsburg besonders, sagt Soto, und verteidigt die Begeisterung tapfer gegen das Entsetzen bei Übersetzer und Journalistin. „Ein tolles, großes Stadion, mit schönem Licht.“ In Sachen Stimmung, schiebt er immerhin nach, sei natürlich Dortmund etwas ganz Besonders. „Und Mainz.“ Ja.

Eine sichtlich aufgeregte Frau nähert sich dem Tisch. „Entschuldigung, sind Sie Elkin Soto?“ Der Angesprochene nickt lächelnd. „Ich dachte mir das. Ich habe Sie erkannt. Wir sind bei jedem Spiel!“ Aufgeregt fingert sie einen Kalender hervor und bittet schüchtern: „Würden Sie das für meinen Sohn signieren? Der ist ein riesiger Fan. Wir haben so die Daumen gedrückt, dass sie nach der schweren Verletzung vergangene Saison am letzten Spieltag noch mal dabei sind.“ Soto nickt freundlich, als er den Kalender entgegennimmt, dabei nicht einfach seinen Namen signieren, sondern fragt: „Wie heißt Ihr Sohn?“ „Jonah. Mit ‚h‘ am Ende.“ Soto nickt wieder, setzt den Stift an und schreibt mit weichem Schwung: „Für Jonah, dein Elkin“, bevor er sich mit derselben Freundlichkeit und Konzentration wieder dem Gespräch zuwendet.

Wo sieht er fußballerische Unterschiede zwischen Kolumbien und Deutschland? „Auffällig ist natürlich die Geschwindigkeit, das enorme Hin und Her. In Kolumbien verlangsamt der sehr technische Ansatz das Spiel.“ Welcher europäische Fußball dient als Vorbild? „England“, so die spontane Erwiderung. „Zumindest in meiner Gegend. Der Kolumbianer Juan Osorio, aktuell Nationaltrainer Mexikos, war einige Jahre Assistenztrainer bei Manchester City. Dann trainierte er Once Caldas, wurde mit ihnen Meister. Er hat viel von der englischen Spielweise eingebracht. Die Premier League wird in Kolumbien intensiv verfolgt, die Bundesliga hat aber aufgeholt.“ Das weckt auch früh das Interesse junger Spieler am Ausland, einen Nachteil für die Liga sieht Soto darin indes nicht. „Dadurch kommen in heimischen Vereinen Talente früher zum Zug. Und man darf nie vergessen, nicht jeder Spieler macht im Ausland Karriere.“

Der Artikel im Magazin Zeitspiel.

Der Artikel im Magazin Zeitspiel.

Sotos eigene Karriere verlief in vielen Bereich „großartiger, als ich es mir erträumen konnte. Ich habe immer alles gegeben und in meinen Vereinen wunderbare Zeiten erlebt.“ Was nach Fußballerfloskel klingen könnte, bekommt bei dem vielgereisten Spieler direkt Futter: „Es ist für kolumbianische Spieler nicht einfach, sich im Nationalteam zu etablieren. Ein Grund dafür sind die häufigen Trainerwechsel und die mangelnde Konstanz. Aber ich habe meine Chance immer wieder bekommen und auch genutzt.“ Die vielen Flugstunden waren für ihn dabei nie Strapaze. „Man war körperlich platt, ja, aber emotional stark. Es hat sich immer gelohnt, auch wenn man mal nur auf der Bank saß.“ Sein erstes Spiel im Dress Kolumbiens hat er natürlich nie vergessen: „Es war mit 21, bei einem Freundschaftsspiel in Japan. Ein tolles Gefühl.“

Die Teilnahme an einer WM hätte die Nationalmannschaftskarriere krönen können, doch fürs Turnier 2014 in Brasilien wurde Soto aus dem vorläufigen Kader noch gestrichen. „Natürlich ist das nicht schön, so nah dran war ich nie. Aber die Qualifikationen für 2006 und 2010 zu bestreiten war toll, auch die Teilnahme an der Copa 2011. Leider sind wir da im Viertelfinale gegen Guerreros Peruaner rausgeflogen.“ Bei der Erinnerung ans Aus gegen den Kollegen aus der Bundesliga kann Soto längst lachen. Wie nimmt er kurz vor der Heimkehr seine eigene Rolle in Kolumbien wahr? „In Manizales bin ich schon eine Identifikationsfigur. Den Respekt zu spüren ist ein schönes Gefühl. Das bedeutet mir viel.“ Dabei lächelt er, nickt, und es fällt schwer, ihn zum Abschluss nicht kurz in den Arm zu nehmen. Dafür ein Dankeschön, für das offene Gespräch. Und alles Gute für die Zukunft, Elkin Soto. Möge sie dir gewogen sein.

*Das Gespräch mit Elkin Soto habe ich im Juni geführt. Ursprünglich erschienen ist dieser Artikel in der Ausgabe #5 von Zeitspiel – Das Magazin für Fußball-Zeitgeschichte.

Kolumne: Zwillingsliebe für 05 und den BVB

Die Zwillinge Lisa und Johannes habe ich bei der Recherche für mein Buch Unzertrennlich – 20 Geschichten von Zwillingen kennengelernt. Damals haben mir die beiden ihre Geschichte erzählt, die im zweiten Kapitel unter der Überschrift „Die schönste Verantwortung von allen“ zu finden ist.

Als ich nun den Sommerplan für meine Videokolumne „Wortpiratin rot-weiß“ erstellt habe, fiel mir wieder ein, dass Fußball für die beiden eine große Bedeutung hat: Lisa ist Mainz 05-Fan, Johannes glühender Dortmund-Anhänger. Witzigerweise arbeitet er allerdings seit dem Sommer als Ordner bei Mainz 05. Ich habe die beiden im Schönborner Hof in Heidesheim getroffen und mit ihnen über ihre Fußballliebe gesprochen.

Unterwäsche: Sexy ist, was drinsteckt

Es soll ja Menschen geben, die ganz grundsätzlich etwas gegen Werbung haben – zu dieser Gattung gehöre ich nicht. Ich mag Werbung sogar, zumindest dann, wenn sie mich neugierig macht auf ein Produkt, witzig ist oder intelligent. Leider trifft all das viel zu selten zu. Ganz im Gegenteil ist Werbung oft weder besonders witzig noch intelligent. Ein besonders blödes Beispiel habe ich kürzlich in der Wiesbadener Innenstadt entdeckt, wo auf dem Schaufenster eines Unterwäscheladens diese Botschaft zu lesen ist:

Wer Discount-Wäsche kauft,
fühlt sich auch nur discount-sexy.
Hochwertige Lingerie von Mey.
DoN’t Go WiTh LeSs.

Sexy ist, was drinsteckt!

Ich frage mich ernsthaft, auf welche Zielgruppe das abzielen soll, denn Frauen, die ein positives Verhältnis zu ihrem Körper haben, können es definitiv nicht sein. Wir wissen nämlich, dass es keine Frage der Unterwäsche ist, ob wir sexy sind oder nicht: Sexy ist vielmehr das, was in der Wäsche drinsteckt. BH und Höschen sind lediglich Dekoration.

Wie viel Geld frau für diese Dekoration ausgibt, dürfte mal mehr, mal weniger freiwillig sein. Werbung für Unterwäsche zu machen, die darauf abzielt, dass Frauen in günstigen Dessous sich schlecht fühlen, und dann zu erwarten, aus diesem schlechten Gefühl heraus sollten sie nun ausgerechnet zu jener Marke greifen, die ihnen dieses ungute Gefühl überhaupt erst vermittelt hat, halte ich allerdings für ausgesprochen schwachsinnig.

Welche Wäsche könnte die Frau tragen, die diesen Spruch liest?

Sie trägt hochwertige Wäsche, weil sie es sich leisten kann.
Sie trägt hochwertige Wäsche, weil sie sich ab und zu ein teures Teil gönnt.
Sie trägt keine hochwertige Wäsche, weil sie sich noch nie groß darum geschert hat.
Sie trägt keine hochwertige Wäsche, weil sie sich das nicht leisten kann.
Sie hat keine Ahnung, was die Wäsche gekostet hat, die sie aktuell trägt, weil es ihr egal ist.

Frauen, die gerne Geld für teure(re) Wäsche ausgeben, dürften sich von dem Spruch wohl kaum animiert fühlen, künftig bei Mey zu shoppen. Wer sich schöne Dessous vom Munde abspart erst recht nicht, denn diesen Frauen wurde ja gerade vermittelt, meist seien sie bloß discount-sexy. Frauen, die sich keine teure Unterwäsche leisten können, werden komplett unnötig herabgesetzt durch die Werbung. Und wer sich wenig bis gar nicht darum schert, was Unterwäsche kostet und ob sie nun vermeintlich sexy ist oder nicht, dürfte sich ebenso wenig angesprochen fühlen. Sprich, mir fällt keine Frau ein, die das liest und denkt: Wow, wie cool, ich kaufe meine Wäsche künftig nur noch bei den sympathischen Leuten von Mey.

Es ist ein absoluter Irrglaube, davon auszugehen, wir Frauen bräuchten eine ganz bestimmte Unterwäsche, spezielles Parfum, edlen Schmuck oder wasauchimmer, um besonders sexy zu sein. Wir brauchen dafür auch keine Bikinifigur, keinen Instagram-Filter und keine Schminke. Wir sind das ganz von alleine, liebe Werbeindustrie. Klar, an manchen Tagen empfinden wir das stärker, an anderen weniger, manchmal erkennen wir es erst im Blick unseres Herzmenschen und ab und an nehmen wir es gar nicht wahr. Dann haben wir vielleicht Lust, uns bei einem Schaumbad daran zu erinnern, indem wir uns Zeit für uns und unseren Körper nehmen – oder vielleicht tatsächlich mal wieder neue Unterwäsche shoppen. Aber sicher nicht (mehr) bei Mey.

Wie seht ihr das, Mädels?
#sexyistwasdrinsteckt

Kolumne: Die Meenzelmännern & Fabrizio Hayer

Seit Mitte Mai bereits darf ich für die Allgemeine Zeitung alle zwei Wochen Menschen treffen, die eine ganz besondere Beziehung zu Mainz 05 haben. Die aktuelle Folge der so entstehenden Videokolumne „Wortpiratin rot-weiß“ hat mich an die Alte Ziegelei in Mainz geführt, wo ich mit Reimund Thomas gesprochen habe. Er ist seit drei Jahren Vorsitzender des schwul-lesbischen Fanclubs „Meenzelmänner“ und erzählt von den Vorurteilen, mit denen Schwule im Stadion nach wie vor zu kämpfen haben.

Bereits vor 14 Tagen veröffentlicht wurde das Gespräch mit Fabrizio Hayer. Der ehemalige 05er betreibt heute den „Mainzer Hof“ in Heidesheim, als Spieler wusste er nicht immer, wo der Wurm hängt, war in seinen zahlreichen Vereinen aber trotzdem immer ein Fanliebling.