Joe’s story: A love for Soccer, Mainz and Lego

It’s been five and a half years since 111 Gründe, Mainz 05 zu lieben (111 reasons to love Mainz 05) was published in September 2013. Ever since there were moments and encounters that left me thinking: That would have been a great story for the book! One of these very special encounters happend over Twitter where I came to know Joe Bryant from Crawley, Sussex. The eleven year old has a huge crush on the German Bundesliga.

Joe mit seinem Lego-Stadion. (Foto: privat)

Joe mit seinem Lego-Stadion. (Foto: privat)

And it’s not just the game itself that he’s drawn to but also the stadiums. At age seven Joe started to built stands and over time stands became whole stadiums. He’s done eight so far, seven from the Bundesliga plus Anderlecht. And of course the home of the Zerofivers is one of them. His brother Harry helps him to make the videos in which he presents his buildings, his sister Ariel is not much into soccer but even though he got her to appear in one of the clips. Whenever possible Joe visits the ground before he builds a stadium and so he payed Mainz a visit in last september and the club showed him all around both the old and the new arena.

Mainz have been amazing and I am really looking forward to meeting the fans and hopefully seeing them win.
Joe Bryant

Back in Crawley Joe got right to work. He’s especially proud of the 05-stadium because it has so many details that he did quite well. He publishes pictures of his work on Twitter and by now is well known amongst fans. When Mainz 05 sold their special jersey for Fastnacht he made one from Lego on the green of his stadium. Joe enjoys the exchange with the fans very much and says he likes the ones from Germany better than those from the UK. So after his stadium was finished he really wanted to come back to Mainz to show it. Of course the game against Düsseldorf which marks the 05-familyday is the perfect ocassion and so the club invited the special littel fan.

Innenansichten der Arena. (Foto: privat)

Innenansichten der Arena. (Foto: privat)

Joe will present his stadium with roundabout 2.500 Legos outside the real one before the game, positioned near the VIP-entrance behind blocks D and E. He is quite excited and hopes to meet many fans. Likewise many of his Twitter followers are looking forward to meeting him in person. So, it is still soccer that writes the best stories. It unites people across borders. It gives an eleven year old fan of Ipswich Town the idea to build stadiums from the far-away-Bundesliga. And it brings Joe back to Germany this weekend where he will hopefully have many memorable encounters.

05-Woche: Frauenpower, Hoppelboxen und ein Homeboy

Normalerweise steht an dieser Stelle die Gegnerbetrachtung. Aber manchmal kommt eben das Leben dazwischen, in diesem Falle meiner Gesprächspartnerin. Das ist dann auch okay so, weil es Dinge gibt, die größer sind als Fußball. Und weil ich persönlich es wichtig finde, wenn wir einander an bestimmten Punkten sagen können: Ich kann das jetzt (doch) nicht. Weil ich aber mit diesem Blogbeitrag ein paar Themen verbinden wollte, hier nun ein kleiner Mix.

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Wie kommen Frauen zum Fußball? (Foto: FRÜF)

Die erste Folge von FRÜF – Frauen reden über Fußball ist online. In zwei Segmenten sprechen wir über die sozialwissenschaftliche Komponente weiblicher Fußballsozialisation und unsere privaten Wege in diesen Sport. Hört doch mal rein und hinterlasst uns gerne Bewertungen und Rezensionen dort, wo ihr eure Podcasts abonniert.

Spendet für die Hoppelboxen. (Foto: WP)

Spendet für die Hoppelboxen. (Foto: WP)

Die Fanabteilung und der KidsClub machen zu Ostern bei Mainz 05 gemeinsame Sache und befüllen Geschenkboxen für Wohnungslose. Dafür werden Sachspenden gesucht, die in einen Schuhkarton passen müssen: Hygieneartikel, haltbare Speisen und nützliche Alltagsartikel. Ab dem 13. April, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sachen abzugeben: Samstag, 13. April, von 10 bis 17 Uhr im Haus der Jugend (Mitternachtsgasse 8), Montag, 8. April, bis Freitag, 12. April, von 8 bis 18 Uhr auf der Geschäftsstelle des 1. FSV Mainz 05 (Isaac-Fulda-Allee 5) sowie Mittwoch, 10. April, und Donnerstag, 11. April, von 18 bis 20 Uhr im Fanhaus Mainz (Weisenauer Straße 15). Beteiligt euch zahlreich an dieser schönen Idee.

Das nächste Heimspielwochenende der Mainzer wirft nicht nur sportlich schon jetzt seine Schatten voraus, sondern auch dank einer großartigen Ausstellung: Die Fan.Tastic Females – Football Her.Story kommen in der zweiten Woche der rheinland-pfälzischen und hessischen Osterferien nach Mainz. Mehr zur Wanderausstellung erfahrt ihr auf der Homepage, die einzelnen Veranstaltungen in Mainz werden via Facebook kommuniziert. Eine der wunderbaren Fan.Tastic Females kommt aus Dortmund, wohin die Reise der 05er an diesem Auswärtswochenende geht.

Die gute Nachricht der Woche lautet, dass Rouven Schröder nicht gerne in den Urlaub fährt. Oder wie wahr das? Ach, nein, der Sportvorstand des FSV ist kein Reisender. Was bedeutet, er bleibt in Mainz. War doch klar: Keiner verlässt den Verein.

05-Gegnerbetrachtung: Europa als Bremer Ziel ist richtig

Die Gegnerbetrachtung ist zurück. Vor jedem Auswärtsspiel des 1. FSV Mainz 05 spreche ich mit PodcasterInnen, JournalistInnen oder BloggerInnen aus dem Umfeld des gastgebenden Vereins. Diesmal schätzt Julie Göths von FRÜF die aktuelle Lage bei Werder Bremen ein.

Die grüne Raute im Herzen: Julie Göths. (Foto: Bremen Next)

Die grüne Raute im Herzen: Julie Göths. (Foto: Bremen Next)

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Liebe Julie, danke, dass du dir so spontan Zeit für meine Fragen nimmst. Du gehörst (wie ich auch) zum Team von FRÜF – Frauen reden über Fußball. Wie nimmst du die Arbeit mit den Kolleginnen bislang wahr und warum hat FRÜF der Podcast-Landschaft zuvor gefehlt?

Die bisherige Zusammenarbeit ist ganz großartig. Auch wenn es natürlich am Anfang etwas schwierig ist, die vielen motivierten Frauen unter einen Hut zu bekommen, überwiegt einfach der unglaubliche Support innerhalb des Kollektivs. Man hat das Gefühl, dass wir aktiven Frauen auf der Suche nach einer Plattform waren, um uns auszutauschen und sie jetzt endlich gefunden haben – nicht nur im Podcast, sondern auch hinter den Kulissen in unserer Gruppe.

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WebFür die erste Ausgabe zum Thema „Weibliche Fußballsozialisation“ wolltest du von deinem Papa wissen, wie genau du zum Fußball gekommen bist. Hast du inzwischen eine Antwort von ihm erhalten?

Zum Zeitpunkt dieser Antwort leider noch nicht. Ich wollte allerdings auch nur sichergehen, dass ich nichts auslasse oder vergessen habe. Denn ich weiß noch sehr genau, dass mein erster Berührpunkt die WM 2006 war – das erste Fußballturnier, an das ich mich komplett erinnern kann und das ich intensiv verfolgt habe. Gleichzeitig hatten wir in der Schule (Funfact: Mädchengymnasium) Fußball im Sportunterricht, was mir Spaß gemacht hat. Dabei geblieben bin ich aber nicht. Spätestens, als ich im gleichen Sommer meinen Vater in Bremen besucht habe, und wir – unabhängig von einem Spieltag – am Stadion vorbeigelaufen sind, war es um mich geschehen und Werder Bremen ab sofort mein Verein. Im Laufe der nächsten Jahre bin ich dann Mitglied geworden und über die kostenlosen Eintrittskarten für Mitglieder unter 18 Jahren auch ins Stadion und alleine in die Ostkurve gekommen. In den vergangenen drei bis vier Jahren habe ich dann viele Werder-Fans kennengelernt. Unser Fanclub #Twerder, den wir 2015 gegründet haben, und die daraus entstandenen Freundschaften haben ganz sicher auch etwas damit zu tun, dass ich am Ball geblieben bin.

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Du hast es gerade schon erwähnt: In Sachen Verein schlägt dein Herz für Werder Bremen. Was ist die Essenz dieser Liebe und wie oft schaffst du es aktuell von Aachen, wo du studierst, ins Weserstadion?

Meine Mutter hat mal gesagt, dass ich unterbewusst etwas gesucht habe, das mich mit meinem Vater, auch Werder-Fan, verbindet. Ob das so stimmt, kann ich natürlich nicht genau sagen, aber ich bin natürlich trotzdem sehr froh, dass es so gekommen ist. Die Liebe zu Werder in Worte zu fassen, ist dennoch nicht so leicht. Spätestens die von #Twerder 2016 initiierte Fanaktion #greenwhitewonderwall hat mir aber gezeigt, dass Fans gemeinsam etwas in einem Verein und in einer Mannschaft bewegen können. Auch, wenn die Besuche in Bremen im vergangenen Jahr leider weniger geworden sind, ist das mein Antrieb, die Fahrt immer wieder anzutreten. Außerdem ist es aus meiner persönlichen Sicht natürlich ganz praktisch, dass es viele Bundesligisten in NRW gibt, denn Auswärtsfahrten gehören für mich genauso dazu.

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Werder Bremen gehört zu den Bundesligisten, die neben einem Herren- auch ein Frauenteam haben. Interessierst du dich für die Werder-Damen und hast du Einblicke, wie dort gearbeitet wird?

Rund um den Aufstieg im Jahr 2016 habe ich das Frauenteam intensiver verfolgt. Danach ist es leider deutlich weniger geworden, was bestimmt auch mit der medialen Präsenz zu tun hat, die Frauenfußball leider noch immer nicht ansatzweise gleichberechtigt bekommt. Man muss bei den gängigen Fußballportalen regelrecht nach Informationen suchen und bekommt sie nicht, wie beim Männerfußball, überall auf dem Silbertablett präsentiert. Auch bei Werder ist das leider so: Das eSports-Team hat einen eigenen Twitter-Kanal, die Frauen aber leider nicht. Die werden mit einem gemeinsamen Account mit dem NLZ abgefrühstückt. Nicht nur deswegen bin ich zuletzt aktiv Accounts gefolgt, die sich mit Frauenfußball beschäftigen.

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Du engagierst dich politisch, stellst dich deutlich gegen Rechts und bist Feministin. Warum ist Feminismus auch im Fußballumfeld wichtig und wieso gehört Politik ins Stadion?

Grundsätzlich gilt für mich, dass alles politisch ist. Zu behaupten, der Volkssport Nummer 1 könne sich davon lossagen, Auswirkungen und Einfluss auf die Gesellschaft zu haben, ist schlicht realitätsfern. Und gerade in einem so männerdominierten Sport wie Fußball müssen Rollenbilder und Stereotypen aufgebrochen werden. Frauen müssen sichtbar (gemacht) werden – als Teil des Stadions, der Szenen und des Sportjournalismus. Fußball muss mit seiner Strahlkraft Vorreiter sein, was Gleichstellung, Antidiskriminierungsarbeit und Antirassismus betrifft. Die Vereine sind in der Verantwortung, sich klar zu positionieren und Grenzüberschreitungen entgegen zu stehen.

Die Bremer Kurve ist politisch. (Foto: privat)

Die Bremer Kurve ist politisch. (Foto: privat)

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Inwiefern passen deine persönlichen Werte da auch zu deinem Herzensverein und wie würdest du die Fanlandschaft rund um Werder Bremen beschreiben?

Die Bremer Szene ist sich der Verantwortung des Fußballs bewusst. Sie positioniert sich klar gegen jede Form der Diskriminierung und fordert das auch vom Verein. Als Fans haben sie es geschafft, sich gegen Nazis in der Kurve zu wehren und wissen gleichzeitig, dass der Kampf gegen rechte Kräfte ein andauernder ist. Diese Anspruchshaltung an sich selbst sollte für uns alle ein Vorbild sein. Damit kann ich mich identifizieren und gehe auch so in meine politische Arbeit. Fan eines Vereins zu sein, dessen Fanszene Meinungen vertritt, die ich nicht teile, kann ich mir nicht vorstellen.

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In Sachen Sport ist Florian Kohfeldt als Cheftrainer seit November 2017 verantwortlich, der Vertrag hat inzwischen eine Laufzeit bis 2021. Werder hatte auch vor Kohfeldt in den letzten Jahren immer wieder Trainer, die sich extrem mit dem Verein identifizieren, trotzdem scheint seither alles nochmal enger zusammengerückt zu sein. Siehst du das auch so? Woran liegt es?

Abgesehen von den sportlichen Komponenten wie Training und spielerischer Gestaltung macht Florian Kohfeldt vor allem eins richtig: seine Kommunikation. Sowohl nach außen ist für alle Anhänger*innen und Beobachter*innen jederzeit klar, was seine Vision ist und wie er die erreichen möchte. Aber auch nach innen klappt das offensichtlich sehr gut. Er hat es geschafft und schafft es immer noch, die Mannschaft hinter seine Spielidee und seine Vision zu bekommen. Es gibt einen gesunden Konkurrenzkampf, ohne dass Spieler querschießen. Mit seinem Kommunikationstalent hat er es geschafft, dass in Bremen alle in Ruhe arbeiten oder zuversichtlich ins Stadion gehen können.

Die Heimat der Werder-Fans. (Foto: privat)

Die Heimat der Werder-Fans. (Foto: privat)

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Sportlich ist Kohfeldt spürbar ehrgeizig und scheut sich nicht, deutliche Ziele für sich und die Mannschaft zu formulieren. Nach 26 Spieltagen steht Bremen mit 39 Punkten auf Rang acht. Ist das für die angedachte Marschroute vielleicht schon zu wenig? Wie wichtig wäre Europa?

Zu allererst muss ich sagen, dass sich wohl alle Werder-Fans nach einer Saison wie dieser gesehnt haben: solide und fernab von Abstiegsängsten. Eigentlich der richtige nächste Schritt. Dass das Ziel Europa formuliert wurde, war trotzdem richtig. Die Alternative wäre gewesen, dass man das Niemandsland der Tabelle als Ziel ausruft. Daran wächst keine Mannschaft und sie entwickelt sich auch nicht weiter, wenn kein Anspruch an sie gestellt wird. Auch Spielern, die vielleicht nach Höherem streben oder potentiell zu Werder wechseln könnten, wird somit gezeigt, dass man sich nicht mit dem Mittelfeld zufriedengibt. Das Gute bei alledem: Sollte es mit Europa nicht klappen, geht in Bremen keiner auf die Barrikaden. Nicht zuletzt sind viele Fanherzen wohl durch den spektakulären Sieg im Pokal gegen den BVB für diese Saison zufriedengestellt worden.

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Aktuell stehen die Brüder Maximilian und Johannes Eggestein für ein Werder, das auf eigene Talente und junge Spieler setzt. Angeleitet wird das Team von seinem Kapitän Max Kruse in bestechender Form, andere erfahrene Spieler wie Nuri Şahin spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ist das der perfekte Mix aus Routine und Hunger?

Was Max Kruse da seit Wochen abliefert, ist schon beeindruckend. Außerdem zeigt es mal wieder, wie wichtig ein Umfeld für einen Spieler sein kann, damit er seine Leistung abrufen kann. Das Bremer Spiel ist um ihn herum gebaut worden. Auch an seiner Aufgabe als Kapitän, was ja eine unpopuläre Entscheidung war, ist er nochmal gewachsen und versteht seine Rolle richtig. Als zentraler Mann in Spiel und in der Mannschaft sollte alles daran gelegt werden, ihn über die Saison hinaus halten zu können. Darüber hinaus stimmt auch die Mischung in der Mannschaft. Erfahrene Spieler wie Kruse, Şahin, Moisander, Langkamp und natürlich Pizarro ergänzen sich perfekt mit den jungen talentierten Spielern wie Johannes Eggestein oder Josh Sargent.

Max Kruse ist auch der aktuelle Kapitän bei Werder. (Foto: Silesia711 | CC BY-SA 4.0)

Max Kruse ist auch der aktuelle Kapitän bei Werder. (Foto: Silesia711 | CC BY-SA 4.0)

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In Bremen scheint, wie auch in Mainz, die Zusammenarbeit zwischen Profis und NLZ sehr intensiv und gut zu sein. Wie hart trifft es den Verein, dass die U23-Trainer Sven Hübscher und Tobias Hellwig, wie jetzt bekannt wurde, zum Saisonende gen Münster verlassen?

Die Vergangenheiten der letzten Profi-Trainer beim NLZ und der U23 haben mit Sicherheit dafür gesorgt, dass der Austausch zwischen diesen beiden Abteilungen intensiv und gut war. Dazu kommt, dass Werder immer ein Verein war, der sich seine Talente und Stars selbst „heranzüchten“ muss. Dass die beiden den Verein jetzt verlassen, ist zwar schade, aber verkraftbar. Mit Marco Grote (U19-Trainer) und Christian Brand (U17-Trainer) hat man zwei mögliche Nachfolger aus den eigenen Reihen. So kann an den bisherigen intensiven Austausch sowohl innerhalb es NLZ als auch in den Profibereich fast nahtlos angeschlossen werden.

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Zwischen Werder und Mainz gab es schon einige historische Spiele, nicht nur die bis vor kurzem höchste Bundesligapleite der 05er (1:6). Oft standen zuletzt beide Teams arg unter Druck vor der Begegnung, diesmal scheint der auf Mainzer Seite nach zuletzt sechs Pleiten aus sieben Spielen höher. Was ist deine Prognose fürs Spiel? Und wie geht es aus?

Auch wenn ich nach einer Länderspielpause meistens etwas vorsichtiger mit Prognosen bin, glaube ich in diesem Fall fest an eine gute Leistung und drei Punkte für Werder. Gerade zuhause sollte es mit Kohfeldt keine dummen Niederlagen geben.

KOMPAKT
Werder Bremen ist der beste Club der Welt, weil … hier für mich die Werte, die Haltung und die Fans ein rundes Bild abgeben mit dem man sich auch in den schnelllebigen Fußballzeiten identifizieren kann.
Was ich am Weserstadion besonders liebe, ist … die Lage und der Weg dorthin – über die Schlachte, durchs Viertel und an der Weser entlang. Da kann kein Stadion mithalten.
Mein ewiger Lieblingsspieler ist eindeutig … Ivan Klasnic, der auch der Flock auf meinem ersten Werder-Trikot war.
Wer Bremen besucht, sollte unbedingt … den oben beschriebenen Weg gehen. Die wunderschöne Altstadt rund um den Markt mit Rathaus, Dom und Büttcherstraße sollte man auch mitnehmen.
Besonders lecker essen Gästefans … bei Tandour im Viertel. Diesen, und nur diesen, Bremer Rollo (eine Rolle aus vorgebackenen Fladenbrot mit einer Füllung, nicht zu vergleichen mit Dürüm oder ähnlichem) sollte jede*r mal gegessen haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

LETZTE WORTE
Seit Beginn der Rückrunde steht Andreas Bockius mit Klaus Hafner am Spielfeldrand. Bis Saisonende sind die beiden als Stadionsprecher-Duo gemeinsam am Start, in der kommenden Saison wird Bockius das Amt von 05-Legende Hafner übernehmen. In der aktuellen Folge Wortpiratin rot-weiß habe ich mit dem Neuen über seinen Job beim Verein gesprochen.

Mensch, Frau Nora: Wir sprechen über digitale Gewalt

Manchmal greifen Themen und Geschehnisse fast organisch ineinander: Am 6. März haben wir unseren neuen Podcast FRÜF – Frauen reden über Fußball vorgestellt. Die Reaktionen darauf waren überwältigend positiv. Bis zu dem Moment, als ein paar Männer in ihrem Podcast darüber sprachen, wen von uns Frauen sie wie attraktiv finden, ob dicke Frauen nun fickbar sind oder nicht und dass sie mich gern mal in einer Turnhalle wegzimmern würden. Wie reagiert man auf sowas? Schweigen? Rückzug? Öffentlichkeit? Wir haben uns entschieden, über das Thema zu sprechen, weil wir das, was da passiert – digitale Gewalt gegen uns Frauen – nicht hinnehmen wollen.

In den Tagen darauf schrieb ich unter anderem mit Nora Hespers, einer wunderbaren Kollegin aus Köln, zu den Vorkomnissen. Sie empfahl mir eine aktuelle Podcast-Folge von NETZPOLITIK.ORG zum Thema „Digitale Gewalt“. Zu Gast bei Chris Köver waren Netzpolitik-Expertin Anne Roth und Anna Hartmann vom Dachverband der Frauenberatungsstellen. Roth hat sich mit dem Thema der digitalen Gewalt speziell gegen Frauen auch in ihrem sehr empfehlenswerten Talk beim 35. Chaos Communication Congress beschäftigt.

In der Kommunikation wurde Nora und mir schnell klar, das Thema beschäftigt und betrifft uns auf eine Art und Weise, die wir nicht hinter verschlossenen Türen halten möchten. Das hat sehr viel damit zu tun, dass wir beide daran glauben, Menschen müssen Gegengewichte setzen und sein, wenn digitale Gewalt geschieht. Und zwar völlig unabhängig davon, wen sie (be-)trifft. Deswegen war ich zu Gast in Noras tollem Podcast Mensch, Frau Nora und wir haben darüber gesprochen, warum digitale Gewalt nicht losgelöst ist von analoger, warum sie Männern anders begegnet als beispielsweise Frauen oder Transmenschen und warum es wichtig ist, sie zu thematisieren.

[Quelle Video: Mensch, Frau Nora]

report München macht Stimmung gegen Fußballfans

Das selbsternannte Politikmagazin report München zeigt einen Film über vermeintlich alltägliche Zustände in deutschen Fußballstadien, der vor gefährlichem Halbwissen nur so strotz. Diese Art der Kriminalisierung von Fußballfans ist nicht neu, dass sie ausgerechnet im öffentlich rechtlichen Fernsehen derart massiv geschieht, halte ich für äußerst bedenklich. Eine Kritik.

Immer wieder gibt es in und vor den Stadien der Bundesliga Ärger mit Hooligans. Sie provozieren, zündeln und prügeln.

Gewagte Anmoderation, die der Beitrag natürlich nicht einlöst. Zunächst geschieht der gängigste Fehler: Ultras, Hooligans und hier sogar Nazis werden vermischt. Zu Beginn des Beitrags geht es dann um die Vorfälle beim Chemnitzer FC (Infos dazu beim MDR). Was da passiert ist, darf nicht toleriert werden, eine Aufarbeitung ist dringend nötig. Aber report München tut so, als stehe das Ereignis exemplarisch dafür, was in Stadien passiert.

Was gänzlich fehlt ist ein Hinweis darauf, wie deutlich viele Fanlager die Aktion verurteilt haben. Auch das Engagement etlicher Vereine und ihrer Angänger gegen Rechts ist dem Beitrag keine Silbe wert. Stattdessen die Behauptung: „Pyrotechnik, Hass, Krawalle: Oft Alltag im deutschen Fußball.“ Und weiter: „Einige Ultras und Hooligans kapern den Sport. Feiern sich im Internet mit Videos. Haben ihre eigene Agenda.“ Ich formuliere es mal so: Eine eigene Agenda scheinen auch diejenigen zu haben, die diesen Filme verantworten. Oder landen darin zum Beispiel Ultras und Hooligans aus Unwissenheit in einem Topf?

Auszüge aus der Anfrage an die Vereine (Screenshot).

Auszüge aus der Anfrage an die Vereine (Screenshot).

Eine andere Frage, die ich mir stelle: Im Vorfeld werden als Teil der Recherche 150 Vereine der 1. bis 4. Liga zu „Problemen mit gewaltbereiten Fans, Ultras und Hooligans“ befragt. Der Beitrag thematisiert Vorfälle unter anderem beim Chemnitzer FC und dem Bischofswerdaer FV 08, beide Regionalliga Nordost. Wieso fragt man dort nicht gezielt nach diesen Vorkommnisen? Man hätte sich beispielsweise mit rechten Tendenzen innerhalb der Gesellschaft und ihren Ausprägungen in verschiedener Regionen des Landes beschäftigen können, um dann der Frage nachzugehen, ob eben diese in den Stadien fortbestehen. Das wäre ein wichtiges und lohnendes Thema gewesen, doch stattdessen werden Fans generell in eine Ecke gestellt, von der sich etliche Szenen mit viel Engagement abgrenzen.

Im Beitrag werden schließlich noch Zahlen zu Verletzten im Stadion genannt, leider geschieht dies völlig ohne Kontext. Die 1213 Verletzten innerhalb der benannten Saison (aus: ZIS Jahresbericht 2017/18) kommen auf 21 Millionen Stadionbesucher im selben Zeitraum. Ja, jede|r Verletzte ist eine⁄r zu viel, darüber müssen wir nicht diskutieren. Dennoch ein Vergleich zur Rezeption dieser Zahlen bei unterschiedlichen Themen: 6,3 Millionen Besucher und 3333 Verletzte gab’s 2018 auf dem Oktoberfest. Da ist hinterher aber nicht von Krawallen Gewaltbereiter die Rede, vielmehr ziehen Polizei, Veranstalter und Medien eine positive Bilanz.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Ja, es gibt auch gewaltbereite Fans und es gibt schwierige Fan-Szenen. Probleme müssen offen benannt und angegangen werden, keine Frage. Das Bild aber, das dieser Beitrag bewusst oder aus Unwissenheit zeichnet, ist unverantwortliche Stimmungsmache. Dieser Art von Berichterstattung sollte die ARD keine Bühne bieten.